Das Crash Cymbal

Das Crash Cymbal ist ein kraftvolles Cymbal für kraftvolle Akzente. Es wird eingesetzt, um auch noch dem müdesten Hörer, oder Mitmusiker…, zu verdeutlichen, dass jetzt etwas Wichtiges passiert, oder gleich passieren wird. Es hat meist eine Größe zwischen Hi-Hat und Ride Cymbal. Ich selbst spiele ein Crash Cymbal mit 14′ und eines mit 16′. Je nach Cymbal und Musik kann es aber durchaus auch zur Begleitung eingesetzt  werden. Dann sollte es entsprechend leicht angeschlagen werden. Und es lassen sich dem Crash Cymbal, z.B. für improvisierte Musik, viele weitere schöne und außergewöhnliche Klänge entlocken.

Ein Crash Cymbals ist meist empfindlicher als eine Hi-Hat oder ein Ride-Cymbal und wird oft von Schlagzeugern mit geringer Technik „zerkloppt“. Das erkennt man dann an Rissen im Cymbal. Wird ein Crash Cymbal richtig angeschlagen, kann es seinen schönen Sound voll entfalten und geht auch nicht kaputt. Genau wie Schlagzeugtrommeln, werden auch Cymbals angeschlagen und es wird nicht draufgeschlagen. Zusätzlich ist es wichtig, das Becken etwas schräg und nicht waagerecht aufzuhängen. Wird das Crash Cymbal frontal an der Kante angeschlagen, kann es auch dadurch Risse bekommen.

s007423a_paist_rudecrash Diese altbekannte Cymbal-Serie von Paiste hatte ich schon bei den Ride-Cymbals erwähnt. Inerhalb einer Serie werden mindestens alle drei Hauptcymbals hergestellt. Das sind die Hi-Hat, das Ride und das Crash Cymbal.

 

Auch bei den Crash Cymbals ist die Zeit nicht stehengeblieben. Dank technischer Entwicklung in der Herstellung finden wir inzwischen Cymbals, die aussehen wie ein Schweizer Käse…

Ein Paiste Crash Cymbal
Ein Crash Cymbal mit Löchern

Wer jetzt denkt “ Was für’n Käse“ der irrt sich oder hat noch nie einen Beckensatz zum Gig geschleppt! Solche Cymbals sind viel leichter und können trotz der vielen Löcher einen schönen Sound haben. Solche Becken sind eine echte Alternative, wenn ein Schlagzeuger viel spielt und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist.

 

Das Ride Cymbal

Das Ride Cymbal, das auch Großes Becken oder Begleitbecken genannt werden kann, ist ein interessantes Musikinstrument und bietet dem Schlagzeuger sehr viele Klang und Rhythmusmöglichkeiten. Das Ride Cymbal ist, sozusagen, mit dem Jazz aufgewachsen und hat die Rolls aus dem Militärbereich abgelöst.
Alle Instrumente orientieren sich im Jazz an der Melodie, und das typische Jazzmelodieinstrument ist das Saxophon. Das Saxophon kann Töne aushalten und aneinanderreihen. Das können wir auf der Trommel nur indem wir einen Roll, einen Schlagzeugwirbel, spielen. Da Schlagzeuger dafür beide Hände brauchen, kann dazu kein Cymbal, bzw. nur eingeschränkt, z.B. die Hi-hat mit dem Fuß, gespielt werden. Also wurde ein Becken entwickelt, dass die Note so lange klingen lässt bis die nächste gespielt wird. Das Ride Cymbal war erfunden. Nun konnte mit der rechten Hand ein flächiger Rhythmus gespielt werden und die linke Hand ist frei um den Rhythmus mit der Snare Drum zu akzentuieren.
Wie oben schon erwähnt, hat das Ride viele Anschlagsflächen. In der Mitte des Beckens haben wir eine kleine extra Wölbung. Das ist die Glocke.

Glockenklang im Ride Cymbal
In der Mitte ist eine Glocke

Fast alle Cymbals haben diesen Glockenklang. Es gibt aber auch „Flat Ride“ Cymbals, die auf dieses „Extra“ verzichten.

 

 

 

Die Hauptanschlagsfläche ist ca. auf dem höchsten Punkt der Wölbung die ein Ride Cymbal, bis auf die Flat Rides (darum der Name), normalerweise hat.

Das Ride Cymbal anschlagen
Das Ride Cymbal wird in der Mitte der Wölbung angeschlagen

Spielen wir das Cymbal am äusseren Rand, bauschen sich die Frequenzen zu einem chaotischen Ton auf und der Rhythmus ist dann nicht mehr als Begleitung zu gebrauchen.

Wir können das Ride auch mit der flachen Seite eines Schlagzeugstocks anschlagen und erreichen einen ähnlichen Sound wie bei einem Crash Cymbal.

 

Den Sound eines Ride Cymbals richtig hören zu können ist nicht einfach. Das Ohr muß dafür extra geschult werden und der Schlagzeuger braucht Erfahrung, um sich bei der großen Anzahl an Ride Cymbals, die es inzwischen gibt, entscheiden zu können. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass jedes Cymbal seinen vollen Klang nur entfalten kann, wenn es richtig gespielt wird. Ein Cymbal  mit richtiger Technik zu spielen, heißt, es anzuschlagen und nicht draufzuschlagen!  Das tollste Becken kann nicht klingen wenn es nicht richtig gespielt wird und ein günstiges Cymbal kann überzeugen, wenn es mit guter Technik angeschlagen wird.

Natürlich hängt die Entscheidung für ein Ride Cymbal auch davon ab, in welchem Stil es gespielt werden soll. Das Jazz-Ride eines Schlagzeugers wird sehr wahrscheinlich ein anderes sein, als sein Fusion-Ride. Im Jazz wollen wir legato spielen und brauchen einen flächigen Sound. Im Fusion brauchen wir einen kräftigen, brillanten Sound, der die Akzente nicht übertüncht.

Ein bewährtes Cymbal
Paiste Rude Ride Cymbal

Das Rude Ride Cymbal ist ein altbekanntes und bewährtes Cymbal von Paiste. Wie der Name schon sagt, wird es für freche Musik eingesetzt. Für Jazz würde ich dieses Cymbal nicht empfehlen, obwohl Jazz auch sehr frech sein kann….

 

 

 

Jazz Ride Cymbal
Paiste Jazz Cymbal

Das Cymbal habe ich noch nicht gespielt , es sieht aber nach Jazz aus.

 

 

 

 

Schwarzes Ride Cymbal
Paiste Signarid Cymbal

Und das Auge spielt auch mit.

Die Hi-Hat

Damals in New Orleans, vor ca. 100 Jahren, als das Drum-Set aus den Marching Band- Instrumenten zusammengefügt wurde, hieß die jetzige Hi-Hat „Low Boy“ und war ein kleines Cymbal, das tief unten stand und mit einem Pedal angeschlagen wurde. Die Hi-Hat in unserer heutigen Form, haben wir dem Drummer „Papa Jo Jones“ zu verdanken. Er platzierte den „Low Boy“ (kleiner Junge)  in der Höhe. Ein neuer Name mußte her und es wird erzählt, das er von den großen Hüten, die damals in den Festsälen getragen wurde, kam: Hoher Hut = High Hat = Hi-Hat.

Papa Jo Jones legte dann den damals gespielten Musikpuls der Basstrommel (4 to the floor) auf die Hi-Hat. Dadurch wurde sie zum wichtigsten Teil des Drumsets. Jones spielte auch als erster den Rhythmus auf der Hi-Hat, während sie auf und zu ging. Im 4/4tel-Takt wird sie auf allen Beats, der 1,2,3 und 4 angeschlagen und auf 2 und 4 geöffnet. Dadurch werden das 2. und 4. Viertel akzentuiert. Bis dahin wurde die Hi-Hat nur angeschlagen, wenn sie geschlossen war. Dieser von Jones geprägte Jazzbeat, der 4/4 – Swing Beat, wird heute im modernen Jazz hauptsächlich auf dem Ride Cymbal gespielt. Dazu aber mehr in einem anderen blog-Beitrag.

Das untere Hi-Hat Becken wird auf eine kleine Scheibe aufgelegt und das obere mittels einer speziellen Spannschraube an der Stange befestigt. Die Stange, die wiederum am Pedal befästigt ist, erlaubt nun mit Hilfe des Pedals das Heben und Senken des oberen Cymbals.

Die Hi-Hat
Die Hi-Hat

Auch die Hi-Hat hat wie die Snare Drum sehr viele Klangmöglichkeiten. Je nachdem wo, wie und wann ich die Hi-Hat anschlage, wie ich die Cymbals zusammendrücke und wie die Cymbals mit  der „Aufstellschraube“ eingestellt sind, klingt sie unterschiedlich. Die Aufstellschraube ist eine kleine Schraube unter dem unteren Becken. Wenn sie hochgedreht wird, hebt sie das untere Becken schräg an. Dadurch produzieren die Cymbals beim Öffnen und Schließen einen etwas anderen Klang. Schlage ich die Hi-Hat an, wenn die Becken nur leicht geöffnet sind, entsteht wieder ein anderer Sound, der als starker Beat, also durchlaufend, gespielt werden kann oder für einzelne Akzente.

Jo Jones spielte auch als erster ein außergewöhnliches Hi-Hat Solo, indem er die Hi-Hat Becken mit zwei Sticks von oben und unten spielte.

Hi-Hat Becken
Hi-Hat Becken von oben und unten gespielt.

 

 

 

 

 

 

Die Hi-Hat ist Teil des Melodiespiels auf dem Drumset in der Jazzmusik, akzentuiert in anderen Stilen den Rhythmus auf unterschiedlichste Weise und wird überwiegend als Taktgeber im Rock, Pop und Tanzmusikbereich eingesetzt. Darum ist es keine schlechte Idee, sich als Schlagzeuger eine Weile nur mit ihr zu beschäftigen.

Paiste Hi-Hat Becken
Hi-Hat Cymbals von Paiste

Eines meiner Drumsets spiele ich mit diesen Paiste Hi-Hat Cymbals und das schon ziemlich lang. Sie lassen sich fast überall einsetzen und haben einen tollen Klang. Werden Cymbals mit guter Schlagtechnik gespielt, können sie praktisch nicht kaputt gehen.

Schlagzeug Cymbals

Neben den Trommeln gibt es für das Schlagzeugspiel die Drum-Cymbals, auf deutsch Schlagzeug-Becken.

Crash und Ride Cymbal
Schlagzeug Cymbals

Ein Drumset kann unterschiedlich viele Cymbals haben. Zu einer Grundausstattung gehören die Hi-Hat Becken, das Ride-Cymbal und ein Crash Cymbal. Die Cymbals haben unterschiedliche Größen und Verarbeitung und sie haben verschiedene Aufgaben. Ich werde in zukünftigen Beiträgen noch auf jedes einzelne Becken genauer eingehen. Die Schlagzeugbecken decken die hohen Frequenzen des Schlagzeugspiels ab. Damit haben wir am Schlagzeug unsere ganz spezielle Harmonie zur Verfügung. Unterer Ton die Basstrommel und Standtrommel, mittlerer Ton die Snaredrum und die TomToms, der hohe Ton die Cymbals. Allerdings sind Schlaginstrumente des Drumsets „unpitched“, d.h. sie werden nicht auf eine bestimmte Tonhöhe gestimmt. Trotzdem können wir Schlagzeuger mit den unterschiedlichen Tonhöhen Melodien, und im weitesten Sinn, auch Harmonien ausdrücken.

Ein Cymbal herzustellen war lange Zeit eine reine Handwerkskunst. Inzwischen werden Cymbals auch maschinell gefertigt. Auf dem Video könnt Ihr sehen wie Paiste seine Schlagzeugbecken herstellt.

Wie Ihr gesehen habt, werden hier die Cymbals maschinell gehämmert. D. h. in die Oberfläche werden Dellen, kleine Beulen geschlagen. Diese Bearbeitung verändert den Klang und wurde früher nur per Hand durchgeführt. Auch jetzt noch werden viele Cymbals per Hand gehämmert, aber das hat dann natürlich seinen Preis. Und das per Hand gehämmerte Cymbal ist auch keine Garantie für einen besseren Klang als ein maschinell gehämmertes.

Wie Ihr an meinem „blogbeitragsbild“ seht, habe ich auch schon selbst Hand an ein Cymbal gelegt. Die Löcher habe ich für kleine Metallstifte hineingebohrt. Die vibrieren dann nach dem Anschlagen mit und verändern und bereichern so den Klang. Bevor Ihr also ein Becken ausrangiert weil Euch der Klang nicht gefällt, probiert aus, ob es sich nicht doch noch durch beherztes Eingreifen retten lässt. Hast Du damit Erfolg, dann bekommst Du ganz sicher einen viel persönlicheren Bezug zu Deinem neuen Schlagzeug Cymbal.

 

Die Berliner Philharmonie

Wir Berliner können stolz sein, dass wir uns so ein Bauwerk wie die Philharmonie und das dazugehörige erstklassige Orchester, die Philharmoniker, leisten. Das heißt, wir leisten uns nicht nur die Philharmoniker, sondern noch einige Weltklasse-Ensembles mehr, wie z.B. das Kammerorchester, das einen eigenen Saal in der Philharmonie hat.

Ich habe schon einige fantastische Konzerte, sowohl im großen Saal wie auch im Kammermusiksaal gehört.

Musikertempel
Der Berliner Kammermusiksaal

Zuletzt ein Konzert mit Kompositionen von Mozart. Aber es wird dort nicht nur „ernste Musik“ gespielt, sondern es gibt auch regelmäßig Jazzkonzerte zu hören. Ich habe z.B. das Konzert des Jazz-Pianisten Brad Meldau mit Joshua Redman gehört, einer meiner Lieblings-Saxophonisten. Die Atmosphäre für ein Jazzkonzert ist natürlich nicht dieselbe wie in einem kleinen Club, aber wer kann diese beiden Jazzgiganten schon in einem kleinen Club hören? Von der Akkustik her war das Konzert von Brad und Joshua genau richtig in den Sälen der Philharmonie, denn sie spielten gemeinsam wunderschöne Facetten, der Pianist viele extravagante Töne und der grandiose Sound von Joshua Redman konnte sich voll entfalten.

Egal welchen Sitz jemand in den Sälen bekommt, der Klang ist immer superschön! Kenner des Grossen Saals allerdings behaupten, dass sich der Klang besonders in den oberen Reihen von Block D am besten ausbreitet. Ich persönlich sitze am liebsten nah beim Orchester. Ich möchte gerne die sogenannten unerwünschten Frequenzen, wie sie z.B. Bassseiten produzieren können, mithören.

Die Berliner Philharmonie wurde auch in Texas in meinem Kurs „Fundamental Accustics“ erwähnt. Die Bauweise, wie exakt die Säle berechnet wurden, das Dämmmaterial im Verhältnis zu den Ecken, die Sitze und Tribünen im Verhältnis zum Orchesterparkett. Die Philharmonie ist total gelungen und weltberühmt. Und nicht nur was das Gelingen anbelangt, das ganze Gegenteil zum BER…

Eintrittskarten gibt es übrigens, je nach Veranstalter des Konzerts, und wo und wann die Karten gekauft werden, schon ab 12€.

 

Berlin Marathon 2014

Laufen in Gesellschafft spornt an
Laufen in Gesellschaft spornt an

42,195 km und ein Mensch bricht tot zusammen, als er eine Nachricht überbringen wollte. Wieso gerade diese Distanz immer wieder gelaufen wird ? Vielleicht nach dem Motto, „mal sehen wer’s schafft“ ? Oder, „aber ich werde es schaffen“ ..? Wie auch immer. Hier in Berlin haben zumindest in diesem Jahr alle überlebt. Und nicht nur das, es wurde Weltrekord über Weltrekord gelaufen. Ich bin in meinem Leben bis jetzt nicht mal 42 km im Schritttempo an einem Stück gegangen, geschweige denn 42,195….

Der Weltrekordläufer der nicht Sieger wurde.
Der Weltrekordläufer, der nicht Sieger wurde.

Ein Weltrekordläufer, der nicht mal Sieger wurde.

Der Sieger lässt sich nicht aus der Ruhe bringen
Der Sieger lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gab aber nicht nur einen Sieger sondern auch eine Siegerin. Sie stammt übrigens aus Äthiopien, der männliche Sieger und der Zweitplatzierte sind Kenianer. Der neue Weltrekord ist jetzt 2 Stunden, 2 Minuten und 57 Sekunden für 42,195 km ! Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas über 20 Stundenkilometer !

Laufen zwischen Fahrrad und Motorrad
Laufen zwischen Fahrrad und Motorrad

 

 

 

 

Die Siegerin
Die Siegerin
Also diese Lorbeerblätter...ich weiß nicht...
Also diese Lorbeerblätter…ich weiß nicht…
Haben wir auch Oktoberfest ?
Haben wir auch Oktoberfest ?

Die kleine Trommel oder Snare Drum

Im Deutschen heißt sie Kleine Trommel, im Amerikanischen Snare Drum, im Französischen ist sie bekannt als Militärtrommel und allgemein kann sie auch als Tom bezeichnet werden. Die kleine Trommel hat viele Namen und ist eine ganz besondere Trommel. Sie wurde aus der Militärtrommel der Franzosen entwickelt und in den USA zum Schlagzeug hinzugefügt. Die Snare Drum ist so gebaut, dass sie viele unterschiedliche Klangfarben produzieren kann. Die dynamischen Möglichkeiten sind riesig. Auf dem unteren Fell der Snare ist ein Klangteppich angebracht.  Snares2Er kann mittels einer Vorrichtung genutzt oder abgeschaltet werden. Der Kessel für die kleine Trommel muß darum andere Anforderungen erfüllen als eine Hänge- oder Standtom. Die Auswahl an Snare Drums ist groß und es gibt Snare Drums aus Holz und Metallkesseln. DCsnareEs kann schon mal lange dauern, bis ein Schlagzeuger, eine Schlagzeugerin, die richtige gefunden hat.

Betrachten wir verschiedene Musikstile, ergeben sich verschiedene Aufgaben für die kleine Trommel: Fangen wir von „hinten“ an.

Als Marschtrommel brauchen wir kurze, knackige Töne. In der Marschmusik spielen oft mehrere Trommeln zusammen und wir wollen dann möglichst wenig Obertöne haben, damit der Rhythmus nicht im Klangchaos endet…

Einen anderen Klang braucht die Snare Drum in der Jazz-Musik. Hier wollen wir Fläche bieten. Den Staccato-Sound einer Trommel mit Hilfe der Obertöne erweitern. Und wir nutzen die vielen Klangmöglichkeiten der Snare für die Improvisation. Also z.B. die Rims, die verschiedenen Schlagflächen auf dem Fell und das Spielen mit Besen. Die Snare Drum ist im Jazz dem Ride Cymbal untergeordnet und wird leiser angeschlagen. In diesem Musikstil brauchen wir selten einen knackigen, fetten Sound, wie das im Rock-Jazz gewünscht ist.

Als der Rockjazz begann, sollte die Snare nicht nur einen beständigen kurzen und fetten Sound liefern, sondern auch synkopierte, leise „Ghostnotes“  wiedergeben können. Die Suche nach neuen Snare Drums war in vollem Gang. Dichteres Holz, andere Metalllegierungen und Bearbeitung, eine solidere Bauweise war die Antwort.

Bald verbreitete sich das Schlagzeug als beliebtes Musikinstrument und es entwickelte sich eine technisch einfacher zu spielende Musik, die Rock und Pop Musik. Jetzt sollte die Snare einfach nur laut und kurz klingen und möglichst wenig Obertöne haben.

Wenn Du aber eine Snare siehst und es macht „boing“ , dann könnte es die Snare sein die Du schon lange gesucht hast.

Snare Drum

Die Trommeln

Die Trommeln für das Modern Drum-Set haben sich in den ca. 100 Jahren, seit es sie gibt, immer weiter entwickelt. Z.B. die Größen haben sich verändert. Früher hatten die Clubs, die Live-Musik gespielt haben, ein eigenes Schlagzeug. Der Schlagzeuger brauchte also sein eigenes nicht mitnehmen. Inzwischen ist das anders und die Nachfrage an kleinen Trommelgrößen hat sich verstärkt, um sie z.B. besser transportieren zu können. Und natürlich sind kleinere Trommelgrößen, besonders die Bassdrum, rückenfreundlicher zu tragen. Auch die Ansprüche an den Klang haben sich entwickelt, bzw. entwickeln sich immer weiter. Was ist ein guter Trommelklang, und was nicht? Sound oder Klang ist natürlich als erstes eine Geschmackssache und der Spruch, dass sich darüber nicht streiten lässt ist auch hier wahr. Allerdings überzeugt ein „guter Klang“ den Zuhörer. Also unser Ohr entscheidet. Und es lässt sich beeinflussen. Was jemand und wie oft in seinem Leben gehört hat, bestimmt, was er mag oder nicht. Auch hier gilt, je länger ich mich mit etwas beschäftige, desto besser kann ich entscheiden, was ich möchte und was ich gut finde. In die Hörgewohnheiten möchte ich aber an dieser Stelle nicht weiter eintauchen. Das ist Stoff für einen anderen Artikel hier auf meinem blog.

Also zurück zu den Trommeln. Wie funktioniert der Klang, der aus der Trommel kommt? Das Schlagfell wird angeschlagen, wird vom Resonanzfell zurückgeworfen und das ganze vibriert innerhalb des Trommelkessels.

Schlagzeugunterricht in Berlin
Trommeln in Berlin

Was das für einen Sound produziert, hängt dann von vielen Faktoren ab. Von den Größenverhältnissen der Trommel, vom Holz der Trommel, von der Dicke und den Schichten, die der Trommelkessel hat, auch von der Hardware, die benutzt, und wie sie verarbeitet wurde, und von den Fellen, mit denen die Trommel bespannt ist. Ganz schön viel finde ich, während ich das aufschreibe.

Mein eigenes Set ist aus Maple, aus Ahorn. Dieses Holz gilt als warm und tief. Es wurde und wird sehr viel verwendet. Birke, auch ein Standardholz für Schlagzeugtrommeln ist ein etwas leichteres Holz und produziert einen helleren Sound und ist meist günstiger. Mit der technischen Entwicklung für die Herstellung von Schlagzeugkesseln wurden neue Holzsorten interessant, wie z.b. das Nußbaumholz oder Mahagoni oder Kirsche. Das Holz wird in ganz dünnen Schichten produziert, gebogen und dann mehrfach miteinander verleimt. So entstehen Kessel mit unterschiedlichen Wandstärken. Manche sind 7fach verleimt, manche 9fach usw. Heutzutage sagt die Holzart allein nicht mehr viel über die Klangqualität aus. Es kommt vielmehr darauf an, wo das Holz gewachsen ist, wie schnell es gewachsen ist und welches Stück aus dem Holz benutzt wurde. Das wird nirgends deklariert, zumindest nicht in den normalen Läden und ist wahrscheinlich nur am Preis erkennbar. So werden dann auch viele in die Irre geführt, die das Schlagzeug ihres Idols kaufen. Der Endorser bekommt ganz sicher ein speziell für ihn gebautes Set, während alle anderen ein Schlagzeug von der Stange kaufen und es sich dann entsprechend klingt.

Es gibt auf jeden Fall auch sehr viele günstige, brauchbare Trommel-Sets. Anfänger nehmen am besten Ihren Schlagzeuglehrer oder Ihre Schlagzeuglehrerin mit in den Musikladen. Die Fortgeschrittenen haben meist schon bei einem bestimmten Schlagzeug Feuer gefangen und wenn die Entscheidung auch nur durch das Finish herbeigerufen wurde, so ist das auch ok.

 

 

Das Schlagzeuginstrument

Viele meiner Schüler hatten schon ein Schlagzeug, bevor sie zu mir in den Unterricht gekommen sind. Es gibt akkustische und elektronische Schlagzeuge. Wobei in den letzten 20 Jahren sowohl das akkustische wie das elektonische Schlagzeug große Fortschritte in Verarbeitung und Sound gemacht haben. Einige meiner Schüler haben sich von mir beraten lassen, mit einigen habe ich mich direkt im Musikladen getroffen, um ein Schlagzeug auszusuchen. Viele haben sich für ein elektronisches Schlagzeug entschieden.

Was ist nun das richtige für wen? Worauf muß geachtet werden? Das Schlagzeug ist ein großes und umfangreiches Instrument. Nicht nur als Schlagzeug-Anfänger ist es schwer, sich zurechtzufinden und zu entscheiden. Hier möchte ich ein wenig helfen und etwas Licht in das Dunkel bringen, bzw. etwas Sound in die Stille….

Schlagzeugunterricht Berlin
Mein Yamaha Set

Normalerweise ist es richtig, mit einem akkustischen Schlagzeugset zu beginnen. Damit kann die richtige Schlagtechnik gelernt werden. Die Muskulatur wird z.B. anders beansprucht als bei elektronischen Drumsets. Das gilt übrigens auch für das Klavier, das auch ein Perkussionsinstrument ist, da die Klangquelle mit den Holzschlegeln angeschlagen wird. Nun kann sich nicht jeder Anfänger gleich einen Übungsraum zulegen. Und in der eigenen Wohnung auf einem akkustischen Set zu spielen führt doch ziemlich schnell zu Unstimmigkeiten mit den Nachbarn. Da ist es natürlich besser, ein elektronisches, spielbereites Set zu haben, als gar keins.

Bei einem elektronischen Schlagzeugset ist es wichtig, auf die Anschlagsdynamik zu achten. Also, dass der Sound sofort nach Anschlag übertragen wird. Das war zu Anfang der elektronischen Drums nicht so. Inzwischen ist die Technik aber so weit vorangeschritten, dass auch die bezahlbaren Sets eine gute Anschlagsdynamik liefern. Es ist auch wichtig, dass sich das Set gut positionieren lässt und dabei nicht zu viel Platz einnimmt.

Bei dem akkustischen Drumset gibt es vier unterschiedliche Bereiche, die es zu beachten gilt. Der erste Bereich ist die Snare Drum, als zweites kommen die Cymbals, dann die Trommeln, die auch Tom Toms genannt werden, und auch nicht ganz unwichtig ist die Hardwear, also das Gestänge, an dem alles zusammengefügt wird. Am schwierigsten zu kaufen sind die Snare Drum und die Cymbals. Eine Snare Drum ist ein komplexes Instrument in sich und es gibt sehr viele Faktoren, um sich für oder gegen eine Snare zu entscheiden. Ziemlich genauso verhält es sich mit den Cymbals. Beide müssen neben dem geschmacklichen Aspekt gut funktionieren. Die Snare sollte einen vollen Klang bieten und vor allem muß es möglich sein, verschiedene Klänge an verschiedenen Stellen spielen zu können. Die Cymbals müssen auf den Anschlag gut reagieren und der Sound soll sich klanglich in einer Band durchsetzen können. Bei den Trommeln entscheidet doch am häufigsten das Portemonnaie und hier gilt leider meistens, je teurer desto besser. Gutes Handwerk kostet nunmal etwas. Von der Stange produziert ist günstig, kann aber nicht dasselbe bieten wie eine teure Trommel. Holzart und Verarbeitung sind entscheidend für einen guten Sound. Hochwertiges, gut ausgesuchtes, gut gelagertes Holz hat seinen Preis und eine gute Verarbeitung ebenso. Bei den teuren Instrumenten kann z.B. nur die Bassdrum schon mal 1000€ und mehr kosten! Das ist dann eine Trommel für den Profi. Zwischen den günstigen Trommeln gibt es große Unterschiede. Egal welche Holzart oder sonstiges Material für die Trommel verwendet wurde, entscheidend ist, dass der Grad auf dem das Fell aufliegt möglichst gleichmäßig ist.

Soweit erstmal ein Überblick. Ich werde in folgenden Artikeln noch genauer auf die einzelnen Instrumente eingehen.

Kulturfestival Wedding-Moabit 2014

Der Berliner Wedding feierte vom 11.-14. September das Kulturfestival Wedding/Moabit, genannt KF-WM! Und das “ d-drums Perkussion Ensemble“ hat sich mit zwei Vorführungen daran beteiligt. Wir spielten im Rahmen des Pankepark-Programms an zwei Orten um die Louisenbibliothek herum. Einmal vor den Bildhauerwerkstätten

d-drums Perkussion Ensemble spielte vor der Bildhauerwerkstatt.
d-drums Perkussion Ensemble spielte vor der Bildhauerwerkstatt.

und das zweite Mal im Hof einer kleinen Mansarde, der demnächst ein Ort für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen werden soll. Wir spielten unsere Stücke „In Friedrichshain“, „Die Einladung“ und ein neues Stück mit dem Namen „Glockenzauber“. Die Besetzung war Schlagzeug, Djembe und zwei Glocken. Und obwohl wir zu hören waren und das Spielen Spaß gemacht hat, wurde mir klar, dass wir nur spielen sollten, wenn die Akkustik stimmt. Das ist super wichtig für jedes Instrument. Im Freien und unverstärkt zu spielen ist anstrengend und die Zuhörer werden nicht richtig erreicht. Am besten setzten sich die Glocken durch und der hohe Ton der Djembe. Auch das Crashbecken war zu hören. Was fehlte, waren die Bässe. Eine gute Erfahrung für die Teilnehmer am d-drums Perkussion Ensemble war es aber allemal.

Das d-drums perkussion Ensemble im Hof des neuen "In" cafe und Ausstellungsort im Wedding.
Das d-drums perkussion Ensemble im Hof des neuen „In“ cafe und Ausstellungsort im Wedding.

Es gibt zwei kleine Schleichwege zwischen Osloer Strasse und Badstrasse, die an der Panke lang führen. Viele, die die Wege nicht kannten, waren erstaunt, wie schön es dort ist. Auf der einen Seite führt der Weg entlang eines verklinkerten schönen Gebäudes, der Bildhauerwerkstatt. Auf der anderen Seite führt er vorbei an der Louisenbibliothek, auch ein sehr schönes Gebäude, und erst kürzlich renoviert. Zumeist beschallten Einzelmusiker oder Duos die Zuhörer, die Panke, Enten und viele Gänseblümchen. Leider ist die versteckte Lage mitten in Berlins Mitte auch eine Einladung für zwielichte Gestalten, die sich dort ungesehen herumtreiben können. Und auch Müll wird dort gern entsorgt. Das ist aber an den Festivaltagen nicht aufgefallen.

Oder hat er alles vorher aufgesammelt....
Oder hat er alles vorher aufgesammelt….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Solche Wochenenden tragen auf jeden Fall dazu bei, den Wedding nicht nur mit Raubüberfällen und Parken in zweiter Reihe zu verbinden, sondern als neue Mitte Berlins mit interessanten Leuten und schönen Orten. Wedding ist „In“ und das lässt sich nicht mehr aufhalten.

Petra wartet auf Aktion!
Petra wartet auf Aktion!

Der Eintritt zu sämtlichen Veranstaltungen war übrigens frei und das Kulturfestival wird im nächsten Jahr ziemlich sicher wiederholt.