Tommy Johnson-Big Road Blues

Durch die Wanderbewegung bestimmter Schichten der afro-amerikanischen Bevölkerung ist ein eigenes Blues-Thema entstanden. Schwarze Männer waren zur Zeit der Entwicklung des Blues oft auf der Suche nach Brot und Lohn und einem besseren Leben. Musiker die wie die sogenannten “Hoboes” für ihre Suche auf Güterwagen sprangen um mitzufahren, haben eine ganz eigene Folklore entwickelt. Nicht selten war nicht nur die Suche nach einem besseren Leben der Grund für die Weiterreise, sondern auch persönliche Miseren verantwortlich. Auch einer der Musiker die ihre Heimat verließen war Tommy Johnson.

A-304301-1128172054 Jpeg-197x300 in Tommy Johnson-Big Road Blues Der Big Road Blues geschrieben von Tommy Johnson gehört zum Blues der Wanderbewegung. Der Text der ersten Strophe ist folgender:

Cryin’ ain’t goin down this big road by myself,
now don’t you hear me talkin pretty Mama?
Lord ain’t goin down this big road by myself.
If i don’t carr’ you gon’ carr’ somebody else.

Musikalisch ist dieser Blues ein klassischer 12-Takter. Textlich besteht die Besonderheit in der Vergrößerung der zweiten Zeile durch die rückversichernde Frage: “Kannst du mich hören-hörst du nicht?” Dadurch erhält das Lied den Charakter großer Eindringlichkeit, es ist dem Sänger sehr ernst mit seinem Problem. Das Lied ist am Übergang zwischen nicht-thematischen und thematischen Blues angesiedelt. Das Straßenthema und das böse Mädchenthema vereinen sich im Text, dahinter wird der gemeinsame Topos sichtbar, der dem Stück Zusammenhang verleiht. Anstelle einer konsequenten Argumentation arbeitet der Sänger mit sporadischen Strophen sprichwörtlicher oder redensartiger Bedeutung.

Tommy Johnson wurde 1896 geboren und entstammte einer kinderreichen Familie von Farmern. Er begann um ca. 1910/1911 Gitarre zu spielen. Er wurde ein einflussreicher US-amerikanischer Blues-Gitarrist und Sänger. Zusammen mit Son House und Charley Patton war er auch einer der führenden Musiker des Delta Blues. Zurück in Terry, was sein Geburtsort in Mississippi war, starb er 1956.

Zum Mythos Tommy Johnson gehört nicht nur seine Musik, sondern auch seine akrobatischen Auftritte, seine unzähligen Affären, sein schwerer Alkoholkonsum und nicht zuletzt durch die von ihm selbst in die Welt gesetzte Legende, dass er dem Teufel seine Seele verkauft habe, um den Blues richtig spielen zu können.

Johnson hatte nicht einmal halt vor geliertem Brennspiritus gemacht, der unter dem Markennamen „Sterno Canned Heat“ in Blechdosen ausgeliefert wurde und den er – mit Wasser verdünnt – als billigen Schnapsersatz trank. Diesem „Getränk“ setzte Johnson in seinem Canned Heat Blues ein „Denkmal“.

1986 wurde Tommy Johnson in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

 

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