Transkription – drums transkribieren

Die Schlagzeugstimme aus einem Lied herauszuschreiben wird Transkription genannt. Eine Transkription zu erstellen gehört zu einer Schlagzeugausbildung dazu. Wer es sich einfach macht und die Schlagzeugstimme im Internet sucht um diese nachzuspielen, verpasst einen ganz wichtigen Teil des Lernens.

Folgendes kann der Musikinteressierte bei dem erstellen einer Transkription lernen.

Hörprobleme

Das Ohr schulen

Unser Ohr hört natürlich erstmal grundsätzlich alles. Die Schwierigkeit liegt aber darin, das Gehörte zuzuordnen. Und diese Fähigkeit wird durch das Transkribieren gelernt. Je öfter wir etwas anhören, umso deutlicher können wir die vielen unterschiedlichen Frequenzen auseinander halten. Dann müssen wir die Rhythmen des Schlagzeugs noch erkennen und aufschreiben.

Notieren lernen

schlagzeugunterricht berlin

Können wir uns ein Bild von der Musik machen, die wir hören, indem wir den Rhythmus aufschreiben, stabilisiert das unseren eigenen Rhythmus. Mit dem Aufschreiben der Musik die wir hören, überprüfen wir ob wir den Rhythmus verstanden haben. Erst dann können wir ihn auch korrekt spielen.

doublebass

Sich selbst einschätzen lernen

Sich selbst einschätzen zu können, ist ein wichtiger Schritt zum guten Musiker. Nur wenn ich höre was schief läuft, oder besser gesagt, schief klingt, kann ich daran arbeiten und es verbessern. Nimmt der Schüler sich eine zu schwierige Transkription vor und kann sie darum nicht fertig stellen, kann der Schüler die Schlagzeugstimme sehr wahrscheinlich nicht korrekt nachspielen. Darum lohnt es sich auch nicht, die Schlagzeugstimme eines Liedes aus dem Internet herauszukopieren und dann zu spielen. Besser ist es dann, ein Lied zu finden, dass zu den Fähigkeiten passt. Mit Übung kann dann der Schwierigkeitsgrad der Transkription erhöht werden.

Die erste Transkription

Wer zum ersten mal ein Schlagzeug transkribiert, sollte mit einem langsamen, klarem Schlagzeugrhythmus beginnen. Sinnvoll ist es auch, die erste Transkription mit Hilfe eines guten Lehrers herauszuschreiben. Dabei sollte der Lehrer auf keinen Fall dem Schüler die Arbeit abnehmen, sonderen ihn nur dabei unterstützen!

 

 

 

Tinnitus

Tinnitus ist nicht nur ein Problem für Musiker, sondern für alle, die regelmäßig einer zu großen Lautstärke ausgesetzt sind. Dabei ist nicht immer nur die Dauer entscheidend, sondern, wie z.B: bei Jägern, dass die Lautstärke plötzlich auf das Ohr zukommt.
Unser Ohr kann Lautstärke viel besser verkraften, wenn diese langsam gesteigert wird. Also praktisch, wenn das Ohr in Lautstärke-Schritten an eine hohe Dezibel-Zahl herangeführt wird. Völlig unverständlich ist es darum, dass sehr viele Musiker vom ersten Ton an ihre Amplifier hochdrehen und sofort, in einer für das Ohr untragbaren Dezibelzahl, beginnen. Vernünftiger wäre, im übrigen auch für Konzerte, relativ leise zu beginnen und während der Session oder dem Konzert die Lautstärke zu steigern.

Auch die Dauer der Lautstärke ist natürlich entscheidend ob das Ohr so stark belastet wird, dass es krank wird und mit Pfeifen oder Brummen darauf reagiert. Hier sind z.B. Bläser die in einer Big Band spielen und Schlagzeuger besonders gefährdet. Tinnitus

Bläser, weil Ihnen ständig von hinten ein anderes Blasinstrument in ihr Ohr spielt und Schlagzeuger, weil ihr Instrument sehr oft laut gespielt werden muß und selbst Ohrschutz nicht genügend Dezibel mindern kann. Ein Schlagzeuger spielt bei einer Probe oder einem Gig ca. 120 Dezibel, ein sehr guter Gehörschutz mindert maximal 30 Dezibel, bleiben immer noch 90 übrig. Diese Lautstärke wird dann für 1-2 Stunden vom Ohr ausgehalten. Und das ist immer noch viel zu laut. Bei professionellen Schlagzeugern ist das tägliche Routine. Auch wenn ein professioneller Schlagzeuger viel auf einem leisen Pad übt, muß er regelmäßig laut spielen. Schon allein um die Technik und die Kraft für seine Arbeit zu haben.

Allerdings ist nicht immer nur die Lautstärke für ein Pfeifen im Ohr verantwortlich. Veranlagung spielt sicher eine Rolle und Verspannungen der Muskulatur sind nicht zu unterschätzen. Auch geht nicht jedes Pfeifen oder Zischen vom Ohr aus. Falsche Übertragung von bestimmten Nerven in das Gehirn sind nicht selten der Auslöser und können alle Personengruppen treffen.

Nicht nur, dass der Sound nicht besonders gut war, war eines der lautesten Konzerte, das ich gehört habe (oder hören wollte), das von Salif Keita. Er spielte im Haus der Kulturen der Welt im Berliner Tiergarten. Warum es so war, konnte ich nicht herausfinden, mußte den Saal aber auf Grund der enormen Lautstärke verlassen, obwohl ich Hörschutz getragen habe!  Auch in der hintersten Ecke war es mir nicht möglich, zu bleiben.

auf die pauke haun

Karneval 2016 am Sonntag in Berlin

Heute am Sonntag auf dem Karneval der Kulturen gab es sehr Schönes zu sehen und zu hören. Es gab sowohl auf der Farafina-Bühne, als auch auf meinem Lieblingsplatz, dem Blücherplatz, einige musikalische Highlights. Einzig das Wetter spielte nicht mit. Zwar schien auch ab und zu die Sonne, aber es war kalt wie im Winter und zwischendurch gab es so starke Windböen, dass ich befürchtete, das Fest würde abgebrochen werden. Dem war nicht so und die extreme Kälte lies sich durch Tanzen dann auch ganz gut ertragen.

Großes Glück hatte ich am frühen Nachmittag, als auf der Wiese vom Blücherplatz die senegalesischen Musiker um den Meistertrommler Yorro Mbaye herum, vor allen anderen zu spielen begannen.

Trommeln lernen
Die senegalesischen Musiker fangen gleich an zu spielen.

Am Nachmittag spielte die Band Kutinya  aus Simbabwe Musik auf Marimbas und Daumenklavieren auf der Farafina Bühne.

guter musikunterricht
Kutinya ist ein außergewöhnliches Ensemble aus Simbabwe

Wieder auf dem Blücherplatz zurück spielten jetzt auch die Musiker aus Guinea um Djembefola und „Master of Ceremonie“  Siaka Kouyate.

kein Talent
Djembefola Siaka Kouyate spielt hier Kenkeni

 

musik coach
Trommeln und Tanzen gehören zusammen

Ganz viel Spaß haben auch Francisco Fuala & seine Band gebracht. Sie spielten Rumba und Soukous aus Angola und Kongo und hatten zwei klasse Tänzerinnen mit dabei. natürlich spielten, tanzten und sange die Band auf der Farafina Bühne.

Bandcoaching
Francisco Fuala ist seit 25 Jahren Berliner.

 

Morgen gibt es nochmal einen verkürzten Festtag. Wer also noch nicht dagewesen ist, überlegt sich vielleicht die letzte Gelegenheit für dieses Jahr zu nutzen.

 

Karneval Berlin 2016

Samba
Samba darf auf dem Karneval nicht fehlen

Es ist wieder soweit, gestern Abend hat der Berliner Karneval begonnen. Wie immer findet er in Kreuzberg um den Blücherplatz herum, statt. Ich bin gleich am Freitag Abend auf dem Fest herumgestreift und habe einige Eindrücke festgehalten.

 

 

 

Als erstes suche ich mir etwas leckeres zum Essen. Es gibt eine riesige Auswahl und ich denke für jeden Hungrigen ist etwas dabei.

afro cuban beat
Afrikanisches Essen
Musik machen
Vom Grill
guter schlagzeugunterricht
Oder vom Clown das Pizzabrot

Ich hatte mich aber für ein schnödes Schweizer Raclette mit Kartoffeln entschieden. Das war super lecker.

Jetzt zur Musik: Als erstes ist mir ein Perkussion-Duo aufgefallen. Die Zwei haben sich ein wirklich aussergewöhnliches „Perkussions-Mobil“ gebaut und spielten eine Art von Samba-Hip-Hop.

Trio
Das Perkussionsmobil

Auf dem Fest gibt es mehrere Bühnen die jede ein bestimmtes Motto hat. Z.B. auf der Latinauta-Bühne Wird Latin-Musik gespielt, z.b. Samba.

Meine liebste Bühne ist aber auf jeden Fall die Afrikanische, die Farafina Bühne. Freitag Abend spielte dort eine fetzige große Band die Musik zwischen Afro und Raggae zum besten gab und damit gute Laune verbreitete.

Publikum
Der Sänger hatte viel Energie und heizte dem Publikum ordentlich ein,

hobbymusiker

perkussionsinstrumente
mit zwei Mann an der Perkussion.

 

Neben der Musik zu hören, gab es auch viel zu kaufen.

Gitarrist
z.B. kleine Gitarren
Djembe spielen
oder eine dieser kleinen Trommeln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und wer gerade nichts kaufen oder irgendwas möchte, der „hängt eben einfach nur aus.“

drums and bass

Bunt ist es auf jeden Fall immer.

Sticks

gesundbrunnen

bandauftritt
Und auch Echte Lampenschirme gibt es dort zu sehen.

Berliner „Vietnamesenmarkt“ 2

Heute war ich mal wieder beim Berliner Vietnamesenmarkt in Lichtenberg. Auch dieser Besuch war interessant und fühlte sich an wie Urlaub in Asien. Ich wollte auf jeden Fall Bananen kaufen. Echte Bananen, Bananen, die nicht von Chiquita oder Dole angebaut wurden, Bananen, die nicht in Größe, Länge usw. optimiert worden sind.

Ich wurde fündig und habe stolze 21€ für dieses Stück einer Staude bezahlt. einzelunterrichtMir wurde gesagt, dass die Bananen 4 Tage brauchen um auszureifen und das stimmte. Ich hatte genau nach 4 Tagen, zwar keine „Quitschegelben“ Bananen, dafür aber super leckere!

Als nächste kulinarische Expedition kam der Vietnamesische Kaffee dran. So eine Art der Zubereitung kannte ich noch nicht, aber nach einigen Missverständnissen und einer extra kleinen Kanne mit zusätzlichem heissen Wasser, schmeckte der in originalem Geschirr zubereitete Kaffee ganz wunderbar.

Hier seht Ihr es:

schlagzeug ausprobieren

Der Kaffeefilter von oben gesehen:

drumcoach

So lange es den Markt noch so gibt, empfehle ich, mal vorbeizuschauen.

 

Terri Lyne Carrington – Schlagzeugerin

Terri Lyne Carrington ist eine der wenigen international bekannten Schlagzeugerinnen. Sie spielte schon mit vielen Stars der Musikszene. U.a. begleitete sie solche Musikgrößen wie Wayne Shorter, Herbie Hancock und Diane Reeves. Sie spielt aber nicht nur hervorragend Drums, komponiert, arrangiert und produziert, sondern bringt auch regelmäßig Ihre eigenen CD’s auf den Markt. Ihre neueste CD heißt Love and Soul und ist Teil ihres The Mosaic Projects. Dieses Projekt ist ausschliesslich mit Musikerinnen vorgesehen und so hat sie wieder die weibliche Creme de la Creme eingeladen, um mit ihr zu musizieren. Im Gegensatz zur jazzorientierten vorherigen CD ist Love and Soul, wie der Name erraten lässt, dem Pop, Soul und R&B gewidmet.

Natürlich hat die Musik ihren amerikanischen Sound, steckt aber voller schöner Ideen und wundervollem Gesang und Schlagzeug.

Schlagzeugunterricht Preise in Berlin

Das Honorar für Musikunterricht ist in Berlin relativ niedrig. Das liegt sicher zum einen an den vielen ausländischen Musikern, die nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten und zu musizieren. Sehr oft suchen sie sich dann die Hauptstadt aus, um in den  Genuss der großen musikalischen Vielfalt Berlins zu kommen. Um dann „Fuß zu fassen“ bieten viele neu zugezogenen Musiker ihre Dienste als Musiklehrer an und um schnell viele Schüler zu generieren, unterrichten sie dann häufig für einen sehr niedrigen Stundenlohn.

Ob dieser Umstand ein gute Sache für Menschen ist, die ein Instrument lernen möchten, hängt natürlich auch vom Einzelfall ab. In der Regel denke ich aber, dass ein guter Lehrer immer einen guten Stundenlohn verlangen wird und auch verlangen kann, denn seine Schüler werden lange bei ihm bleiben und somit werden freie Plätze schwieriger zu ergattern sein.

Aus verschiedenen Gründen lohnt es sich nicht, am Musikunterricht zu sparen. Musiker die für wenig Geld unterrichten, tun dies in der Regel nur für einen kurzen Zeitraum und das bedeutet dann für den Schüler, die Schülerin, sich bald wieder jemand anderen suchen zu müssen. Günstige Schlagzeuglehrer (aber nicht nur diese!) unterrichten auch oft nicht gern und nur aus der Not heraus und sobald es ein Konzert zu spielen gibt, sind die Schüler vergessen.

Was aber sind denn nun genau die Preise für Schlagzeugunterricht in Berlin? Es gibt Angebote ab 10€ für eine ganze Stunde! Dies kann nur bedeuten, dass der sogenannte Lehrer/Lehrerin, Hobbymusiker sind. Im schlimmsten Fall können sie selbst kaum spielen. Im übrigen wäre es kaum möglich, mit diesem Stundensatz als Selbstständiger die nötigen Sozialbeiträge abzuführen, die Einkünfte zu versteuern und dann noch davon zu leben. Bei Angeboten in dieser Preisklasse wird der Lebensunterhalt in der Regel auf anderem Wege bestritten.

Studierte und spielende Schlagzeuger nehmen dagegen schon mal 45€ für 45min Unterricht. Das klingt zwar nach viel, kann aber durchaus berechtigt sein. Schließlich kann eine gute musikalische Ausbildung ganz entscheidend für die weitere Entwicklung und den Erfolg eines Menschen sein. Besonders Kinder profitieren nicht unerheblich davon. Aber auch die Höhe des Honorars sagt nicht unbedingt etwas über die Qualität des Unterrichts aus. Wie ein guter Schlagzeuglehrer erkannt wird, dazu habe ich schon einen Beitrag veröffentlicht. Ein „echter“, seriöser Musiklehrer wird durchschnittlich 35€ für eine einzelne Unterrichststunde verlangen. Ein  monatlicher Beitrag  wird sich zwischen 82€ und 92€ belaufen.

Oft entscheiden sich zukünftige Schüler und Schülerinnen für einen Lehrer, zu dem der Weg nicht zu weit ist. Hier lautet auf jeden Fall mein persönliches Motto: Für einen guten Lehrer fahre ich auch in eine andere Stadt!

 

Schlagzeuger Christian Lillinger

Foto: OhWeh

Christian Lillinger ist in Berlin ein fast schon berühmter Schlagzeuger und in der Jazz-Szene auf jeden Fall einer der gefragtesten.

Geboren 1984 in Lübben ist er nicht nur ein Schlagzeuger der neuen Improvisationsmusik, sondern komponiert auch selbst. Er spielt unter anderem mit dem international bekannten Klarinettisten Rolf Kühn und hat darüber hinaus auch seine eigene Band. Sein neuestes Album heißt Grund, für das er alle Stücke komponiert hat. Die Musik auf diesem Album ist reich an Überraschungen und erinnert ein wenig an Eric Dolphies Musik.

Sein Schlagzeugstudium absolvierte er an der Hochschule in Dresden. Bereits in sehr jungen Jahren war er zwischen 2001 und 2003 Mitglied der Union Deutscher Jazzmusiker und im Bundesjugendorchester.

Christian Lillinger ist Preisträger des „Leipziger Improvisationswettbewerbs“ des Jahres 2001. Weiterhin wurde er als Preisträger des Kompositionstipendiums des Berliner Senats 2013 ausgezeichnet.

Schön solch ein Ausnahmetalent in Berlin zu wissen und ich denke, wir können noch mehr interessantes von diesem Schlagzeuger erwarten.

Richard Williams und Berlin (Jazzfest)

drumcoach berlin
Foto:Jirka Jansch/Berliner Festspiele

Richard Williams ist britischer Journalist und hat Bücher über Miles Davis und Bob Dylan geschrieben, war für Zeitschriften wie den Melody Maker, Time Out, Guardian und Times tätig. Für den Hörfunk produzierte er Beiträge für „Jazz Club“ und „Jazz in Britain“. Zudem war er auch A&R-Manager für Island Records. Jetzt gestaltete er das Jazzfest 2015 in Berlin und wird diese Arbeit auch noch die nächsten zwei Jahre tun. Es ist das erste Mal, dass er ein Jazzfestival organsiert. Das er für 3 Jahre für Island Records tätig war, ist mittlerweile eine lange Zeit her (in den 70ern) und eigentlich seine einzige Erfahrung im Musikbusiness. Bis zu seinem Engagement für das Berliner Jazzfest war er dann 20 Jahre Sportjournalist. Dass das Jazzfest dann trotzdem ein Erfolg wurde, liegt natürlich zum einen daran, dass es das einzige Musikfest in dieser Richtung ist, aber zum anderen auch daran weil er Musik liebt und sich voller Enthusiasmus in seine neue Aufgabe gestürzt hat. In einem Interview sagt er über seine Auswahl der Musiker: „Ich wollte mit dem Programm einfach nur nach vorne schauen. Die Tradition dieser Musik ist in den Musikern selbst, dafür braucht man nicht ständig zurückzuschauen.“ Schade, dass er heutigen, an den Swing angelehnten Jazz als zurückschauen hält. In meinen Augen gibt es so etwas nicht und leider gibt es in Berlin keine andere Möglichkeit als für das Jazzfest wirklich mal Jazz, wie er in Amerika gespielt wird, zu hören. Schauen, oder besser hören wir mal, ob es im nächsten Jahr nicht doch wieder mehr Jazzrhythmus und Standardformen gibt.

 

 

Europäische Jazzlegenden

Sehr wenige europäische Jazzmusiker können sich international behaupten, bzw. können mit den amerikanischen Jazzmusikern in einem Atemzug genannt werden. Die deutschen Jazzer Rolf Kühn, Alexander von Schlippenbach und Uli Beckerhoff gehören zweifellos dazu. Alle drei Musiker waren Wegbereiter des europäischen Jazz und arbeiten auch noch auf ihre doch schon etwas älteren Tage, fleissig und mit Neugier an ihrer Musik.

Rolf Kühn ist Klarinettist und entstammt einer Akrobatenfamilie. Er lebt in Berlin-Charlottenburg und übt mit seiner Klarinette im Gebäude des ehemaligen RIAS, wann immer es ihm möglich ist. Er sagt, die Klarinette ist im Gegensatz zum Saxophon nicht so biegsam und es bedarf einer gewissen Ausdauer, um das Instrument unter Kontrolle zu bekommen. Disziplin ist der Trick, um ein Instrument spielen zu können, wenn es denn als Trick bezeichnet werden kann. Rolf Kühn hat mit seinem Berliner Quartett die CD „Stereo“ aufgenommen. Die Band besteht neben Rolf aus dem Gitarristen Ronny Graupe, dem Bassisten Johannes Fink und dem Schlagzeuger Christian Lillinger. Selbstverständlich wird hier improvisiert was das Instrument hergibt.

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Alexander von Schlippenbach ist Pianist und mit der ebenfalls bekannten Pianistin Aki Takase ein Paar. „Schlippi“, wie ihn einige Freunde nennen, ist in Berlin geboren aber in Oberbayern aufgewachsen. Sein Vater spielte Akkordeon, doch die Faszination der Musik entfachte ein bayerischer Volkssänger, Roider Jackl. Mit dem Klavierspielen ging es erst bei ihm los als er acht Jahre alt war und Unterricht bekam. Swing ist für ihn ein elementares Jazzelement und hier ist er deutlich von Oscar Peterson  beeinflusst. Seine Berliner Band ist auch ein Quartett und besteht neben ihm am Piano aus Rudi Mahall an der Bassklarinette, Antonio Borghini am Bass und Heinrich Köbberling am Schlagzeug.

 

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Ursprünglich aus Münster kommend, lebt Uli Beckerhof jetzt in Bremen. In jungen Jahren hatte er Jura studiert, bis er sich praktisch aus dem nichts heraus, dafür entschied, Berufsmusiker, Trompeter, zu werden. Inzwischen wird er auch der deutsche Miles Davis genannt. Zu seinem Instrument sagt er : „Die Trompete brauche ich, egal, wie sehr sie mich auch quält.“ Sein neuestes Album heißt „Heroes“ und ist bewusst stilverbindend. Es ist eine akustische Hommage an von ihm bewunderte Kollegen wie Keith Jarrett und Jimi Hendrix und an geschätzte, befreundete Kollegen wie  Kenny Wheeler und Arve Henriksen.