Das Große Schlagzeugbecken

Das Ride Cymbal, das auch Großes Becken oder Begleitbecken genannt werden kann, ist ein interessantes Musikinstrument und bietet dem Schlagzeuger sehr viele Klang und Rhythmusmöglichkeiten. Das Ride Cymbal ist, sozusagen, mit dem Jazz aufgewachsen und hat die Rolls aus dem Militärbereich abgelöst.
Alle Instrumente orientieren sich im Jazz an der Melodie, und das typische Jazzmelodieinstrument ist das Saxophon. Das Saxophon kann Töne aushalten und aneinanderreihen. Das können wir auf der Trommel nur indem wir einen Roll, einen Schlagzeugwirbel, spielen. Da Schlagzeuger dafür beide Hände brauchen, kann dazu kein Cymbal, bzw. nur eingeschränkt, z.B. die Hi-hat mit dem Fuß, gespielt werden. Also wurde ein Becken entwickelt, dass die Note so lange klingen lässt bis die nächste gespielt wird. Das Ride Cymbal war erfunden. Nun konnte mit der rechten Hand ein flächiger Rhythmus gespielt werden und die linke Hand ist frei um den Rhythmus mit der Snare Drum zu akzentuieren.
Wie oben schon erwähnt, hat das Ride viele Anschlagsflächen. In der Mitte des Beckens haben wir eine kleine extra Wölbung. Das ist die Glocke.

Glockenklang im Ride Cymbal
In der Mitte ist eine Glocke

Fast alle Cymbals haben diesen Glockenklang. Es gibt aber auch “Flat Ride” Cymbals, die auf dieses “Extra” verzichten.

 

 

 

Die Hauptanschlagsfläche ist ca. auf dem höchsten Punkt der Wölbung die ein Ride Cymbal, bis auf die Flat Rides (darum der Name), normalerweise hat.

Das Ride Cymbal anschlagen
Das Ride Cymbal wird in der Mitte der Wölbung angeschlagen

Spielen wir das Cymbal am äusseren Rand, bauschen sich die Frequenzen zu einem chaotischen Ton auf und der Rhythmus ist dann nicht mehr als Begleitung zu gebrauchen.

Wir können das Ride auch mit der flachen Seite eines Schlagzeugstocks anschlagen und erreichen einen ähnlichen Sound wie bei einem Crash Cymbal.

 

Den Sound eines Ride Cymbals richtig hören zu können ist nicht einfach. Das Ohr muß dafür extra geschult werden und der Schlagzeuger braucht Erfahrung, um sich bei der großen Anzahl an Ride Cymbals, die es inzwischen gibt, entscheiden zu können. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass jedes Cymbal seinen vollen Klang nur entfalten kann, wenn es richtig gespielt wird. Ein Cymbal  mit richtiger Technik zu spielen, heißt, es anzuschlagen und nicht draufzuschlagen!  Das tollste Becken kann nicht klingen wenn es nicht richtig gespielt wird und ein günstiges Cymbal kann überzeugen, wenn es mit guter Technik angeschlagen wird.

Natürlich hängt die Entscheidung für ein Ride Cymbal auch davon ab, in welchem Stil es gespielt werden soll. Das Jazz-Ride eines Schlagzeugers wird sehr wahrscheinlich ein anderes sein, als sein Fusion-Ride. Im Jazz wollen wir legato spielen und brauchen einen flächigen Sound. Im Fusion brauchen wir einen kräftigen, brillanten Sound, der die Akzente nicht übertüncht.

Ein bewährtes Cymbal
Paiste Rude Ride Cymbal

Das Rude Ride Cymbal ist ein altbekanntes und bewährtes Cymbal von Paiste. Wie der Name schon sagt, wird es für freche Musik eingesetzt. Für Jazz würde ich dieses Cymbal nicht empfehlen, obwohl Jazz auch sehr frech sein kann….

 

 

 

Jazz Ride Cymbal
Paiste Jazz Cymbal

Das Cymbal habe ich noch nicht gespielt , es sieht aber nach Jazz aus.

 

 

 

 

Schwarzes Ride Cymbal
Paiste Signarid Cymbal

Und das Auge spielt auch mit.

Das Ride Cymbal
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One thought on “Das Ride Cymbal

  • 17. Oktober 2014 um 15:24
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    Hi d-drums. Guter Artikel! Überhaupt alle Artikel zu den Cymbals. So hatte ich noch nicht über die Cymbals nachgedacht. Ich werde Deinen Blog auf jedenfall weiter verfolgen. William

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