Das Berliner Stadtschloss und sein „Holzschatz“

Wenn Ihr in der letzten Zeit mal wieder im Zentrum Berlins unterwegs gewesen ward, habt Ihr es sicherlich gesehen: Am Schlossplatz wächst unaufhörlich das Humboldt-Forum in die Höhe. Oder, so wie viele es sehen, der (zumindest teilweise) „Wiederaufbau“ des historischen Berliner Stadtschlosses.
Wenn man den Boulevard Unter den Linden Richtung Alexanderplatz hochfährt, wird man bald wieder die massive Fassade des Berliner Stadtschlosses erblicken (die Rückseite wird eine moderne Fassade erhalten).

Berliner Stadtschloss
Stadtschloss Berlin mit dem „Schlossholz“ darunter

Bei den Bauarbeiten an dem Schloss wurden die historischen Stützpfähle aus jahrhundertealtem Holz geborgen. Das Holz wurde zur Stützung der Erweiterung des Stadtschlosses Ende des 17. Jahrhunderts (zwischen 1680 und 1710) in den sumpfigen Boden gerammt und trug die folgenden Jahrhunderte sowohl das Stadtschloss, als auch den Palast der Republik zu DDR-Zeiten.

Berliner Stadtschloss, Berliner Schloss
Ein Gründungspfahl vom Berliner Stadtschloss

Einer der Gründungspfähle des Berliner Schlosses: Von Hand gefällt, angespitzt und ohne elektrischen Maschinen in den Boden gerammt.

Die Holzpfähle waren komplett unterhalb der Grundwasserlinie verbaut und dadurch hat sich das Holz sehr gut erhalten. Normalerweise ist Holz, das so alt ist, nur selten noch zu gebrauchen. Dieses hier ist qualitativ „modernem“ Holz sogar überlegen, da es sich hier um Sorten handelt, die noch nicht auf ein schnelles Wachstum optimiert, sondern in den damaligen Urwäldern rund um Berlin gewachsen ist.

Tisch aus dem Berliner Schlossholz
Beistelltische aus historischem Berliner Schlossholz

Abgesehen von der „technischen“ Qualität hat mich von Anfang an die Geschichte des Holzes fasziniert; die Tatsache, dass wenn man auf die Jahresringe schaut, diese sich vor 500 Jahren gebildet haben und das Holz jahrhundertelang im Zentrum Berlins verbaut gewesen ist.

Schmuck aus "Schlossholz"
Schmuck aus „Schlossholz“

Inzwischen sind mit dem Holz zwei Designs von Halsketten entstanden. Mit historischem Hintergrund, aussergewöhnlichem Holzcharakter und einfach wunderschön.

Mehr Informationen zum Schloss und Schmuck gibt es auf der Website  www.schlossholz.de

Frohe Weihnachten

Zum Weihnachtsfest wünsche ich allen meinen Lesern und natürlich auch den Menschen, die meinen blog noch nicht entdeckt haben, eine musikalische, besinnliche und erholsame Zeit. Und eventuell nehmen alle mal das Besteck in die Hand und spielen damit einen Weihnachtlichen Rhythmus? Ein Begleitrhythmus zu Oh Tannenbaum ist auch ein Vorschlag…..Oder… ach egal… Hauptsache Ihr habt ein schönes Weihnachtsfest!

Spielt Schlagzeug

Trommeln spielen
Vom ersten Schlag zur eigenen Band !

Spielt Schlagzeug – Vom ersten Schlag zur eigenen Band ! Das sind der alteTitel und der neue Untertitel von meinem Schlagzeuglehrbuch, das im Dezember 2014 in zweiter Auflage erschienen ist. Die erste Auflage wurde im Jahr 2007 veröffentlicht und natürlich benutze ich es in meinem Schlagzeugunterricht.

Dieses Buch kann für den absoluten Anfänger, also auch jemand der noch nicht Schlagzeug-Noten lesen kann, und einem fortgeschrittenen Spieler mit Band-Erfahrung gut genutzt werden. In dem Lehrbuch dreht sich zwar alles um Rock-Musik, aber die Inhalte bereiten auch auf alle verwandten Stile vor. Zusätzliche Bücher für Blues, Pop oder Funk sind nicht nötig, wenn mein Schlagzeugbuch richtig genutzt wird.

Schlagzeugrhythmen wiederholen sich oft und sind von der Notation her, besonders im Gegensatz zu Klaviernoten, recht überschaubar. Die Grundgerüste, wie ich auch schon in meinem Beitrag über Polyrhythmen (http://schlagzeug-berlin.de/polyrhythmus/) geschrieben habe, beschränken sich auf ternäre und binäre Rhythmen. Innerhalb dieser Rhythmen gibt es dann lediglich Verdopplungen. Also z.B. im Binären sind die Sechzehntel das Doppelte von den Achteln. Im Ternären sind die Achtel-Triolen das Doppelte von den Viertel-Triolen usw.

In meinem Lehrbuch habe ich nun die Grundgerüste und deren Besonderheiten herausgearbeitet und aufgeschrieben. Im ersten Kapitel „Eintaktige Achtel Rock-Grooves“.  wird die Hi-hat also mit binären Achteln gespielt. Möchte ich an Rhythm+Blues Grooves arbeiten, modifiziere ich die Hi-Hat und spiele statt 8 Achtel 12 Achtel und passe die Bassdrum und Hi-Hat entsprechend an. Möchte ich die eintaktigen Achtel-Grooves als Pop-Grooves spielen, könnte ich z.B. der Achtel Hi-Hat eine Sechzehntel hinzufügen und pro Viertel, z.B. 1+e, 2+e,3+e,4+e spielen. Für funkigere Rhythmen gibt es das Kapitel Sechzehntel Grooves mit Sechzehntel im Bass. Hier kannst Du z.B. statt der Sechzehntel Hi-hat eine Achtel Hi-Hat spielen. Vor kurzem habe ich mit einem Schüler sehr schöne Doppelbassübungen mit den mehrtaktigen Grooves gefunden. Hierfür haben wir einfach die Bassfiguren mit dem linken Bassdrumschlag gefüllt.

Seid kreativ! Bitte nicht für jede kleine Variation ein eigenes Buch kaufen. Das hindert euch nur daran, die Rhythmen besser kennen und spielen zu lernen. Ihr lernt viel, wenn ihr euch einen Groove aussucht und schaut wie ihr ihn in alle möglichen Stile umwandeln könnt, ohne den „Rhythmus-Charakter“ des zu verlieren !

Daniela Wittenberg Spielt Schlagzeug
Daniela Wittenberg Spielt Schlagzeug

Schlagzeugunterricht für Kinder

Trommeln lernen für Kinder
Jungs und Mädchen lieben Trommeln

Eltern freuen sich, wenn ihr Kind Interesse an Musik zeigt und es den Wunsch äußert, ein Instrument zu erlernen. Sie denken dabei häufig an die Geige oder das Klavier. Wenn es dann das Schlagzeug sein soll, fragen sich viele Eltern, ab wann ein Kind dieses große Instrument Schlagzeug überhaupt erlernen kann und auch, wie und wo das Kind für das Instrument lernen soll.

Es Stimmt, ein Schlagzeug ist groß und laut, aber um das Instrument zu erlernen muß es nicht immer laut zugehen. Das Gegenteil ist der Fall. Rhythmus, Koordination und Schlagzeugtechnik, was einen Großteil des Schlagzeugspiels ausmacht, kann auf einem leisen Pad geübt werden.

Practice Pad
Ein Schlagzeug-Pad von Remo

 

 

 

 

 

Natürlich möchte der Schüler auch mal in ein richtiges Schlagzeug richtig laut reinhauen, und das ist auch wichtig, aber dafür findet sich meist auch ein Lösung. Z.B. gibt es Anbieter von speziell gedämpften Übungsräumen oder der Nachbar hat sich gerade einen Musikkeller ausgebaut, der mit benutzt werden darf. Zudem gibt es inzwischen elektrische Schlagzeuge, die gut in eine Kinderzimmerecke passen und mit Kopfhörern gespielt werden können.

Trommelndes Mädchen
Auch Mädchen trommeln gern

Mit dem Lernen des Schlagzeugspiels wird die Koordinationsfähigkeit gefördert und ist schon allein dadurch ein großer Gewinn für die Entwicklung und Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Rhythmus gehört zu uns Menschen und natürlich macht es einen Riesenspaß, dieses riesige Instrument zu spielen. Darum empfehle ich, wenn es irgendwie möglich ist, dem Kind eine private Musikausbildung zu ermöglichen. Und sobald der Sprössling mit seinen Füßen die Schlagzeugpedale erreicht, kann die Musikausbildung auch der Schlagzeugunterricht sein.

im gewa musikstore
Skepsis bei so vielen Trommeln oder Skepsis wegen dem Fotograf auf der Gewa Musik Ausstellung ?

 

 

 

 

 

 

Polyrhythmus Teil 2

Im ersten Teil habe ich den Polyrhythmus, das gleichzeitige Spielen von binären und ternären Rhythmen, mit Hilfe der Notation beschrieben. In diesem Teil möchte ich über die tatsächliche musikalische Anwendung schreiben.

Polyrhythmus
Polyrhythmus besteht aus ternären und binären Rhythmen

Dieses Beispiel von mir würde nämlich so in moderner Rock und Pop Musik nicht vorkommen. In frei Improvisierter, neuer oder atonaler Musik ist so eine Rhythmus-Kombination aber durchaus denkbar.

 

 

In der traditionellen afrikanischen Musik, dort wo der Polyrhythmus herkommt, sind die gleichzeitig zu spielenden Rhythmusstimmen festgelegt. Jede Phrasierung wird auswendig gelernt, kann improvisiert werden und hat eine bestimmte Bedeutung. Das Video ist ein schönes Beispiel dafür.

Leider verschwindet mit den einfachen traditionellen afrikanischen Lebensstrukturen auch diese gar nicht einfache Musik. Es scheint, dass die Musik dem Zeitgeist von menschlichem Ehrgeiz und dem damit verbundenen Zeitdruck weicht. Allerdings lebt die Polyrhythmik in anderer Form noch in unserer neuen, modernen Musik, nämlich in der Jazzmusik weiter. Beispielsweise bei Miles Davis. Er spielte seine rhythmischen Phrasierungen auf der Trompete mit den Phrasierungen des Schlagzeugers so, dass sich ständig Polyrhythmen ergaben. Polyrhythmus muß nicht mathematisch korrekt sein, also genau durch 2 oder drei teilbar, sondern wichtig ist, dass das „feel“, die Wirkung des Rhythmus, der binären oder der ternären Familie zugeordnet werden kann. Wenn z.B. in einem schnelleren Tempo der Solist als „Subdivision“ in Achteln denkt und spielt und der Schlagzeuger triolisch, haben wir die typischen Spannungsfelder der Polyrhythmen. Damit dies als Musik nicht nur funktioniert, sondern auch noch ein Hörgenuss wird, muß der Puls,  das Metrum, gemeinsam gespielt werden.

Achtet auf die Phrasierungen der Solisten (Miles Davis und John Coltrane) zu den Phrasierungen der Rhythmusgruppe. Der Drummer ist Philly Joe Jones, Bassist ist Paul Chambers, der Pianist Red Garland.

Polyrhythmus Teil 1

Polyrythmus
Polyrhythmus aus binären und ternären Rhythmen.

Im Rhythmus gibt es nur 2 „Familien“. Die eine ist die ternäre und die andere die binäre Familie. Alle Rhythmen lassen sich auf die eine oder andere Familie zurückführen. Es gibt viele Rhythmen, die aus Schnittmengen dieser beiden bestehen, aber letztendlich führen alle Rhythmen zu einer dieser beiden Familien. Das klingt doch schön einfach und wäre es auch, wenn diese nicht so unterschiedlich wären. Klar ist, dass Musik am interessantesten und wirkungsvollsten ist, wenn beide Familien vorkommen, und am besten gleichberechtigt, wie das z.B. in der traditionellen afrikanischen Musik der Fall ist.
Sicher macht es auch Spaß, einfache Musik, z.b. Rock, zu hören, die nur aus binären Rhythmen besteht, aber mit ihr können wir die wissenschaftlich nachgewiesene anregende Wirkung der Polyrhythmen auf den menschlichen Geist nicht erreichen.
Als binäre Rhythmen werden diejenigen bezeichnet, die sich durch 2 teilen lassen. Also z.B. ein 4/4-Takt und seine vier Viertel sind ganz klar binär.

binär
Binäre Rhythmen

 

 

 

 

 

Triolen lassen sich nur durch drei glatt teilen und gehören somit ganz klar der ternären Familie an. Ein Viertel kann durch drei Achteltriolen geteilt werden. Um diese von binären Achteln zu unterscheiden, müssen Triolen mit einer 3 über dem Rhythmus gekennzeichnet werden.

Triolen
Triolen sind ternäre Rhythmen

 

 

 

 

 

 

Teilen wir Viertel durch zwei bekommen wir „gerade Achtel“ und diese sind ganz klar binäre Achtel. Anders sieht es aus, wenn wir die Viertel durch die Achtel-Triolen teilen. Dann haben wir eine Schnittmenge: Der 4/4-Takt und seine Viertel sind binär, die Triolen-Achtel sind ternär. Das ist aber noch lange kein Polyrhythmus, sondern nur eine Einteilung eines Rhythmus mit binären und ternären Rhythmen. Wenn aber gleichzeitig zu dem Vierteltakt mit Triolen ein weiterer mit durchgängigen binären Achteln gespielt wird, haben wir es mit Polyrhythmus zu tun. Das gleichzeitige Spielen von binären und ternären Rhythmen ist also Polyrhythmus!
Um die Spannung, die beim Spielen von den beiden Rhythmen entsteht, aufrecht zu erhalten, muß der gemeinsame Puls beibehalten werden und das ist die Schwierigkeit beim Spielen von Polyrhythmus.
Um Polyrhythmen sicher zu spielen, müssen als erstes beide Familien sicher beherrscht werden. In allen Tempi und in allen Varianten. Dann ist der nächste Schritt, die beiden Familien linear, also nacheinander sicher zu spielen. Dann gibt es Übungen, um ein Gefühl für die Rhythmen übereinander zu bekommen und dann können Polyrhythmen in die Musik integriert werden. Natürlich am besten dort, wo sie hingehören. Dazu gibt es dann bald den zweiten Teil.

Weihnachtsgeschenk Schlagzeugunterricht

Schlagzeugunterricht zu verschenken ist eine schöne Idee! Gerade zu Weihnachten ist man ja auf der Suche nach dem „besonderen“ Geschenk, das dem Beschenkten auch wirklich Freude bereitet und da kann solch ein Gutschein für Schlagzeugunterricht schon ein richtiger Volltreffer sein!

Viele werden solch einen Gutschein für Schlagzeugunterricht zunächst jemandem schenken wollen, der noch nie an dem Instrument saß.

Das ist auch nicht falsch, denn das Schlagzeug ist eines der Instrumente, bei denen man bereits nach einigen wenigen Stunden etwas am Instrument „kann“ und Spaß macht es praktisch jedem!

Aber auch für Fortgeschrittene ist Schlagzeugunterricht eine gute Geschenkidee: Jeder Schlagzeuglehrer oder jede Schlagzeuglehrerin hat besondere Stärken und von denen kann ein fortgeschrittener Schlagzeuger profitieren und Neues entdecken. Dies trifft auch auf Schlagzeuger zu, die schon lange und sogar professionell spielen und auftreten. Es ist immer mal gut, wenn ein Schlagzeuger einem anderen auf die Finger schaut…. Schnell werden sich falsche Haltung und Technik angewöhnt. Das merkt der Spieler oft lange nicht selbst und dadurch wird eventuell das Weiterkommen am Instrument verhindert. Und da sich in der Alltagsroutine solch ein Termin oft nicht finden lässt, ist Weihnachten oder ein Geburtstag eine sehr gute Möglichkeit einem lieben Menschen noch etwas Gutes zu tun!

Was Musiker zu sagen haben.

Hier habe ich Kommentare von Jazz-Musikern zusammengestellt, die ich in der Musikzeitung „Jazz-Thing“ gefunden habe. Die Videos dazu habe ich bei You Tube ausgesucht. Und ich habe mir erlaubt das Zitat oder das Video mit meinem Kommentar zu versehen, um auf das ein oder andere hinzuweisen oder einfach nur um meine Meinung zu äussern.

Schlagzeuger Brian Blade

„Es gehört auch zum Spiel dazu, dass man bestimmte Dinge hinnimmt, ohne sie zu hinterfragen. Wir kennen sowiso nicht alle Antworten.“

„Es gibt keine Modernität, die nicht in der Tradition wurzeln würde. Die Herausforderung besteht darin, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem Song zu offenbaren.“

Mein Kommentar: Toll, wie energisch sich der Schlagzeuger in sein Solo begibt..

Sängerin Rebkka Bakken

„Ich hatte das Gefühl, Tom Waits hätte alle seine Stücke für eine Bigband geschrieben. Es war perfekt.“

„Früher hätte ich vermutlich so etwas gesagt wie: Ich liebe Tom Waits, aber von seinem verrückten Kram lasse ich lieber die Finger.“

Mein Kommentar: Sehr schöne Stimme, passt aber vielleicht nicht so gut zu Tom Waits?

Saxophonist und Sänger Roy Nathanson

„Bei meinen Gedichten versuche ich eigentlich nur, einen Sinn in mein eigenes Leben zu bekommen.“

Mein Kommentar: So was in der Art fabriziere ich auch gern mal selbst.

Gitarrist Franz Hellmüller

„Unsere Musik ist nicht hierarchisch organisiert, und ich hoffe, der Hörer nimmt das zur Kenntnis.“

Mein Kommentar: Ich kann bei diesem Trio keine außergewöhnliche Organisation entdecken. Bass und Schlagzeug folgt Gitarre, wie das so üblich ist bei einem Gitarrentrio…

Saxophon-Legende Sonny Rollins

„Man muß wissen, wer der Mann im Spiegel ist.“

„Ich höre mich nur ungern selbst mit all den Fehlern.“

„Heute suche ich nicht nach einem Schlagzeuger, der so spielt, wie Max Roach 1955 gespielt hat, sondern nach jemandem, der das spielt, was Max 2014 spielen würde.“

Mein Kommentar: Gibt es jemanden, der bei dem Saxophonspiel keine gute Laune bekommt?

Schlagzeuger Ginger Baker

„Vergessen Sie’s! Das ist lange her, Vergangenheit, aus und vorbei. Ich schaue lieber in die Zukunft!“

„Wir haben meistens den ersten Take aufgenommen, oft gar keine weiteren gespielt. Warum auch, wenn der erste gut war?“

Mein Kommentar: Am coolsten finde ich Mütze und Hut.

Schlagzeuger Pierre Favre

„Wenn der Zwang von aussen und nicht von innen kommt, taugt er nichts.“
Mein Kommentar: Da hat er absolut recht.

Saxophonist Klaus Doldinger

„In Sydney hat mal diese Rockgruppe bei uns im Vorprogramm gespielt, die immer in Shorts auftritt…AC/DC, genau!“ (Angeber)

Mein Kommentar: „schweinecoole“ Schlagzeuger, „saucoole“ Band!

Trompeter Dusko Goykovich

„Trompeter sind eine Spezies für sich.“

Mein Kommentar: Diese Spezies sollte nicht so schnell aussterben.

Saxophonist Eero Koivistoinen

„Mir wird vorgeworfen, dass ich mich verzettele. Aber ich kann doch nicht irgendwas weglassen!“

Mein Kommentar: Nein, weglassen brauchst Du nichts.

Ich kann stundenlang über Aussagen von Musikern nachdenken. Schließlich sind sie aus der Arbeit mit Musik heraus entstanden. Und darum ist es nicht mal wichtig, ob ich die Musiker gern höre oder nicht. Zum Abschluss dieser Zitate eines von der Sängerin Melanie De Biasio

„Vertraue deiner inneren Stimme, dann ist das Leben gut zu dir.“

Mein Kommentar: Leichter gesagt als getan..

 

Pianist Joachim Kühn

Joachim Kuehn - Auftritt der "HR Bigband featuring Joachim Kuehn Trio", Jazzfest 2010, Haus der Berliner Festspiele, 6. November 2010, Berlin
Joachim Kühn beim Jazzfest 2010 im Haus der Berliner Festspiele

Joachim Kühn habe ich zum ersten mal bewusst auf dem Berliner Jazzfest mit seinem Gnawa Jazz Voodoo Ensemble und der HR Big Band gehört. Ich kaufe mir nur noch sehr selten CDs. Es gibt einfach immer und überall Musik und außerdem habe ich so viele CDs zu Hause, die ich noch nicht richtig angehört habe. Aber diese Musik von und mit Joachim Kühn und seinen außergewöhnlichen Musikern wollte ich unbedingt nochmal anhören. Zu seinem Ensemble gehörten 5 Perkussionisten, die z.T. aus Nordafrika kamen. Unter Ihnen der Schlagzeuger Ramon Lopez mit seinem speziellen, interessanten und ausdrucksstarken Spiel. Joachim Kühn hat einen unnachahmlichen Sound auf dem Klavier und eine völlig eigene Art zu improvisieren. Dies, zusammen mit den aus Nord und Westafrika stammenden Rhythmen, ließ mich die Live-CD von dem Konzert auf dem Jazzfest kaufen. Für diese intensive Musik hat Joachim Kühn mehrere Monate in der Wüste verbracht und ich denke genau das ist es, was ich darin höre. Endlose Weite und absolute Stille.
Hier ein Video mit einem Teil des Ensembles und ohne Big Band.

…das hier bis vor kurzem eingestellte Video kann ich leider wegen der Urheberrechte nicht mehr zeigen. Bleibt also nur, sich eine CD zu kaufen…

Das ganze Gegenteil höre ich in seiner CD „Lifeline“, die er mit seinem Bruder und Klarinettisten Rolf Kühn aufgenommen hat. Als Bassist und Drummer haben sie sich keine geringeren Persönlichkeiten und Musiker als den Bassisten John Pattitucci und den Drummer Brian Blade geholt. Bis auf eine Komposition von Ornette Coleman wurden die Kompositionen von den Kühn Brüdern gespielt. Wie oben schon zum Ausdruck kam, mag ich das Klavierspiel von Joachim Kühn und auch das Klarinettenspiel seines Bruders Rolf. Pattitucci ist einer meiner Lieblingsbassisten und von Brian Blade habe ich selbst mal etwas transkribiert, weil ich ihn so toll am Schlagzeug finde…. Aber diese vier zusammen können mich nicht überzeugen. Jeder einzelne von ihnen kann improvisieren, aber lieber nicht miteinander. Musikalisch kommen sie, meiner Meinung nach, nicht zusammen. Das ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass es mal zwischen Musikern nicht so passt. Ich habe auch schon erlebt, dass es aus persönlichen Animositäten nicht passend gemacht wurde, aber das ist hier nicht der Fall. Vielleicht lag es an den Kompositionen, vielleicht am Rhythmus oder den Ideen, dass die Musiker nicht so gut zusammen spielen, wie z.B. bei dem Gnawa Jazz Voodoo Ensemble. Eventuell hört ihr diese Musik ganz anders. Hier ein Ausschnitt:

Beim Interview gibt es einiges zu hören.

Drummer Tony Williams

Tony Williams war einer der talentiertesten und beeindruckendsten Schlagzeuger aller Zeiten. Er wurde 1945 in Chicago geboren. Mit 16 Jahren holte ihn der Saxophonist Jackie McLean nach New York, wo er ein Jahr später in der Band von Miles Davis spielte.

Tony Williams hob die Wichtigkeit des Ride Cymbal im Jazz auf eine neue Ebene, indem er die bis dahin streng zugeordneten Verhältnisse der einzelnen Instrumente zueinander aufhob. Z.B. setzte er die Hi-Hat nicht mehr nur als Begleitung ein, sondern als weitere Melodiequelle. Sein Spiel war energiereich, ohne sich aufzudrängen. Seine kreativen Melodien für die Begleitung und in seinen Soli sind unerreicht.

Ich höre zur Zeit am liebsten seine zuletzt aufgenommene und 1996 erschienene CD „Young at Heart“ mit Mulgrew Miller am Piano und Ira Coleman am Bass. Es ist eine ganz besonders schöne Musik mit unterschiedlichen Aussagen, in der, meiner Meinung nach, die ganze Welt der Musik zum Ausdruck kommt. Mulgrew Miller und Tony Williams sind leider schon verstorben. Ira Coleman spielt derzeit mit Sting.

 

Es gibt viel zu lesen über Tony Williams und ich könnte noch viel mehr schreiben, doch am besten ist es, sich ihn anzuhören.