Schlagzeug-Feel

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Wann und warum sprechen wir von “Feel” im Zusammenhang mit dem Schlagzeugspiel?

Wenn ich in meinem Unterricht nebenbei erwähne, dass der spielende Schüler ein schönes Feel gespielt hat, bin ich erstaunt, dass dieser Ausdruck meinen Schüler nicht nur auch erstaunt, sondern er auch genau wissen möchte, was ich denn damit meine. Feel heißt im deutschen Gefühl. Eventuell denkt ein Schlagzeugschüler noch nicht daran, dass Musik bei uns Menschen Gefühle weckt, erreicht bzw. hervorruft. Aber ich denke wir alle kennen dies und haben es erlebt wenn wir Musik hören.

Und so kann auch Rhythmus und insbesondere das Schlagzeug, dass sowohl Melodie, Harmonie und Rhythmus enthält, Gefühle erzeugen.

Wir Europäer verknüpfen besonders die Melodie mit der Erzeugung einer Stimmung, eines Feels durch Musik. Das liegt sicher daran, dass unsere europäische Musikkultur mit der Melodie begann. Aber z.B. bei Völkern aus dem westlichen Afrika, deren musikalische Hochkultur die Trommeln sind, sind Feels durch Rhythmus unweigerlich mit dem Spielen der Trommeln verbunden.

Das Moderne-Schlagzeug spielt auch ständig Melodien, z.B. durch Fill In’s und Harmonien durch Grooves, nur sind diese abstrakter als mit unserem Tonsystem zu erkennen und subtiler zu verstehen. Aber letztendlich macht die Fähigkeit feels zu spielen den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Schlagzeuger, Schlagzeugerin, aus.

Was genau produziert ein Schlagzeug-Feel? Was braucht der Rhythmus um Gefühl auszudrücken, Gefühle zu erzeugen?

Feels sind zwar einerseits eine sehr persönliche Angelegenheit, aber auch abhängig von den vorhandenen technischen Fähigkeiten des Schlagzeugers, der Schlagzeugerin.

“Verantwortlich” für Feels ist auf jeden Fall der Anschlag auf die Cymbals und Trommeln. Da bringt schon jeder Schlageuger jede Schlagzeugerin ihr persönliches Möglichkeiten mit ins Spiel…Wie weit wird, kann der Rebound beim Anschlag mit einbezogen werden? Wie ist die Verteilung der einzelnen Muskelgruppen auf den Schlag? Welche Instrumente haben die Spieler zur Verfügung, oder welche wurden ausgewählt…

Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Phrasierung. Wiederum braucht es eine technische Voraussetzung um eine Phrasierung überhaupt bewußt spielen zu können. Die Muskulatur dafür muß geschult sein und das musikalische Gehör. Kann der Spieler die Subdivisons spielen ohne dabei den Focus auf den Beat, meist die Viertel oder Achtel, zu verlieren, spielen?

Feels zu spielen bedeutet aber auch, ein Verständnis und Gefühl für die zu spielende Musik zu haben. Wer bei einer Ballade drauf haut wie beim Heavy-Metal, spielt evtl. das falsche Feel…. Fakt ist aber auch, dass das Spielen von Feels eine gewissen “Künstlerische Freiheit” beinhaltet. Und Messwert dafür ist ganz einfach, ob sich deine Mitspieler und/oder das Publikum wohl fühlen. Denn das hängt entscheidend vom Drummer ab.

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