Standard Jazz

Joshua RedmanAm Freitag, den 4. November 2016 eröffneten Joshua Redman und Brad Mehldau den Abend. Ich hatte die beiden schon vor ein paar Jahren in der Philharmonie gehört und war von diesem Duo total begeistert. Joshua Redman spielt Sopran- und Tenorsaxophon und klingt mit beiden Hörnern einfach nur wunderschön.

MusikunterrichtDieses herrlich aufeinander abgestimmte Duo improvisiert Jazzthemen mit enormer Leichtigkeit und großer Kreativität. Dabei verfallen sie nicht in den Fehler, etwas zeigen zu wollen oder ein bestimmtes Jazzvokabular in den Musiktext unter zu bringen, sondern lassen sich von der Musik führen. Und weil ihnen nach eigenen Worten das Publikum nicht nur wichtig, sondern der Motor für ihr Spielen ist, spricht ihre Musik das Publikum an. Auch auf der großen Bühne des Berliner Jazzfests im Haus der Berliner Festspiele war das Publikum begeistert. Wer gern Jazz hört und gestern nicht dabei sein konnte, dem empfehle ich Ausschau zu halten nach dem nächsten Konzert.

jazzduo

Das auf diesen Auftritt folgende Globe Unity Orchestra wurde vor 50 Jahren von dem Pianisten Alexander von Schlippenbach gegründet. Alexander von SchlippenbachDas Orchester, das aus 15 Bläsern, dem Pianisten und zwei Schlagzeugern besteht, hat sich dem kollektiven Improvisieren verschrieben und befindet sich auf jeden Fall im Bereich des Free-Jazz. Das es da laut zu ging, dürften sich alle nicht Anwesenden denken können. Dass sehr viele Zuhörer während des Auftritts den Saal verlassen haben, wissen wohl eher die Anwesenden. Das Orchester besteht überwiegend aus deutschen Musikern, zB. auch dem legendären Rudi Mahall an der Bassklarinette.  Rudi MahallDenn obwohl alle sowieso ununterbrochen improvisierten, kam immer mal ein Bläser nach vorn, um dann besonders im Vordergrund zu stehen.

Das Orchester war ungewöhnlich aufgestellt und die Bläser bewegten sich immer mal wieder durch den Raum um andere Räume und Plätze für sich zu finden. Die Schlagzeuger standen relativ weit voneinander entfernt und es stellte sich die Frage, ob sie überhaupt etwas voneinander hören konnten.

Links hinten, Paul Lytton am Schlagzeug paul lyttonPaul Lovens rechts vorn am Schlagzeug

paul lovens drummer

Es gab dann noch die Pianistin Myra Melford aus Chicago zu hören mit Ihrer Band Myra Melford’s Snowy Egret.

Berliner Jazz Fest 2016
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