Globe Unity Orchestra

“Das kosmische Auge im Mittelpunkt und an der Peripherie der Kugel sieht Strukturen gleichzeitig von allen Seiten. Aus der göttlichen Gleichgültigkeit der Kugel schießen die Soli mit dem Gestus der Revolte. Sie ziehen ihre Bögen nach dem Abbild des Lebens.” Dieses doch recht abstrakte Zitat kommt vom Gründer des Globe Unity Orchesters, Alexander von Schlippenbach. Danijazzfstsez13-1024x680 in Globe Unity OrchestraDas Orchester entstand aus einer Auftragsarbeit für das Berliner Jazzfest im Jahr 1966 und feierte in diesem Jahr sein 50 Jährige Bestehen. Bei solch einer Bandgeschichte bleibt es natürlich nicht aus, dass die Musiker im Laufe der Zeit immer mal wechselten.

Die Reaktionen auf dieses Konzert waren so vielfältig wie die Soli der Musiker. Tumulte, wütende Beschimpfungen und begeisterter Zuspruch waren das Ergebnis. Der deutsche Free Jazz der sechziger Jahre spaltete das Publikum in die einen, die nur Krach hörten, und die anderen, die sich angesprochen fühlten von den wilden, unerhörten Klängen die sich als neue Richtung im Jazz beweisen wollten.

Auch 50 Jahre später sollte es nicht anders sein. Ob der direkte Wechsel von dem wunderbaren ohrschmeichelnden Duo Brad Mehldau und Joshua Redman zu dem lärmenden Globe Unity Orchestra extra gewählt wurde oder eventuell durch die Reisepläne des amerikanischen Duos bedingt waren, wissen wir nicht, aber nicht alle aus dem Publikums waren von dem krassen Gegensatz begeistert und viele verließen nach den ersten Tönen der “Improvisationstruppe” den Saal.

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Allerdings bis heute immer noch dabei, der Pianist, Komponist und Bandleader Alexander von Schlippenbach, der das Orchester vom Free-Jazz a la Peter Brötzmann in den Free-Jazz a la Schlippenbach führte. Einige Jahre (1970-1977) spielte das Orchester unter der Leitung von Peter Kowald, der sich mehr auf festgeschriebene Kompositionen verlassen hat. Danach wieder unter der Regie von Schlippenbach wurde das Orchester wieder voll und ganz von der Improvisation beherrscht, wobei es keine fixen Kompositionen gibt und die Musik von den langjährigen Erfahrungen der Jazzmusiker lebt. Da das Orchester auch von Musikerinnen befreit ist, lässt es sich in höchster Testosteron-Manier improvisieren. Als “Orchester-Unikat” steuert das Globe Unity Orchestra sicher einen Beitrag zur musikalischen Vielfalt bei.

 

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