Der Schatzgräber von Franz Schreker

Die Oper von Franz Schreker wurde am 1. Mai 2022 an der Deutschen Oper in Berlin aufgeführt. Gespielt wurde die Oper von dem Orchester und dem Chor der Deutschen Oper.

Die Oper in einem Vorspiel, vier Akten und einem Nachspiel mit Text von Franz Schreker. Die Oper dauert ca. 2 Stunden und 45 Minuten und wird in deutscher Sprache aufgeführt mit englischen Übertiteln.

Die Oper ist im beginnenden 20. Jahrhundert geschrieben worden und relativ unbekannt. Durch ein Verbot der Aufführung während des Nationalsozialismus verschwand die Oper in der Schublade. Der Regisseur Cristof Loy wollte die Oper nicht gänzlich in Vergessenheit geraten lassen und holte sie darum aus der Schublade hervor.

In der Oper dreht es sich um das Verhältnis von Fantasie und Realität, dem Verhältnis von Kunst und Leben. Dargestellt wird dies mit den Charakteren von Els und Elis. Sie, aufgewachsen ohne Mutter in einer brutalen Männerwelt,

er ein fahrender Sänger der mit seiner magischen Laute Gold und Edelsteine aufspüren kann und damit die Menschheit beschenken möchte.

Nach meinem Empfinden ähnlich wie in dem plattdeutschen Märchen vom Fischer und seiner Frau“ myne Fru de Ilsebill: will nich so, as ik wol will“ kann sich Elis mit nichts zufrieden geben, selbst das schönste Geschmeide ist ihr nicht genug. Und so geht es in der Oper einmal mehr um das Sehnen selbst.

Die Geschichte von Els und Elis geraten zum Traumspiel in einer Welt voller Gier und emotionaler Haltlosigkeit.

So wird Els durch Verleumdung zum Tode verurteilt und entgeht nur knapp dem Tod durch erhängen.

Das Thema wurde gut durchdacht allerdings werden Szenen und insbesondere die Oper natürlich durch die Musik nicht nur begleitet, sondern die Charaktere und die Szenen dargestellt und interpretiert. Da tut sich meiner Meinung nach nun der Graben zu den großen Opern von den “ weltweit bekannten“ Komponisten auf. Ich zumindest möchte die Bilder mit guter Musik verknüpfen und auch einen Hörgenuss erleben. Das war für mich hier leider nicht der Fall. Natürlich ist es schon eine große Leistung eine funktionierende Oper zu schreiben, aber für meine Ohren blieb die Musik unter meiner Erwartung die durch die Ankündignung als eine der wichtigsten Opern des 20. jahrhunderts, doch recht groß war. Das ist allerdings meine persönliche Meinung und am besten überzeugt sich jeder selbst was er von dieser Oper hält.

Musikalische Leitung: Marc Albrecht, Inszenierung. Christop Loy, Bühne: Johannes Leiacker, Kostüme: Barbara Drosihn, Licht: Olaf Winter, Chöre: Jeremy Bines, Dramarturgie: Dorothea Hartmann.

Auf den Fotos: Els: Elisabet Strid, Elis, Daniel Johansson, Der Narr: Michael Laurenz

7 Death of Maria Callas von Marina Abramovic an der Deutschen Oper Berlin

In 7th Death of Maria Callas geht es natürlich um diese aussergewöhnlich Sängerin, die im Laufe ihrer Karriere oft sterben mußte. Marina Abramovic, selbst eine aussergewöhnliche Frau und Künstlerin, ist seit ihrer Jugend von Maria Callas fasziniert und für diese ihre aussergewöhnliche Oper inszeniert.

Bei beiden Frauen ist die Kunst, die Öffentlichkeit und das Privatleben untrennbar miteinander verwoben und Marina Abramovic verarbeitet auch die für sie daraus resultierenden seelischen Schmerzen.

In 7 Death of Maria Callas dekonstruiert die Künslerin die Oper und fügt sie zusammen mit Elementen ihrer Performance-Kunst-als Hommage an eine der größten Opernsängerinnen unserer Zeit und als Hommage an ein Leben für ihre Kunst, die eine Trennung zwischen Privatleben und Profession nicht ermöglicht hat.

Die Künslerin stellt sieben Partien der Callas auf dar, wobei sie versucht den Kern der jeweiligen Oper zu enthüllen und die spezielle Art des Sterbens hervorzuheben.

Mit 7 Videos stellt sie zusammen mit Willem Dafoe, einem bekannten US-amerikanischen Schauspieler, die unterschiedlichen Opern-Tode der Maria Callas dar. Im wirklichen Leben ist sie,so die Künslerin Abramovic, letztendlich an gebrochenem Herzen gestorben . Und dies wurde ihr durch ihre große Liebe Aristoteles Onassis beigefügt.

Für diese Oper wurden die bekannten Arien von Carmen, Floria Tosca, Desdemona, Lucia Ashton, Norma, Cio-Cio-San und Violetta Valery, ergänzt durch Neukompositionen des jungen serbischen Komponisten Marko Nikodjevic. Die musikalische Leitung hat dabei Yoel Gamzo. Das Orchester der Deutschen Oper Berlin spielt die Musik.

Die Oper dauert ca. 1,5 Stunden und überzeugt durch grandiose Bilder, Darsteller, das Timing und die dazugehörige Dramarturgie. Die Aufgabe der Dramaturgie hatte Bededikt Stampfli.

Marina Abramovic ist im damaligen Jugoslawien geboren und hat die internationale Kunstszene und vor allem die Performance-Kunst, seit den 70er Jahren geprägt. Ihre Werke wurden unter anderem aufgeführt im Centre Pompidou in Paris, der neuen Nationalgalerie Berlin, dem Museum of Modern Art New York, dem Guggenheim Museum und auf der Documenta.

An ihrer Oper wirkte auch Petter Sklavan als Autor mit. Filmregie hatte Nabil Elderkin und für die Video-Intermezzo kümmerte sich Marco Brambilla. Kostüme und Konzeption des Bühnenbilds sind Riccardo Tisci und Anna Schöttl zuzurechnen.

Ich war sehr angetan von der Umsetzung dieser Oper und kann sie weiter empfehlen. Ich hoffe, dass sie noch oft gezeigt wird denn sie ist etwas ganz besonderes und durch die hochkarätige künstlerische Arbeit und Ausführung war sie für mich eine Bereicherung. Auch fand ich, dass diese Oper unabhängig von Maria Callas und Marina Abramovic, Leben, Tod und Liebe so darstellt, dass eigene Empfindungen darin Platz finden.

Wie gut, dass wir die Deutsche Oper in Berlin haben, die immer wieder mit dem ausgewählten Programm überzeugt.

Die Berliner Premiere ist am 8. April, weitere Vorstellungen gibt es am 10. April um 15 und 19 Uhr.

Baby Dodds‘ und New Orleans Drumming

Wer ist Baby Dodds ? geboren am Weihnachtsabend 1898 (manchmal wird das Geburtsjahr auch angegeben mit 1894 oder 1896…) Sein älterer Bruder Johnny Dodds war auch ein Musiker und Klarinettist.

Schon mit 16 Jahren arbeitete er als Vollzeitschlagzeuger mit der Willie Hightower’s Band, die „American Stars“.

Danach gesellte er sich zu der Frankie Duson’s Eagle Band bei der auch der Trompeter Bunk Johnson (Trompeter) mitspielte. !

1918 spielte er für drei Jahre mit der Fate Marable Band auf einem Missisippi Riverboat u.a. mit Louis Armstrong.

Zusammen mit Louis Armstrong verliess er das Riverboat um der berühmten King Oliver’s Band als Schlagzeuger zu dienen. Zuerst spielten sie in San Francisco um dann nach Chicago zu wechseln, wo sich Louis Armstrong ihnen anschloss.

Später spielte er dort mit Louis Armstrong und seinen Hot Seven, spielte mit Jelly Roll Morton’s Red Hot Peppers, mit Sidney Bechet und seinem Bruder Johnny Dodds.

1944 endlich zog er nach New York und spielte wieder mit Bunk Johnson. 1948 tourte er durch Europa mit Mezz mezzrow und erlitt in 1949 einen Schlaganfall. Er zog wieder nach Chicago wo er am 14. Februar 1959 starb.

Babby Dodds spielte das Schlagzeug als es in vollem Gang seiner Entwicklung stand. Im gegensatz zu Jo Jones, dem Erfinder der HiHat, spielte Baby Dodds die HiHat nicht gern und hat sein Equipment wie folgt zusammengestellt:

– Eine Bassdrum die er von Ben Pollack bekommen hatte. Eine Snare Drum die er 1921 erwarb und die mit Ziegenfell bespannt war. Drei Tom Tom’s die er erst 1945 erworben hatte. Zwei Cymbals, ein Großes und ein Kleines, aber beide Zildjian-Cymbals die in Constantinople hergestellt worden waren. Das Große kostete 75 US-Dollar in 1919, was sehr viel Geld war zu der damaligen Zeit. Er besaß ein Speed-Bassdrumpedal, Ein Woodblock, eine Kuhglocke, die seit 1916 zu seinem Equipment gehörte und eine Ratsche. Er spielte 4A Drumsticks und besaß ein paar Mallets.

Ein lohnenswertes Drum Solo für eine Transkription ist auf der CD „Spooky Drums NO. Two“ from Baby Dodds Talking And Drum Solos, Folkwang Record and Service Corp. FJ2290, Aufgenommen im frühen Jahr 1946 in New York.

Obwohl Dodds in seinen frühen Jahren als Schlagzeuger mehrere bezahlte Lehrer hatte, beeinflussten ihn die verschiedenen Jazz-Schlagzeuger in New Orleans. So wurde er auch ein Teil der New Orleans-Tradition während Trauermärschen Jazz zu spielen. Dodds beschreibt diese Erfahrung in seiner Autobiografie: “Der Jazz, der nach den Beerdigungen in New Orleans gespielt wurde, zeigte keinen Mangel an Respekt für die Person, die begraben wurde. Er zeigte ihren Leuten eher, dass wir wollten, dass sie glücklich sind.“

New Orleans Jazz Drumming ist ein angeshuffelter und syncopierter Rhythmus mit Marschfeel auf der Snaredrum gespielt. Meine Schüler haben ihren ersten Kontakt mit diesem Stil durch meine, von mir so genannte, „New Orleans Basic Excercise“. Was erstmal nichts weiter ist als der Wechsel zwischen Viertel, Achtel und Sechzehntel, gespielt auf der Snaredrum mit Single Stroke. Die Grundlage für alle weiteren Rhythmen und Handsätze.

Richard Wagner – Siegfried an der Deutschen Oper Berlin

Am 6. November wurde für die Aufführung des Siegfried an der Deutschen Oper in Berlin geprobt, genauer gesagt war es die Generalprobe. Ich habe als Zuhörerin und Fotografin daran teilgenommen unf bin wieder einmal von der Deutschen Oper begeistert worden. Kostüme, Kulisse, Inszenierung, Licht und Dramarturgie sind einfach immer wieder ein Genuss ohne Reue.

Die musikalische Leitung hatte Sir Donald Runnicles und dirigierte das Orchester der deutschen Oper mit Bravour. Es gab wirklich nichts auszusetzen und wie ginge das auch bei der Komplexität dieses Wagner-Werkes. Die Musik ist definitiv keine leichte Kost. Unglaublich viele, mal kürzere, mal längere Melodiephrasen, die mal schwermütig, mal leichtfüssig, aber ständig in aufregender Bewegung miteinander verflochten sind.

Die Inszenierung hatte der bekannte norwegische Musiker und Opernspezialist Stefan Herbheim.

Das Bühnenbild und wie es sich verändert unterstützt die Aufführung und die Musik in ganz hervorragendem Maße. Kein Kitsch, kein störendes Element und doch auch angenehme visuelle Reize wie z.B. die Drachenszene.

Als heroisches Lustspiel bezeichnete Richard Wagner den dritten Teil seiner Ring-Tetralogie. Siegfried wird erwachsen und lernt das fürchten erst in der Gegenwart einer schlafenden Frau. Der Konflikt zwischen diesem Fürchten und der aufkeimenden sexuellen Lust ist mehr als deutlich dargestellt worden und erinnert an die Szene aus dem Film „Das Parfüm“.

Das Bühnenbild ist in Gemeinschaft zwischen Stefan Herheim und Silke Bauer, die ihre Ausbildung zur Bühnenplastikerin an der Deutschen Oper mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, entstanden. Stefan Herheim möchte einerseits die hohe Kunstwertigkeit der Oper spielerisch sichtbar machen und auf der anderen Seite auch der Imaginationskraft des Publikums übergeben. Dadurch setzt er mehr, wie auch bei den anderen Teilen des Rings, auf das szenische Zusammenspiel von Symbolen und Musik, als auf Bühnenrealismus. Für mich persönlich ist dies zwingend Notwendig, denn wer könnte schon bei dieser Musik wissen welche Realität hier herrscht.

Die Dramaturgie hatten Alexander Meier-Dörzenbach, freiberuflicher Dramaturgist und Jörg Königsdorf der seit 2010 Chefdramaturgist der Deutschen Oper ist.

Satte 6 Stunden, inklusive der langen Pausen, dauert das Opernspektakel. Die Musik Wagner’s macht es möglich, dass es kein bisschen langweilig wird und die Zeit wie im Flug vergeht. Ob die langen Umbaupausen eher stören oder den Weg für die Konzentration auf einen neuen Absatz wieder frei machen, wird jeder für sich selbst entscheiden.

Die Inszenierung wurde möglich durch die Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e.V.

Berliner Staatsoper unter den Linden: Madame Butterfly

Madame Butterfly ist eine Oper in drei Akten von Giacomo Puccini. Das Libretto der Oper wurde von Giuseppe Giacosa und Luigi Illiaca geschrieben. Sie war erstmal eine Oper in zwei Akten und wurde noch im selben Jahr der Uraufführung 1904, umgeschrieben in drei Akte. Grundlage der Oper bot die Erzählung Madame Butterfly von 1898 von John Luther Long und der Tragödie Madame Butterfly von David Belasco. Und ja wenn dies keine Tragödie ist was dann? Die schöne Japanerin Butterfly wird von einem Amerikaner umworben, ja sogar auf japanische Weise und damit für ihn unverbindlich, geheiratet, um sie dann zu verlassen und mit einer Amerikanerin, seiner neuen Frau, zurückzukehren. Mit Butterfly möchte er am liebsten nicht mehr in Kontakt kommen, und nur noch den gemeinsamen Sohn mit nach Amerika nehmen. Am Ende stirbt Butterfly vor Liebeskummer indem sie sich, ganz nach japanischer Tradition, mit einem Messer selbst das Leben nimmt.

Ich habe diese Oper in der Berliner Staatsoper am Samstag den 4. September 2021 gehört und gesehen. Inszeniert wurde die Oper von Eike Gramss der ein deutscher Opern und Theater -Regisseur, sowie Theater Intendant war und 2015 verstorben ist. Das Bühnenbild ist natürlich japanisch gestylt und recht einfach gehalten, was angenehm war um sich voll auf die wundervolle Musik Puccini’s konzentrieren zu können.

Die musikalische Leitung hatte der international anerkannte Massimo Zanetti. Das Orchester spielte ganz hervorragend und auch die Sänger und Sängerinnen stellten ihr Können unter Beweis.

Die Vorführung fand noch unter eingeschränkten Corona-Bedingungen statt und war nur zu einem Drittel des möglichen Publikums besetzt. Es wurde ganz genau nachgeschaut ob auch jeder geimpft, getestet oder genesen war. Am Platz durften die Masken, die sonst obligatorisch waren, abgesetzt werden.

Berliner Staatsoper Unter den Linden 7, 10117

Berliner Staatsoper unter den Linden : Le nozze di Figaro

Le nozze di Figaro ist eine Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Ich habe eine Inszenierung von Vincent Huguet in der Staatsoper Berlin am Sonntag den 26. September 2021 besucht.

Der Franzose Vincent Huguet ist eigentlich Historiker und Kunsthistoriker und arbeitete als Geschichtslehrer. Eventuell durch seine Arbeit als Kunstkritiker und Autor oder vielleicht einfach durch einen Zufall ist es dazu gekommen, dass er, inzwischen mitte Vierzig, an der Staatsoper Inszenieren darf. Es ist mir ein Rätsel warum in Berlin immer mehr „Spartenfremde“ die Arbeit bekommen, die eigentlich jemand speziell dafür ausgebildet und prädestiniert dafür, machen sollte. Es machte sich besonders an den Details bemerkbar, dass hier kein großer Künstler, sondern ein Kunsthistoriker am Werk war. Z.B. lies der gute Herr Huguet zwei Darstellerinnen rauchen. Entweder weil er selber raucht und das einfliessen lassen mußte, oder weil er sich nicht anders zu helfen wußte. Ich fand es grauenvoll für mich und mochte mir gar nicht vorstellen was die Sängerinnen da komplett unnötig erleiden mußten. Es erschloss sich mir in keiner Weise warum und wozu. Vielleicht sollte es Nervosität darstellen ? Das geht auch anders. Am Anfang mußten die armen Künstler bei einem Workout auf einem Tisch in einer Küche ihre Texte singen. Sowohl die langweilige Küche als auch die unglaublich uninspirierten Kostüme machten es nicht leicht sich der tollen Arbeit Mozarts zu erfreuen.

Die Musik die von Mozart mit 30 Jahren geschrieben wurde und die Texte von seinem Librettisten Lorenzo Da Ponte ,setzten neue Maßstäbe in Dynamik, Humor und Esprit.

Als Dirigent war niemand geringerer am Werk als der mozarterfahrene Daniel Barenboim. Mit »Così fan tutte« und »Don Giovanni« kommen auch die beiden anderen Da-Ponte-Opern auf die Bühne, als Teil 1 und 3 dieser eigens für die Staatsoper konzipierten Trilogie.

Der Haupttenor war krank geworden und der Ersatzsänger bewerkstelligte eine unglaubliche Leistung. Trotz nur einer Probe war es ihm nicht anzumerken, dass er so kurzfristig eingesprungen ist. Und aus diesem Grund wurde dies auch nochmal anerkennend von Daniel Barenboim hervorgehoben.

Die Nacht des Figaro ist eine Opera Buffa in vier Akten. Die Verbindung dieser Abschnitte gelang gut und die 3,5 Stunden sind auch schnell vergangen dank der hervorragenden Leistung der Sänger und Sängerinnen.

Und ja, an manchen Stellen ist auch die Humorvolle Seite dieser Oper zum Vorschein gekommen.

Allerdings ganz so wie ich es auf der Webseite der Staatsoper gelesen habe: “ Temporeichtum und Situationskomik gelangen dabei ebenso zum Vorschein wie Nachdenklichkeit und Melancholie. Die immense Differenzierungskunst, wie sie sich in Mozarts Wunderwerk so eindringlich zeigt, wird sich auch in der musikalischen und szenischen Darstellung widerspiegeln. “ habe ich es nicht empfunden.

Staatsoper unter den Linden 7, 10117 Berlin

Tango Sommerfest Schlossgut Schwante 2021

Für 2021 habe ich drei Milongas auf dem Schlossgut Schwante organisiert. Leider konnten aufgrund von Dauerregen nur Zwei davon realisiert werden.

Das Schlossgut Schwante, ehemals Schloss Schwante ist nach langem wirren endlich in die richtigen Hände gekommen. Zuständig für den inzwischen wunderschön angelegten Schloßgarten ist Loretta Würtemberger die auch beruflich in der Kunstszene aktiv ist.

Neben dem Schloßgebäude, das inzwischen privat genutzt wird, wurden die alten Nebengebäude zu Gastronomie umgebaut. Eingerahmt von Kunst ergibt dies einen wunderbaren Ort um dort dem kunstvollen Tangotanz eine Tanzfläche zu geben.

100qm Tanzfläche wurden angekarrt und zusammengesetzt. Am 12. Juni dann war das Eröffnungsfest

Zu dem Zeitpunkt hatte uns die Corona-Pandemie noch voll im Griff. Es waren Wochen, nein Monate vergangen ohne das irgendeine Tangoveranstaltung hatte stattfinden können. Jetzt war genau unser Schlossgut-Schwante-Eröffnungsfest auch das Eröffnungsfest für die nun wieder anlaufende Tangosaison. Ja, inzwischen reden wir schon von Tangosaison da es sich in diesen Zeiten besser Open-Air tanzen lässt als in geschlossenen Räumen und bekanntlich geht das in unseren Breitengraden nur während der Sommermonate. Und das, wie sich herausstellen wird, auch nicht immer und unbedingt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten durch die Coronabestimmungen und auch weil der Tag immer wieder mit Regenschauern unterbrochen war, wurde es eine wundervolle Milonga ohne Regen und dafür mit toller Tanzperformance von Pablo und Ludmilla , die auch das Internetportal Universitango betreiben.

DJ war an diesem Tag der weltweit bekannte Guillermo Monti, und ja, er hat es super gemacht. Der Fels in der Milonga mit wunderschöner Tangomusik.

Am 3. Juli dann ein weiteres Highlight zur Milonga : Livemusik mit Pablo Woiz und Noelia Tomasi. Die Schirmherrschaft hatte das Mala Junta und war durch ihre Tangolehrerin und DJ AlaMalisa vertreten. Bevor es losgehen konnte gab es aber noch einen Schrecken, denn aus irgendeinem, im nachhinein komplett im Nebel liegenden Grund, funktionierte anfänglich die Musikanlage nicht. Es hat dann noch rechtzeitig geklappt, aber das nächste Mal bin ich noch früher da und kontrolliere Boden und Musikanlage persönlich.

Wieder mit dabei, Ann-Sophie die die Anmeldungen und die Corona-Verordnung kontrolliert hat.

Die letzte Veranstaltung nun ist leider ins Wasser gefallen. Nach etlichem hin und her, hoffen und bangen hatte sich Petrus diesmal gegen die Milonga entschieden und ich mußte schweren Herzens die Veranstaltung aufgrund des Regens absagen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit die Veranstaltung in 2022 nachzuholen.

Zaungäste, stille und nicht so stille, sind auch immer mit dabei.

Nasser Kilada in der UFA-Fabrik in Berlin 2021

Sommer in Berlin, Sommer in der Ufa-Fabrik in Berlin, Sommerpause für das Coronavirus, bzw. für die Corona-Bestimmungen und was möglich ist an Kunst und Kulturveranstaltungen.

Open Air-Konzerte sollen von Juni bis September stattfinden sofern es die aktuellen SARS-Cov-2 Verordnungen des Berliner Senats erlauben. Die UFa-Fabrik und ihre Organisatoren haben ein so weit es geht, flexibles Programm entworfen und eine wirklich sehr schöne offene, aber doch überdachte Bühne erstellt.

Am 18. Juni 2021 lud die UfaFabrik zu Nasser Kilader, einem aus Ägypten stammenden Musiker, ein. Auf einer für die Band und die Zuschauer überdachten Freilichtbühne fand unter den an dem Tag geltenden Coronabedingungen, wie z.B. Abstandhalten und Nachverfolgbarkeit der Teinehmenden, statt.

Es tat auf jeden Fall mir unendlich gut wieder Livemusik zu hören und, wenn auch mit Abstand, dazu zu tanzen.

Nasser Kilada war auch schon auf dem Kenako-Festival auf dem Alexanderplatz eingeladen und sorgte dort wie hier für gute Musik und ausgelassene Stimmung.

Nasser Kilada spielt einen mix aus Afro- und Latinbeats, plus einem Schuss Reggaeton, dazu kommt orientalisches Flair und fertig ist der sehr eigene Stil der Band Nasser Kilada – Groove of the Nile.

Nasser Kilada nutzt für seine Kompositionen auch traditionelle Volkslieder aus seiner Heimat, dem Norden Afrikas und arabische Musik.

Seine Musik der Kontinente, Afrika, Südamerika und Europa machen die Band einzigartig.

Die UFA-Fabrik ist ein Urgestein der Veranstaltungsorte der Berliner Kunst und Kulturszene. Es gibt dort Bühnen, eine Freie Schule, und das Cafe- Ole. Das alles eingebettet in einen schönen ruhigen Platz. Das Cafe-Ole, indem ich zu Studienzeiten sogar gejobt habe, ist zur Zeit verwaist und sucht einen neuen Pächter. Also wer sich dafür interessiert, kann sich jetzt bewerben.

Es war ein rundum schönes Konzert mit hochkarätigen Musikern und viel Freude am musizieren.

Ticket und Gutschein für die folgenden Veranstaltungen können im Vorverkauf erworben werden. Unter der Woche von 10-18 Uhr, Sonntags von 14-18 Uhr. Das geht telefonisch unter 030-755030 oder über die Webseite ufafabrik.de

Die ufafabrik, Internationales Kultur Centrum, Viktoriastrasse 10-1, 12105 Berlin, Verkehrsverbindung über die U6 Ullsteinstrasse oder Bus 170, N6, N84

Schlossgut Schwante Sommertango

Auf dem Schlossgut Schwante organisiert d-drums Tango in diesem Jahr drei MILONGAS. Milongas sind Tanztreffen der Tangoszene. Es wird getanzt in Tandas und zwischen jeder Tanda gibt es eine Cortina.

Eine Tanda besteht aus 3 – 4 Tangoliedern. Diese gehören immer zu einem Stil und diese sind entweder Tango, Tango-Walzer oder Milonga. Diese drei Stile wechseln sich ab. Der Ablauf, bzw. die Reihenfolge ist etwas Variabel, aber doch regelmässig im Wechsel. Die Wechsel werden durch die Cortina getrennt. Cortina ist der Vorhang, sozusagen Vorhang runter für den Wechsel auf den nächsten Stil. Cortinas sind sehr DJ spezifisch. Es kann alles mögliche gespielt werden, von Jazz zu den Beatles und umgekehrt.

Tango ist Musik ohne Schlagzeug im 4/4tel Takt und hat sehr viele verschiedene Stimmungen. Von super Stakkato bis dynamisch weit in den musikalischen Bögen. Ein Tangowalzer ist im 3/4tel Takt oder kann auch ein 6/8tel Takt sein, bzw. die Mischung der beiden Taktarten im ternären Rhythmussystem. Die Milonga ist eine meist flotte Musik mit der Betonung auf 2+ und macht gute Laune.

Alle drei Arten werden auch entsprechend ihrer Stimmung getanzt. Da Tango aber ein Improvisationstanz ist gibt es eine unendliche Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten. Je nach Niveau der Tänzer aber auch je nachdem wo der Tango gelernt wurde, wird die Musik interpretiert.

Ganz wichtig ist auch, dass auf der Tanzfläche die Tanzpaare im Kreis tanzen und zwar gleichmässig und regelmässig. Ja, das funktioniert, aber es funktioniert nur mit einer entsprechenden Ausbildung. Das ist auch ein Grund warum es nicht möglich ist ohne Vorkenntnisse an einer Milonga teilzunehmen. Besonders die Tanqueros haben es da schwer, denn sie haben die Aufgabe die Folgende, die Tanquita, sicher im Kreis zu führen.

Am 12. Juni 2021 war das Eröffnungskonzert. Es war schön, die Sonne schien, der DJ war der bekannte Argentinier Guillermo Monti und als besonderen Augenschmaus tanzte das Tangotanzpaar Pablo&Ludmilla für die Gäste.

Der Eröffnungsabend war ein Tag ohne Regen aber mit guter Stimmung. Das nächste Milongaevent ist am 3. Juli.

Videochat Schlagzeugunterricht – Tips

Seit 2020 haben wir ein neues Virus das zu einer weltweiten Pandemie geführt hat.

Dadurch wurde auch der Musikunterricht teilweise unmöglich gemacht. Gruppenunterricht war sowiso nicht mehr möglich und auch der Einzelunterricht wurde bald untersagt. Es begann die Zeit der Videochats. Ob Zeichenkurse, Tänze, Yoga, Meditation oder Instrumentalunterricht usw. , es wurde nur noch im Videochat angeboten. Die Studios und Atelliers blieben verwaist.

Jetzt zu den Tips:

Es ist viel schwieriger im Videochat ein Musikinstrument zu unterrichten als im Präsenzunterricht. Darum hier ein paar Tip’s für einen erfolgreicheren Unterricht per Videochat.

Nr. 1) Bitte sei vorbereitet ! Je besser du vorbereitet bist, desto mehr kannst du auch aus einer Videochatunterrichtsstunde herausholen. Das heißt z.B. dass ihr eure Bücher, euer Unterrichtsmaterial schon bereit liegen habt und die Kamara so eingestellt ist, dass ihr euch entsprechend euren Lehrern präsentieren könnt.

Tip 2) Auch im Videochat gilt, dass Fragen erwünscht sind und ein Musikunterricht davon lebt, dass sich die Schüler und Schülerinnen mit dem Unterrichtsstoff vor der aktuellen Unterrichtsstunde beschäftigt haben. Dadurch entstehen Fragen! Und mit diesen Fragen als Grundlage lässt sich ein Unterricht im Videochat einfacher gestalten als kein Thema parat zu haben.

Tip3) Dein Schlagzeuglehrer, deine Schlagzeuglehrerin können unmöglich ununterbrochen 45 Minuten auf den Bildschirm schauen und jede Bewegung von dir kontrollieren. Wenn also deine Lehrer mal nicht zu sehen sind dann gehen sie vielleicht einfach nur mal durch den Raum oder holen sich ein Glas Wasser. Für Euch heißt das aber nicht, dass ihr zu einer Salzsäule erstarren müßt, sondern bitte übt weiter .

Tip4) Bitte gebt genaue Orientierung wo und was ihr gerade macht. Wenn wir zum Beispiel in meinem Unterricht an einem Buch von Fink arbeiten und ihr mir nicht sagt wo genau ihr nach einer Unterbrechung wieder ansetzt im Stück , kann ich nicht kontrollieren ob der Rhytmus stimmt oder was nun richtig und was evtl. falsch ist.

Tip5) Wenn z.B. bei mir das Mikrophon ausgeschaltet ist, heißt das nicht gleichzeitig, dass ich Euch nicht höre. Ich höre Euch natürlich, aber ihr hört keine störenden Geräusche von meiner Seite.

Tip6) Wenn Euch eine Aufgabe gegeben wird, dann beschäftigt Euch damit länger als nur 1 Minute! Eine Aufgabe länger zu spielen oder sich lange damit zu beschäftigen ergibt am Ende konkretere Fragen und dies ist im Videochatunterricht, siehe oben, hilfreich für den Unterricht.

Noch eine Ergänzung zu den Zuständen für Freiberufler und Selbstständige während der Pandemie: Natürlich mußten die Mieten für benötigte Räume weiter gezahlt werden und der Staat hat die Vermieter dann ordentlich unterstützt. Es gab Gelder für uns Freiberufler und Selbstständige, allerdings ging es wohl nur darum wie die Vermieter zu ihren Mieten kommen, wenn die Mieter durch die Pandemie keine Einnahmen mehr haben. Für den Lebensunterhalt wurde nichts zur Verfügung gestellt, da sollte es dann der Gang zum Sozialamt richten. Das nur kurz am Rande weil es in der Presse überhaupt nicht erwähnt wurde, und wahrscheinlich auch nichtmal so verstanden wurde. Wenn dann noch Gutverdienende Schüler, die trotz der Pandemie weiterhin gut verdienen, kündigen weil sie nicht in den Genuss des Präsenzunterrichts kommen, dann muß ich gestehen, finde ich das nicht in ordnung und ein Mangel an Solidarität. Kunst und Kultur braucht den finanziellen Zuspruch den Kunst und Kultur verdienen.