
Die Fußball-Nationalmannschaft hat in Berlin das Silberne Lorbeerblatt vom Bundespräsidenten im Schloss Bellevue entgegengenommen und Ihren Film über die Fußballweltmeisterschaft vorgestellt. Dazu ein paar Impressionen:





Fotos von 360-Berlin
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Die Fußball-Nationalmannschaft hat in Berlin das Silberne Lorbeerblatt vom Bundespräsidenten im Schloss Bellevue entgegengenommen und Ihren Film über die Fußballweltmeisterschaft vorgestellt. Dazu ein paar Impressionen:





Fotos von 360-Berlin
Ich habe damals den Berliner Mauerfall verschlafen. Als mir am nächsten Morgen mitgeteilt wurde, dass die Grenze offen ist, habe ich das ganz gelassen genommen und mich über die Euphorie meiner Mitbewohner gewundert. Ich konnte es schlichtweg nicht einordnen. Ich war doch an die Mauer gewöhnt. Als ich dann aber vor die Tür trat, wußte ich, dass ich mich schnell entwöhnen werde. Ich wohnte in Kreuzberg 36 und plötzlich waren die Straßen voller Ossis. Ganz oder zum Teil in Jeans gekleidete Menschen liefen staunend und ungläubig durch die Straßen. Dann kam der Schock in den Lebensmittelmärkten: Alle Regale leer? Und mein Frühstück? Hungern mußte ich trotzdem nicht, nur anstehen für die nächste Ofenladung Brötchen. Danach folgte dann die tolle Zeit! Die Entdeckung des Ostteils Berlins und „geheime Partys“ ohne Ende in dunklen Hinterhöfen.
Inzwischen ist das ganze 25 jahre her und der Fall der Berliner Mauer wurde mit 7000 Luftballons und „etwas mehr“ Touristen und Berlinern gefeiert.

Schon vor ein paar Tagen wurden die Ballonhalter entlang dem Verlauf der Mauer aufgestellt. Das hatte ich beobachtet und gefragt, was denn hinterher damit geschieht: „Entsorgt natürlich, was sonst“ bekam ich als Antwort. Die mit Helium gefüllten Ballons wurden dann am Abend des 9. November hingegen in die Luft entlassen und platzen spätestens in der Stratosphäre. Die meisten werden es aber wohl nicht so hoch und weit schaffen. Wer einen Ballon findet, hat übrigens eine Reise nach Berlin gewonnen. Blöd für Berliner, schön für alle anderen….
Als Musikakt vor dem Brandenburger Tor mußte natürlich Udo Lindenberg auftreten und sang die zum Anlass passende Titel wie „Sonderzug nach Pankow“ oder „Mädchen aus Ostberlin“.


Es spielte auch die alte Ostband Silly, Peter Gabriel und die Fantastischen Vier auf der Bühne am Brandenburger Tor.

Bei einem Spaziergang im Kreuzberger Kiez mit Überquerung nach Treptow bin ich auf die Lohmühle gestoßen. Ich kenne den Platz, wo sich diese befindet, schon bevor es die Lohmühle gab. So habe ich verfolgt, wie sich die ersten Wohn-Bauwagen und mit ihnen die Idee für einen Veranstaltungsort für Musik und Kunst, dort angesiedelt haben. Seit 1991 existiert die Wagenburg in Alt-Treptow. Dass die Lohmühle dort aber immer noch zu finden ist, hat mich erstaunt und gefreut. Zur Zeit haben sie einen befristeten Vertrag, womit sie das Grundstück als „Kulturbanausen e.V.“ nutzen können. Auf dem recht kleinen Gelände gibt es Strom nur über die Eigenversorgung mittels Solarzellen und kein fließendes Wasser, bzw. nur wenn es vorher zum Zielort geschleppt wurde. Die Wohn-Bauwagen haben sich dafür zu regelrechten Kunstwerken entwickelt.



Öko-Konzepte sind auf dem Gelände das „A und O“, damit auch seltene Pflanzen, Tiere und Insekten dort mit leben können. Und das mitten in der Stadt. Es gibt einen Lehrpfad, der sich durch die Wohn-Bauwagen schlängelt. Besuchen und Anschauen erwünscht… Leider können die Bewohner jederzeit geräumt werden und das wäre sehr schade, denn die Lohmühle veranstaltet im Sommer regelmäßig Jazz- und andere Konzerte auf der hauseigenen Lohmühlenbühne. Es spielen dann oft sehr gute Musiker zur untergehenden Sonne und aufflackerndem Lagerfeuer. Sehr zu empfehlen.

Am letzten Abend des Jazzfestes gab es im Haus der Berliner Festspiele gleich zwei Konzerte des Pianisten Jason Moran. Als erstes spielte er im Trio und das war nochmal ein richtiges Highlight für das Jazzfest 2014. Dass der Pianist aus Chicago stammt, war nicht zu überhören, und das war das Schöne daran. Er spielte Blues der allerersten Jazzstunden, indem er z.B. den Sound von Jelly Roll Morton wieder aufleben liess, und er spielte Blues, indem er in ganz eigener Manier nicht mehr als 10 Töne des Piano benutzte. Dazwischen gab es aber noch alle anderen Töne von ihm zu hören. Der Schlagzeuger Nasheet Waits spielte zwar nicht den schönsten Stil, aber wahrscheinlich passte er genau deswegen zu den teilweise verrückten Ideen von Jason Moran. Der Bassist brachte mich zum schmunzeln, weil er öfter mal so aussah, als wollte er gleich einschlafen…. Ein Augenschmaus war das Trio also nicht, aber dafür haben sie Jazz gemacht wie ich ihn liebe: Tradition, die nicht vergessen wird, aber Musik, die nicht stehen geblieben ist.

So viel Roadies für mein Schlagzeug hätte ich auch gern mal gehabt. Beim Umbau standen manchmal 6 Leute um das Drumset von Charles Haynes, den Jason Moran für seine zweite Band Fats Waller Dance Party, mitgebracht hat, herum. Neben dem Schlagzeug glänzte unverkennbar ein Apple Computer und so war die Musik zwar wieder zwischen Tradition und Moderne angesiedelt, aber zudem mit Pop- und Rock-Elementen angereichert und es gab Gesang dazu.

Jason trug eine große Gesichts-Maske, die eine nicht brennende Zigarette im Mund hatte… vielleicht wollte er nicht wiedererkannt werden? Oder er wollte selbst nicht rauchen, findet aber die Zigarette gehört zum alten Chicago dazu ? Ich bin leider nicht dazu gekommen, ihn zu fragen. Bei dieser Band gab es über afrikanischen Jazz, Fats Waller Songs und Sounds auch jede Menge ungewöhnliche Klänge zu hören. Mein Favorit war auf jeden Fall sein Trio. Auch weil der Schlagzeuger der Zweiten Band einen für mich viel zu harten Sound spielte.
Der aus der Schweiz stammende Drummer Daniel Humair eröffnete den Samstag Abend im Haus der Berliner Festspiele.

Das Quartett mit Kontrabass, Sopransaxophon und Akkordeon

spielte „Jazz vom Feinsten“. Daniel Humairs Schlagzeugspiel ist eine Freude zu hören und zu sehen. Immer mit dabei sein kleiner rosafarbener Hammer mit dem er Schlagzeugbecken und Schlagzeugtrommeln bearbeitet, wenn er nicht gerade mit Mallets oder seinen Sticks beschäftigt ist. Seine Schlagzeug-Improvisation verschmilzt mit der des an diesem Abend extrem schön und virtuos gespielten Saxophons zu einer Einheit.

Daniel Humairs Sprache am Schlagzeug ist individuell und einfallsreich und es scheint mir, dass er mit jedem Jahr noch intensiver und ausdrucksstärker spielt.


Nach Daniel Humairs Quartett spielte die WDR Bigband aus Köln mit dem aus Chicago stammenden Sänger Kurt Elling.

Kurt Elling hat sich Songs ausgesucht, die um die Zeit des Mauerfalls herum gespielt wurden. Kurt Elling ist ein Sänger mit Charme und großartiger Stimme. Leider ließen Intonation und „Drive“ der WDR Bigband „etwas zu wünschen“ übrig. Aber schön war es, diesen tollen Sänger hier in Berlin zu hören.

Leider ist am Freitagabend das Konzert mit Benny Golson wegen Krankheit ausgefallen. Zum Glück hat dafür Archie Shepp gespielt.

Und zum Glück, für uns Drummer, hat er wieder Steve McCrae mitgebracht. Archie Shepp ist eine Saxophonlegende und ich habe schon oft seinem einmaligen, unverwechselbaren Sound zugehört. Er spielt als einziger bekannter Saxophonist, zumindest soweit ich weiß, mit „Doppellippe“ als Technik. Und er und seine Band spielten wunderschönen „Old-School-Modern Jazz“. Ich habe mich darüber riesig gefreut, denn das ist Musik, die immer seltener in so schöner Form zu hören ist. Und hier in Berlin gibt es fast nur das Jazzfest, wo ich ab und zu diese Musik live hören kann. Der Pianist und der Kontrabassist haben perfekt zusammengespielt und der Schlagzeuger hat sein Feuer darunter gelegt.
Steve McCrae ist einer meiner Lieblingsschlagzeuger.

Er spielt wunderbar klar. Sein Spielen klingt wie das Selbstverständlichste von der Welt. Dazu hat er eine wunderschöne Technik und seine Bewegungen sind das passende Bild zu dem was er spielt. Toll.

Als Zugabe gab es dann noch einen schönen Blues-Shuffle, zu dem Archie gesungen hat.
Als zweite Band war Get The Blessing zu hören.

Eine Band aus England mit dem Portishead und Radio Head Drummer Clive Deamer am Schlagzeug.

Ihre Musik haben sie mit elektronischen Sounds und auch mal mit dem „Achtel-Klatschen“ des Publikums unterstützt. Sie spielten abwechslungsreich zwischen Pop und Jazz und ?
Ich habe schon viele tolle Musiker auf den Berliner Jazzfesten gehört und gesehen. Musiker und Bands, die mich umgehauen haben mit toller Sprache und schönem Klang. Musiker und Bands, die ich vorher nicht kannte, ihren Namen nie zuvor gehört hatte und ihn auch sehr wahrscheinlich nie wieder hören oder lesen werde. Und dann war ich immer so froh, dass ich mich auf den Weg gemacht habe zu dieser einmaligen Musik-Veranstaltung.
In diesem Jahr gibt es gleich mehrere Besonderheiten: Erstens gibt es das Jazzfest 50 Jahre, zweitens höre ich zum ersten mal im Haus der Berliner Festspiele in der Schaperstraße eine Frau am Schlagzeug und drittens spielt am Freitag auf der Seitenbühne ein ehemaliger Studienkollege von mir, Bill Campbell, mit seiner Band Trio Feral, einem Piano Trio. Dazu gibt es am ersten Abend eine Auftragsarbeit für das Jazzfest 2014 zum Andenken an Martin Luther King, der genau vor 50 Jahren seine Rede zum Tod von John. F. Kennedy in der Berliner Philharmonie hielt, zu hören und zu sehen.
Zu den Musikern und Bands, die in diesem Jahr auftreten, gibt es genug Information im Internet und in den Programmheften. Darum möchte ich hier nicht langweilen mit Namen aller Bandmitglieder und was, wer mit wem gespielt hat…. Ich werde dafür versuchen, von jedem Konzert, das ich gehört habe, Besonderheiten zu beschreiben.
Die Auftragsarbeit zur Eröffnung komponierte und spielte der New Yorker Elliot Sharp mit seiner Band.
Die Musik wechselte zwischen freier Improvisation und Groove hin und her. Elliot ist „meistens“ Gitarrist und leitete auch durch die Kompositionen. Extrem herausgearbeitet waren die schräge Intonation und die dadurch gar nicht mehr harmonisch klingenden Akkorde. Er hatte acht Musiker mitgebracht, darunter einen Sprecher, bzw. Sänger und eine Sprecherin, bzw. Sängerin. Besonders die Sängerin ist mir mit Ihrem kompromisslosem „falsch“ Singen in Erinnerung geblieben.
Meiner Meinung nach ist es den Musikern gelungen, ihrer Auftragsarbeit gerecht zu werden.
Als zweites spielte ein deutsches Jazzquartett um die Schlagzeugerin Eva Kleese. Die Band
hat ihre erste CD veröffentlicht und die gibt es auch auf dem Jazzfest zu kaufen. Ich fand die Musik sehr angenehm. Es fehlten mir etwas Konsequenz im Rhythmus und eine ausgewogenere Textur von Höhen und Tiefen. Aber alles in allem war es ein schönes Konzert und es wäre schön, die Band weiter verfolgen zu können.
Zum Abschluss des Abends spielte ein italienisches Quartett um den Saxophonisten Francesco Bearzatti ohne Klavier, dafür mit
Trompeter. Ihr Motto war „Monk’n Roll“. Für mich war es zu viel „Roll“. Die Bläser machten ordentlich Show und auf einer Party wäre das sicher eine tolle Band. Ich allerdings möchte keine Rock’n’Roll-Beats auf dem Jazzfest hören, sondern Jazzbeats…. Die Mehrheit des Publikums war aber begeistert von den zappelnden Italienern mit ihren harten Beats und Phrasierungen, die allerdings nichts mit Monk zu tun haben.
Außer dem „Haus Der Berliner Festspiele“ beteiligen sich noch das „A-Trane“ in Charlottenburg, die „Akademie der Künste“ im Tiergarten und die „Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche“ am Berliner Jazzfest 2014.

Tiere, die im Zirkus „arbeiten“, stehen im Fokus von Tierschützern und auch die allgemeine Bevölkerung hat eine skeptische Haltung dem gegenüber. Ich liebe Tiere, reite Pferde und spende regelmäßig Geld für Tierschutzprojekte. Ich habe alle Tiere, die ich jetzt im Zirkus Krone Zoo und in der Vorführung gesehen habe, in freier Wildbahn gesehen. Also auch Löwen, Elefanten und Nashörner. Dementsprechend hatte ich zwiespältige Gefühle, ob ich mir die Tiere in einem Zirkus ansehen sollte.
Als erstes habe ich mir auf Empfehlung den Zirkus-Zoo angesehen und konnte dabei feststellen, das meiner Meinung nach, alle Tiere extrem gut gepflegt sind. Fell und Hufe der Pferde waren in einem super Zustand. Die Boxen sauber und geräumig. Die Löwen waren total entspannt und, wenn sie nicht gerade geschlafen haben, „lebendig“ und zu kleinen Scherzen aufgelegt. Überall liefen Pfleger herum, die sich um das Wohl der Tiere kümmern. Ich habe keine Neurosen an den Tieren erkennen können. Und das sieht z. B. bei unseren Zoo und Haustieren leider ganz anders aus.
Der Zirkus Krone hat auch 4 Robben und die schwimmen in einem relativ kleinem Becken. Da hatte ich dann dieses „aha“, also da ist doch was nicht ok….bis dann Robbe 1 einfach mal über den Beckenrand sprang und durch die Wohnwagen herumstolzierte. Dort von dem Pfleger belassen wurde, bis die Robbe mal wieder eine Runde schwimmen wollte. Kein Beißen, keinerlei Aggression war zu erkennen, das Gegenteil war der Fall.
Nach der Tierbesichtigung und auf Empfehlung eines Zirkus-Fachmannes habe ich mich entschlossen, mir eine Vorstellung anzusehen. Schließlich gilt der Löwendompteur Martin Lacey als der Beste der Welt und es gibt Leute, die für seine Show um die halbe Welt reisen.

Die Löwenshow war recht kurz, aber toll. Löwen sind wunderbare Tiere und wie ich schon für mich beim Zoobesuch festgestellt hatte, wirkten alle Löwen auf mich froh und munter.
Viel Spaß hat es auch gemacht, den Akrobaten zuzusehen. Die Trapezkünstler und die Jongleure waren dabei besonders spannend. Vielleicht schaut Ihr Euch ja auch mal Zirkuskunst an.



Die Natur hat uns das interessante Phänomen der Obertöne geschenkt. Ohne die natürlichen Obertöne hätten wir keine Musik, wie wir sie kennen. In der Musik sind Obertöne auch bekannt als Obertonreihe. Was genau sind Obertöne oder die Obertonreihe und wie kommen sie in der Musik vor?

Am besten lassen sie sich mit Hilfe eines akustischen Klaviers erkären: Wenn eine Taste des Pianos gedrückt wird, wird ein Seite angeschlagen, die anfängt zu schwingen und sie erzeugt mit Hilfe der Luft einen Ton. Je nach Länge der Seite wird der Ton höher oder tiefer ausfallen. Allerdings schwingen alle anderen Seiten, die höhere Töne erzeugen als die angeschlagene, mit. Die zuerst angeschlagene Seite und alle mitschwingenden Seiten verschmelzen in unseren Ohren zu einem Klang und so nehmen unsere Ohren die gesamte Tonreihe als einen einzigen Ton wahr. Dieser Ton ist immer der unterste Ton, also der Grundton. Das Mitschwingen der höheren Seiten ist aber nicht wahllos, sondern folgt physikalischen Gesetzen. Das heißt, eine ganz bestimmte Seite schwingt einer ganz bestimmten Seite in einer ganz bestimmten Reihenfolge hinterher. Diese Reihenfolge ist in der Natur unendlich. Für meinen blog-Beitrag schauen wir uns die erste wichtige Reihenfolge an: Nach dem Anschlagen des Grundtons schwingt als erstes die Quinte, dann die Quarte, dann die große Terz, dann die kleine Terz, nochmal die Frequenzen der kleinen Terz und dann die Sekunde, mit.
Theoretisch könnte sich die Reihe fortsetzen, bis wir wieder am Ausgangston der Oktave angekommen sind. Die Natur hat das allerdings anders vorgesehen und trifft den nächsten uns bekannten Ton immer etwas daneben. Die Töne setzen sich also spiralartig fort und kommen nicht bei genau der selben Frequenz des Ausgangstons an, sondern nur so ungefähr. Newton hat das schon 1704 in seinem Farb- und Tonzirkel ausgedrückt. Die Graue Fläche ist der Rest der sich als Summe zwischen den Frequenzen ergibt.
Dieser „Rest“ war lange Zeit ein Problem für Harmoniewechsel mit Tasteninstrumenten. Bis die „Wohltemperierte Stimmung“ um 1681 von Andreas Werckmeister erfunden wurde. Johann Sebastian Bach war einer der ersten, der das Potential dieser Stimmung erkannte. Bei der wohltemperierten Stimmung wurde die Quarte auf Kosten der reinen Terz entschärft, um das Spielen in allen Tonarten zu ermöglichen. Heute wird immer und überall mit der wohltemperierten Stimmung gespielt. Die Bläser, die keine Seiten haben, müssen jeden Ton mit ihrem Lippenansatz und einem guten Gehör ausgleichen und sich an das jeweilige Klavier und dessen entsprechende wohltemperierte Stimmung anpassen.
Zum Glück haben wir Schlagzeuger damit nichts zu tun. Unsere Trommeln sind ungestimmt und so brauchen wir uns um Quarten, zumindest für unser eigenes Instrument, nicht zu kümmern. Interessant ist diese Phänomen aber allemal. Ich habe hier nur einen kleinen Teil der Theorie um die Obertöne beschrieben. Wer es genau wissen möchte, muß sich dafür mindestens ein Buch besorgen.
Schlagzeug Hardware ist das Gestänge, das wir benötigen, um die Trommeln und Cymbals für uns zu positionieren. Die Hardware hat sich in den ca. 100 Jahren, seit es das Schlagzeug gibt, enorm verbessert. Zu Beginn des Schlagzeugs gab es nur leichte, einfache Ständer und Halterungen, die nach relativ kurzer Zeit ausgeleiert waren und nur noch mit Tricks die Trommel oder das Cymbal in Ihrer gewünschten Position hielten, falls die gewünschte Position überhaupt erreicht worden war. Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, seine Schlagzeuginstrumente um sich herum zu drapieren. Ausgesucht wird die Hardware nach Bedarf und dem zur Verfügung stehenden Budget. Dabei ist die teuerste Hardware nicht immer die Beste und günstige Hardware kann durchaus ein Leben lang halten. Wenn !! der Schlagzeuger die Hardware auch richtig benutzt. Das ist ein wichtiges Thema, besonders mit meinen Schülern. Viele meiner Schüler denken natürlich erstmal daran, die Aufgabe zu spielen und nicht daran, wie sie mit der Hardware umgehen. Dementsprechend werden die Befestigungsschrauben vor dem Verstellen, z.B. für die Höhe, nicht richtig geöffnet, oder auch schon mal gar nicht. Dann wird stattdessen an den Einzelteilen gezogen und gezerrt. Und damit werden auf Dauer auch die stabilsten Halterungen zerstört.

Eine wichtige Neuerung ist das Rack. Das ist eine Stange die in einem Halbkreis angebracht werden kann und an denen Trommeln und Cymbals befestigt werden können. Im Gegensatz zu der auf der Bassdrum angebrachten Halterung für die Hängetoms, gib es mit einem Rack viel mehr Möglichkeiten sie so anzubringen, dass sie gut erreicht und somit bequem gespielt werden können. Auch relativ neu ist es, die Standtom nicht mehr auf drei Beinen stehen zu lassen, sondern auch an einen Ständer anzuhängen.

Statt einfache Streben gibt es jetzt auch doppelstrebige Cymbal- und Tomständer. Die Doppelstreben, die sich unten am Ständer befinden, machen den Stand schwerer und stabiler, aber nehmen auch mehr Platz ein.
Für mich persönlich waren das Kugelgelenk und die Memoryklammer

eine der besten Erfindungen für die Schlagzeug-Hardware. Mit dem Kugelgelenk können Toms millimetergenau eingestellt werden. Davor gab es Gelenke, die Zähne hatten, in denen die weiterführende Stange einrasten mußte. Damit war die Einstellungsmöglichkeit viel begrenzter.
Die Memory Klammer ist eine Metallschnalle, die die Einstellung zwischen zwei Stangen markiert.

Einmal eingestellt, kann das Gestänge mit ihr schnell wieder in der gewünschten Position befestigt werden, auch wenn die ganze Hardware abgebaut wurde. Für welche Hardware sich jemand entscheidet, hängt stark vom Typ des Spielers ab und auch welche Musik er damit spielen möchte. Ein Jazzdrummer entscheidet sich selten für doppelstrebige Hardware und ein Heavy Rock Drummer wird sich sehr wahrscheinlich über meine ultraleichten Cymbalständer schlapp lachen…..
Eine ganz wichtige Hardware für das Schlagzeugspiel sind die Pedale.

Der Hi-Hat-Ständer hat ein Pedal zum Öffnen und Schließen der Cymbals. Im Jazz kann für das Öffnen und Schließen auf den Beats die Wipptechnik gespielt werden. Auf 1 und 3 sind die Cymbals geöffnet, auf 2 und 4 geschlossen.


Die Bassdrum wird mit einem Pedal angespielt. Dieses Modell spiele ich schon sehr lange und trotz schlechter Pflege läuft es immer noch einwandfrei.

Dann gibt es noch das Doppelfußpedal mit dem „Doublebass“ auf nur einer Bassdrum gespielt werden kann.
Meine Empfehlung ist, nicht an den Pedalen zu sparen. Die Pedale müssen zu den Füßen passen, zur gespielten Musik und sie müssen auf den Spieler schnell reagieren können.