Bossanova

Bossanova ist ein Musikstil, der in Brasilien entwickelt wurde. Antonio Carlos Jobim (1927-1994), ein Gitarrist, Pianist, Komponist und Sänger der Brasilianischen Musikszene in Rio De Janeiro ist ein Musiker der maßgeblich an der Entwicklung und der Verbreitung des Bossanova beteiligt war.

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Vor dem Bossanova war Samba ein weit verbreiteter Musikstil in Lateinamerika. Samba ist ein sehr alter traditioneller Groove und wurde und wird immer weiter entwickelt. Samba ist grundsätzlich ein sehr schneller Beat, der darum in halben Noten gefühlt und gespielt wird. Samba wurde und wird über eine flexible Clave gespielt, das ist besonders in modernen Kompositionen nicht immer eindeutig zu hören, da die Samba-Clave sehr große Spielräume zulässt.

In den späten 1950er Jahren änderte sich die Stimmung in der gebildeten Mittelschicht rund um die Copacabana in Rio de Janeiro. Es wurde nach einem neuen, ruhigeren Musikstil zwischen Jazz und Samba gesucht. Der Bossanova entstand und als erstes Bossa-Nova Lied gilt Chega de Saudade, geschrieben von A.C. Jobim und Vinicius de Moraes (1913-1980) , ein Dichter und Sänger der auch der Musikszene Rio de Janeiros angehörte .

Was genau defeniert nun den Bossanova?

Im Gegensatz zur Samba wird der Bossanova nicht mit Clave, das ist ein weitestgehend feststehender Rhythmus über die die Musik gespielt wird, gespielt. Auch wenn das in manchen Schlagzeugbüchern anders dargestellt wird, Bossanova ist wie der Jazz eine Improvisationsmusik und hat keine Clave an die sich die Improvisation halten muß. Und der Bossanova ist langsamer als Samba. Während Samba oft bei Halben von 210 Beats per Minute gespielt wird, gilt ein Bossanova schon als schnellerer Rhythmus wenn die Viertel 180 bpm betragen, also die Halben sind dann im 90 bpm Tempo.

Bossanova wird meist in Achteln gespielt, im 4/4tel-Takt und als zweitaktige Phrase. Von der Samba hat der Bossa die Schwerpunkte der halben Note übernommen, die sich in der Fußbegleitung wieder spiegelt, und den binären Rhythmus. Der Jazz hat seine Harmonik beigetragen.

Wie schon erwähnt ist auch der Bossanova eine Improvisationsmusik und hat somit kaum Grenzen in der Gestaltung. Natürlich sollte immer noch der Stil zu erkennen sein, denn sonst haben wir freie Improvisation.

Es gibt aber einen Beginner-Bossa-Nova, bzw. einen Bossa-Nova-Rhythmus, der immer wieder in Schulbüchern auftaucht und den auch ich mit meinen Schülern als erstes erlerne. Er ist definitiv ein Groove für Fortgeschrittene denn die Koordination ist schon recht anspruchsvoll.

Das ist der Schul-Bossa-Nova

Der Fuß spielt den Bass auf 1 und 3 und dazu die + davor, als 1, 2+, 3, 4+, usw…

Die Hi-Hat spielt mit der Wipp-Technik auf 2 und 4, dass sind die Jazz-Off-Beats.

Das Ride-Cymbal, bzw. der Schlagzeuger, spielt alle Achtel auf dem Ride Cymbal und auf dem Rim der Snare wird die sogenannte “Bossanova-Clave” dazu geschlagen. Die Schläge sind im ersten Takt auf 1, 2+, 4 und im zweiten Takt auf 2, 3+. Die Takte können auch vertauscht werden wenn die zu begleitende Melodie er verlangt.

 in Bossanova

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