Richard Wagner – Siegfried an der Deutschen Oper Berlin

Am 6. November wurde für die Aufführung des Siegfried an der Deutschen Oper in Berlin geprobt, genauer gesagt war es die Generalprobe. Ich habe als Zuhörerin und Fotografin daran teilgenommen unf bin wieder einmal von der Deutschen Oper begeistert worden. Kostüme, Kulisse, Inszenierung, Licht und Dramarturgie sind einfach immer wieder ein Genuss ohne Reue.

Die musikalische Leitung hatte Sir Donald Runnicles und dirigierte das Orchester der deutschen Oper mit Bravour. Es gab wirklich nichts auszusetzen und wie ginge das auch bei der Komplexität dieses Wagner-Werkes. Die Musik ist definitiv keine leichte Kost. Unglaublich viele, mal kürzere, mal längere Melodiephrasen, die mal schwermütig, mal leichtfüssig, aber ständig in aufregender Bewegung miteinander verflochten sind.

Die Inszenierung hatte der bekannte norwegische Musiker und Opernspezialist Stefan Herbheim.

Das Bühnenbild und wie es sich verändert unterstützt die Aufführung und die Musik in ganz hervorragendem Maße. Kein Kitsch, kein störendes Element und doch auch angenehme visuelle Reize wie z.B. die Drachenszene.

Als heroisches Lustspiel bezeichnete Richard Wagner den dritten Teil seiner Ring-Tetralogie. Siegfried wird erwachsen und lernt das fürchten erst in der Gegenwart einer schlafenden Frau. Der Konflikt zwischen diesem Fürchten und der aufkeimenden sexuellen Lust ist mehr als deutlich dargestellt worden und erinnert an die Szene aus dem Film „Das Parfüm“.

Das Bühnenbild ist in Gemeinschaft zwischen Stefan Herheim und Silke Bauer, die ihre Ausbildung zur Bühnenplastikerin an der Deutschen Oper mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, entstanden. Stefan Herheim möchte einerseits die hohe Kunstwertigkeit der Oper spielerisch sichtbar machen und auf der anderen Seite auch der Imaginationskraft des Publikums übergeben. Dadurch setzt er mehr, wie auch bei den anderen Teilen des Rings, auf das szenische Zusammenspiel von Symbolen und Musik, als auf Bühnenrealismus. Für mich persönlich ist dies zwingend Notwendig, denn wer könnte schon bei dieser Musik wissen welche Realität hier herrscht.

Die Dramaturgie hatten Alexander Meier-Dörzenbach, freiberuflicher Dramaturgist und Jörg Königsdorf der seit 2010 Chefdramaturgist der Deutschen Oper ist.

Satte 6 Stunden, inklusive der langen Pausen, dauert das Opernspektakel. Die Musik Wagner’s macht es möglich, dass es kein bisschen langweilig wird und die Zeit wie im Flug vergeht. Ob die langen Umbaupausen eher stören oder den Weg für die Konzentration auf einen neuen Absatz wieder frei machen, wird jeder für sich selbst entscheiden.

Die Inszenierung wurde möglich durch die Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e.V.

Berliner Staatsoper unter den Linden: Madame Butterfly

Madame Butterfly ist eine Oper in drei Akten von Giacomo Puccini. Das Libretto der Oper wurde von Giuseppe Giacosa und Luigi Illiaca geschrieben. Sie war erstmal eine Oper in zwei Akten und wurde noch im selben Jahr der Uraufführung 1904, umgeschrieben in drei Akte. Grundlage der Oper bot die Erzählung Madame Butterfly von 1898 von John Luther Long und der Tragödie Madame Butterfly von David Belasco. Und ja wenn dies keine Tragödie ist was dann? Die schöne Japanerin Butterfly wird von einem Amerikaner umworben, ja sogar auf japanische Weise und damit für ihn unverbindlich, geheiratet, um sie dann zu verlassen und mit einer Amerikanerin, seiner neuen Frau, zurückzukehren. Mit Butterfly möchte er am liebsten nicht mehr in Kontakt kommen, und nur noch den gemeinsamen Sohn mit nach Amerika nehmen. Am Ende stirbt Butterfly vor Liebeskummer indem sie sich, ganz nach japanischer Tradition, mit einem Messer selbst das Leben nimmt.

Ich habe diese Oper in der Berliner Staatsoper am Samstag den 4. September 2021 gehört und gesehen. Inszeniert wurde die Oper von Eike Gramss der ein deutscher Opern und Theater -Regisseur, sowie Theater Intendant war und 2015 verstorben ist. Das Bühnenbild ist natürlich japanisch gestylt und recht einfach gehalten, was angenehm war um sich voll auf die wundervolle Musik Puccini’s konzentrieren zu können.

Die musikalische Leitung hatte der international anerkannte Massimo Zanetti. Das Orchester spielte ganz hervorragend und auch die Sänger und Sängerinnen stellten ihr Können unter Beweis.

Die Vorführung fand noch unter eingeschränkten Corona-Bedingungen statt und war nur zu einem Drittel des möglichen Publikums besetzt. Es wurde ganz genau nachgeschaut ob auch jeder geimpft, getestet oder genesen war. Am Platz durften die Masken, die sonst obligatorisch waren, abgesetzt werden.

Berliner Staatsoper Unter den Linden 7, 10117

Berliner Staatsoper unter den Linden : Le nozze di Figaro

Le nozze di Figaro ist eine Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Ich habe eine Inszenierung von Vincent Huguet in der Staatsoper Berlin am Sonntag den 26. September 2021 besucht.

Der Franzose Vincent Huguet ist eigentlich Historiker und Kunsthistoriker und arbeitete als Geschichtslehrer. Eventuell durch seine Arbeit als Kunstkritiker und Autor oder vielleicht einfach durch einen Zufall ist es dazu gekommen, dass er, inzwischen mitte Vierzig, an der Staatsoper Inszenieren darf. Es ist mir ein Rätsel warum in Berlin immer mehr „Spartenfremde“ die Arbeit bekommen, die eigentlich jemand speziell dafür ausgebildet und prädestiniert dafür, machen sollte. Es machte sich besonders an den Details bemerkbar, dass hier kein großer Künstler, sondern ein Kunsthistoriker am Werk war. Z.B. lies der gute Herr Huguet zwei Darstellerinnen rauchen. Entweder weil er selber raucht und das einfliessen lassen mußte, oder weil er sich nicht anders zu helfen wußte. Ich fand es grauenvoll für mich und mochte mir gar nicht vorstellen was die Sängerinnen da komplett unnötig erleiden mußten. Es erschloss sich mir in keiner Weise warum und wozu. Vielleicht sollte es Nervosität darstellen ? Das geht auch anders. Am Anfang mußten die armen Künstler bei einem Workout auf einem Tisch in einer Küche ihre Texte singen. Sowohl die langweilige Küche als auch die unglaublich uninspirierten Kostüme machten es nicht leicht sich der tollen Arbeit Mozarts zu erfreuen.

Die Musik die von Mozart mit 30 Jahren geschrieben wurde und die Texte von seinem Librettisten Lorenzo Da Ponte ,setzten neue Maßstäbe in Dynamik, Humor und Esprit.

Als Dirigent war niemand geringerer am Werk als der mozarterfahrene Daniel Barenboim. Mit »Così fan tutte« und »Don Giovanni« kommen auch die beiden anderen Da-Ponte-Opern auf die Bühne, als Teil 1 und 3 dieser eigens für die Staatsoper konzipierten Trilogie.

Der Haupttenor war krank geworden und der Ersatzsänger bewerkstelligte eine unglaubliche Leistung. Trotz nur einer Probe war es ihm nicht anzumerken, dass er so kurzfristig eingesprungen ist. Und aus diesem Grund wurde dies auch nochmal anerkennend von Daniel Barenboim hervorgehoben.

Die Nacht des Figaro ist eine Opera Buffa in vier Akten. Die Verbindung dieser Abschnitte gelang gut und die 3,5 Stunden sind auch schnell vergangen dank der hervorragenden Leistung der Sänger und Sängerinnen.

Und ja, an manchen Stellen ist auch die Humorvolle Seite dieser Oper zum Vorschein gekommen.

Allerdings ganz so wie ich es auf der Webseite der Staatsoper gelesen habe: “ Temporeichtum und Situationskomik gelangen dabei ebenso zum Vorschein wie Nachdenklichkeit und Melancholie. Die immense Differenzierungskunst, wie sie sich in Mozarts Wunderwerk so eindringlich zeigt, wird sich auch in der musikalischen und szenischen Darstellung widerspiegeln. “ habe ich es nicht empfunden.

Staatsoper unter den Linden 7, 10117 Berlin

Tango Sommerfest Schlossgut Schwante 2021

Für 2021 habe ich drei Milongas auf dem Schlossgut Schwante organisiert. Leider konnten aufgrund von Dauerregen nur Zwei davon realisiert werden.

Das Schlossgut Schwante, ehemals Schloss Schwante ist nach langem wirren endlich in die richtigen Hände gekommen. Zuständig für den inzwischen wunderschön angelegten Schloßgarten ist Loretta Würtemberger die auch beruflich in der Kunstszene aktiv ist.

Neben dem Schloßgebäude, das inzwischen privat genutzt wird, wurden die alten Nebengebäude zu Gastronomie umgebaut. Eingerahmt von Kunst ergibt dies einen wunderbaren Ort um dort dem kunstvollen Tangotanz eine Tanzfläche zu geben.

100qm Tanzfläche wurden angekarrt und zusammengesetzt. Am 12. Juni dann war das Eröffnungsfest

Zu dem Zeitpunkt hatte uns die Corona-Pandemie noch voll im Griff. Es waren Wochen, nein Monate vergangen ohne das irgendeine Tangoveranstaltung hatte stattfinden können. Jetzt war genau unser Schlossgut-Schwante-Eröffnungsfest auch das Eröffnungsfest für die nun wieder anlaufende Tangosaison. Ja, inzwischen reden wir schon von Tangosaison da es sich in diesen Zeiten besser Open-Air tanzen lässt als in geschlossenen Räumen und bekanntlich geht das in unseren Breitengraden nur während der Sommermonate. Und das, wie sich herausstellen wird, auch nicht immer und unbedingt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten durch die Coronabestimmungen und auch weil der Tag immer wieder mit Regenschauern unterbrochen war, wurde es eine wundervolle Milonga ohne Regen und dafür mit toller Tanzperformance von Pablo und Ludmilla , die auch das Internetportal Universitango betreiben.

DJ war an diesem Tag der weltweit bekannte Guillermo Monti, und ja, er hat es super gemacht. Der Fels in der Milonga mit wunderschöner Tangomusik.

Am 3. Juli dann ein weiteres Highlight zur Milonga : Livemusik mit Pablo Woiz und Noelia Tomasi. Die Schirmherrschaft hatte das Mala Junta und war durch ihre Tangolehrerin und DJ AlaMalisa vertreten. Bevor es losgehen konnte gab es aber noch einen Schrecken, denn aus irgendeinem, im nachhinein komplett im Nebel liegenden Grund, funktionierte anfänglich die Musikanlage nicht. Es hat dann noch rechtzeitig geklappt, aber das nächste Mal bin ich noch früher da und kontrolliere Boden und Musikanlage persönlich.

Wieder mit dabei, Ann-Sophie die die Anmeldungen und die Corona-Verordnung kontrolliert hat.

Die letzte Veranstaltung nun ist leider ins Wasser gefallen. Nach etlichem hin und her, hoffen und bangen hatte sich Petrus diesmal gegen die Milonga entschieden und ich mußte schweren Herzens die Veranstaltung aufgrund des Regens absagen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit die Veranstaltung in 2022 nachzuholen.

Zaungäste, stille und nicht so stille, sind auch immer mit dabei.

Nasser Kilada in der UFA-Fabrik in Berlin 2021

Sommer in Berlin, Sommer in der Ufa-Fabrik in Berlin, Sommerpause für das Coronavirus, bzw. für die Corona-Bestimmungen und was möglich ist an Kunst und Kulturveranstaltungen.

Open Air-Konzerte sollen von Juni bis September stattfinden sofern es die aktuellen SARS-Cov-2 Verordnungen des Berliner Senats erlauben. Die UFa-Fabrik und ihre Organisatoren haben ein so weit es geht, flexibles Programm entworfen und eine wirklich sehr schöne offene, aber doch überdachte Bühne erstellt.

Am 18. Juni 2021 lud die UfaFabrik zu Nasser Kilader, einem aus Ägypten stammenden Musiker, ein. Auf einer für die Band und die Zuschauer überdachten Freilichtbühne fand unter den an dem Tag geltenden Coronabedingungen, wie z.B. Abstandhalten und Nachverfolgbarkeit der Teinehmenden, statt.

Es tat auf jeden Fall mir unendlich gut wieder Livemusik zu hören und, wenn auch mit Abstand, dazu zu tanzen.

Nasser Kilada war auch schon auf dem Kenako-Festival auf dem Alexanderplatz eingeladen und sorgte dort wie hier für gute Musik und ausgelassene Stimmung.

Nasser Kilada spielt einen mix aus Afro- und Latinbeats, plus einem Schuss Reggaeton, dazu kommt orientalisches Flair und fertig ist der sehr eigene Stil der Band Nasser Kilada – Groove of the Nile.

Nasser Kilada nutzt für seine Kompositionen auch traditionelle Volkslieder aus seiner Heimat, dem Norden Afrikas und arabische Musik.

Seine Musik der Kontinente, Afrika, Südamerika und Europa machen die Band einzigartig.

Die UFA-Fabrik ist ein Urgestein der Veranstaltungsorte der Berliner Kunst und Kulturszene. Es gibt dort Bühnen, eine Freie Schule, und das Cafe- Ole. Das alles eingebettet in einen schönen ruhigen Platz. Das Cafe-Ole, indem ich zu Studienzeiten sogar gejobt habe, ist zur Zeit verwaist und sucht einen neuen Pächter. Also wer sich dafür interessiert, kann sich jetzt bewerben.

Es war ein rundum schönes Konzert mit hochkarätigen Musikern und viel Freude am musizieren.

Ticket und Gutschein für die folgenden Veranstaltungen können im Vorverkauf erworben werden. Unter der Woche von 10-18 Uhr, Sonntags von 14-18 Uhr. Das geht telefonisch unter 030-755030 oder über die Webseite ufafabrik.de

Die ufafabrik, Internationales Kultur Centrum, Viktoriastrasse 10-1, 12105 Berlin, Verkehrsverbindung über die U6 Ullsteinstrasse oder Bus 170, N6, N84

Schlossgut Schwante Sommertango

Auf dem Schlossgut Schwante organisiert d-drums Tango in diesem Jahr drei MILONGAS. Milongas sind Tanztreffen der Tangoszene. Es wird getanzt in Tandas und zwischen jeder Tanda gibt es eine Cortina.

Eine Tanda besteht aus 3 – 4 Tangoliedern. Diese gehören immer zu einem Stil und diese sind entweder Tango, Tango-Walzer oder Milonga. Diese drei Stile wechseln sich ab. Der Ablauf, bzw. die Reihenfolge ist etwas Variabel, aber doch regelmässig im Wechsel. Die Wechsel werden durch die Cortina getrennt. Cortina ist der Vorhang, sozusagen Vorhang runter für den Wechsel auf den nächsten Stil. Cortinas sind sehr DJ spezifisch. Es kann alles mögliche gespielt werden, von Jazz zu den Beatles und umgekehrt.

Tango ist Musik ohne Schlagzeug im 4/4tel Takt und hat sehr viele verschiedene Stimmungen. Von super Stakkato bis dynamisch weit in den musikalischen Bögen. Ein Tangowalzer ist im 3/4tel Takt oder kann auch ein 6/8tel Takt sein, bzw. die Mischung der beiden Taktarten im ternären Rhythmussystem. Die Milonga ist eine meist flotte Musik mit der Betonung auf 2+ und macht gute Laune.

Alle drei Arten werden auch entsprechend ihrer Stimmung getanzt. Da Tango aber ein Improvisationstanz ist gibt es eine unendliche Vielzahl an Interpretationsmöglichkeiten. Je nach Niveau der Tänzer aber auch je nachdem wo der Tango gelernt wurde, wird die Musik interpretiert.

Ganz wichtig ist auch, dass auf der Tanzfläche die Tanzpaare im Kreis tanzen und zwar gleichmässig und regelmässig. Ja, das funktioniert, aber es funktioniert nur mit einer entsprechenden Ausbildung. Das ist auch ein Grund warum es nicht möglich ist ohne Vorkenntnisse an einer Milonga teilzunehmen. Besonders die Tanqueros haben es da schwer, denn sie haben die Aufgabe die Folgende, die Tanquita, sicher im Kreis zu führen.

Am 12. Juni 2021 war das Eröffnungskonzert. Es war schön, die Sonne schien, der DJ war der bekannte Argentinier Guillermo Monti und als besonderen Augenschmaus tanzte das Tangotanzpaar Pablo&Ludmilla für die Gäste.

Der Eröffnungsabend war ein Tag ohne Regen aber mit guter Stimmung. Das nächste Milongaevent ist am 3. Juli.

Videochat Schlagzeugunterricht – Tips

Seit 2020 haben wir ein neues Virus das zu einer weltweiten Pandemie geführt hat.

Dadurch wurde auch der Musikunterricht teilweise unmöglich gemacht. Gruppenunterricht war sowiso nicht mehr möglich und auch der Einzelunterricht wurde bald untersagt. Es begann die Zeit der Videochats. Ob Zeichenkurse, Tänze, Yoga, Meditation oder Instrumentalunterricht usw. , es wurde nur noch im Videochat angeboten. Die Studios und Atelliers blieben verwaist.

Jetzt zu den Tips:

Es ist viel schwieriger im Videochat ein Musikinstrument zu unterrichten als im Präsenzunterricht. Darum hier ein paar Tip’s für einen erfolgreicheren Unterricht per Videochat.

Nr. 1) Bitte sei vorbereitet ! Je besser du vorbereitet bist, desto mehr kannst du auch aus einer Videochatunterrichtsstunde herausholen. Das heißt z.B. dass ihr eure Bücher, euer Unterrichtsmaterial schon bereit liegen habt und die Kamara so eingestellt ist, dass ihr euch entsprechend euren Lehrern präsentieren könnt.

Tip 2) Auch im Videochat gilt, dass Fragen erwünscht sind und ein Musikunterricht davon lebt, dass sich die Schüler und Schülerinnen mit dem Unterrichtsstoff vor der aktuellen Unterrichtsstunde beschäftigt haben. Dadurch entstehen Fragen! Und mit diesen Fragen als Grundlage lässt sich ein Unterricht im Videochat einfacher gestalten als kein Thema parat zu haben.

Tip3) Dein Schlagzeuglehrer, deine Schlagzeuglehrerin können unmöglich ununterbrochen 45 Minuten auf den Bildschirm schauen und jede Bewegung von dir kontrollieren. Wenn also deine Lehrer mal nicht zu sehen sind dann gehen sie vielleicht einfach nur mal durch den Raum oder holen sich ein Glas Wasser. Für Euch heißt das aber nicht, dass ihr zu einer Salzsäule erstarren müßt, sondern bitte übt weiter .

Tip4) Bitte gebt genaue Orientierung wo und was ihr gerade macht. Wenn wir zum Beispiel in meinem Unterricht an einem Buch von Fink arbeiten und ihr mir nicht sagt wo genau ihr nach einer Unterbrechung wieder ansetzt im Stück , kann ich nicht kontrollieren ob der Rhytmus stimmt oder was nun richtig und was evtl. falsch ist.

Tip5) Wenn z.B. bei mir das Mikrophon ausgeschaltet ist, heißt das nicht gleichzeitig, dass ich Euch nicht höre. Ich höre Euch natürlich, aber ihr hört keine störenden Geräusche von meiner Seite.

Tip6) Wenn Euch eine Aufgabe gegeben wird, dann beschäftigt Euch damit länger als nur 1 Minute! Eine Aufgabe länger zu spielen oder sich lange damit zu beschäftigen ergibt am Ende konkretere Fragen und dies ist im Videochatunterricht, siehe oben, hilfreich für den Unterricht.

Noch eine Ergänzung zu den Zuständen für Freiberufler und Selbstständige während der Pandemie: Natürlich mußten die Mieten für benötigte Räume weiter gezahlt werden und der Staat hat die Vermieter dann ordentlich unterstützt. Es gab Gelder für uns Freiberufler und Selbstständige, allerdings ging es wohl nur darum wie die Vermieter zu ihren Mieten kommen, wenn die Mieter durch die Pandemie keine Einnahmen mehr haben. Für den Lebensunterhalt wurde nichts zur Verfügung gestellt, da sollte es dann der Gang zum Sozialamt richten. Das nur kurz am Rande weil es in der Presse überhaupt nicht erwähnt wurde, und wahrscheinlich auch nichtmal so verstanden wurde. Wenn dann noch Gutverdienende Schüler, die trotz der Pandemie weiterhin gut verdienen, kündigen weil sie nicht in den Genuss des Präsenzunterrichts kommen, dann muß ich gestehen, finde ich das nicht in ordnung und ein Mangel an Solidarität. Kunst und Kultur braucht den finanziellen Zuspruch den Kunst und Kultur verdienen.

Spiffy Perkussionisten

„Spiffy“ Perkussionisten

„Spiffy“ heißt schick und ich habe mir erlaubt unter den unzähligen „schicken“ Perkussionisten einige CD’s herauszusuchen auf denen die Perkussion besonders „schick“ ist. Sie sind Teil von großartigen Bands, Bandleadern und Aufnahmen und es lohnt sich die Namen zu recherchieren. Bei Interesse an der Entwicklung und den Möglichkeiten der Perkussion im Jazz, sind dies gute „Adressen“ zum zuhören und analysieren. In unserer momentanen Zeit mit dem neuen Coronavirus bietet es sich an all die wundervolle Musik die geschaffen wurde zu hören und evtl auch einiges davon zu transkribieren.

Als erstes steht der Name des Bandleaders unter dem die CD herausgegeben wurde, als zweites nenne ich den Namen der CD und als drittes den Namen des Perkussionisten.

Airto, Other Side of this, Airto und viel andere

Andy Narell, Slow Motion, Kenneth Nash

Art Ensemble of Chicago, full force, Don Moye

Bata Ketu, I sing the Body Electric, Mike Spiro und Mark Lamson

Chick Corea, Tap Step und Again And Again, Don Alias

Codona, 1,2,3, Colin Walcott

Conrad Herwig, Latin Side Of Coltrane, Viele!

DARK, „alle“ , Mark Nauseef und Leonice

DAUKA, „alle“, Adam Levenson

Emil Richards, Afro-Cuban, Francisco Luis und Efrai Aguabello

Gregg Bendian, Interzone, Gregg Alex Cline

Herbie Hancock, Thrust Headhunters, Bill Summers

Jaco, Jaco, Don Alias

Jerry Gonzales, Fort Apache Band, Viele!

John Bergamo, On The Edge, John Bergamo

John Hassell, City, Adam Rudolph

Joni Mitchell, Shadows&Light, Don Alias

John Santos, Hacia el Amor, Viele!

Miles Davis, We Want Miles und Bitches Brew, Mino Cinelu und Many!!

Milton Cardona, Bembe, Viele!

Ned Rotheberg, Powerlines, Glen Velez

Nexus, Origins, Improvs

Oregon, Ecotopia, Trilok Gurtu

Paulhino Da Costa, Agora, Paulhino und andere

Patato, Masterpiece, Viele!

Pat Metheny, Offramp und Wichita Falls und Letter from Home, Armando Marcal

Pierre Favre, Solitudes, Singing Drums, Percussion Profil

Randy Crafton, Duologues, Randy

Ravi Shankar, In Celebration, Viele!

Sergio Mendes, Brasileiro, Luis Conte und viele andere

Steve Kahn, Casa Loco, Manolo Badrena

Tony Williams Lifetime, Ego, Warren Smith und Don Alias

Weather Report, Night Passage und Weather Report und Live in Tokio, Bobby Thomas und Dom Um Romao

World Saxophon Quartett, African Drums, Chief Bey und Morthiam und Margueye

Yellow Jackets, Greenhouse, Alex Acuna

Zakir Hussein, Making Music, Zakir

Jazzfest Berlin 2020

Ja, dass das Jazzfest nun in einen „Corona Lockdown Light“ fällt, hätte sich im letzten Jahr niemand träumen lassen. Doch es ist tatsächlich Realität. Das Berliner Jazzfest kann aufgrund des neuen Virus Covid19 nicht wie gewohnt stattfinden.

Wie vieles was wegen dem neuen Virus nicht mehr mit persönlicher Päsenz stattfinden kann, wandert nun auch das Jazzfest Online.

Allerdings mußte ich leider schon in den letzten zwei Jahren feststellen, dass das Jazzfest eigentlich kein Jazzfest, oder zumindest was ich darunter verstehe, mehr ist. Es war einer der wenigen Musikfeste, ein letztes Refugium für „deep in the Pocket Jazz“. Jazzgrößen wie Roy Haynes (Schlagzeuger) und Herbie Hancock (Pianist) und unglaublich viele weitere amerikanische Jazzstars die an der Entwicklung des Jazz maßgeblich beteiligt waren, spielten auf der Hauptbühne. Die „richtigen Jazzfeste“ sind sehr gut angenommen worden und Konzertsäle und Veranstaltungsorte waren ausverkauft. Die berliner Jazzliebhaber freuten sich besonders auf dieses Event, da es durch einen schlimmen Streich der Gema amerikanischen Jazzmusikern fast unmöglich gemacht worden war, ausserhalb des Jazzfestes hier in Berlin aufzutreten. Die Gema veranlasste vor langer Zeit besondere Abgaben für ausländische Musiker, angeblich um die Deutsche Jazzszene stärken zu wollen, was aber nur bewirkte, dass die Wurzeln der Jazzmusik noch weniger nach Deutschland, bzw. Berlin greifen konnten und somit die hiesige Jazzmusik eher von Ernster und „Neuzeitmusik“ beeinflußt wird und insbesondere der deutsche Jazz-Rhythmus sich nicht entwickeln konnte. Das Quasimodo zum Beispiel, dass tolle Jazzmusik nach Berlin holte, konnte dies nach der neuen Gemaverordnung finanziell nicht mehr stemmen. Ein großartiges Jazzlokal wurde den Berlinern genommen und was haben wir dafür bekommen? ich weiß es nicht…

Also warum wird jetzt auch das Berliner Jazzfest zu einem „Neues-Jazztheater“ gemacht ? Mit kochen im Foyer, lustigen Figuren auf dem Flur und Theatereinwürfen auf der Bühne. Frei Improvisiertes, chaotisches, eher der neuen Musik zugehöriges sind nun an der Festivalordnung. Zumindest ich persönlich brauche keine visuelle Unterstützung um mich an Jazzmusik zu erfreuen. Wenn es mal den ein oder anderen Musikact gibt, der etwas neuzeitlicher unterwegs ist, okay. Leider überwiegen aber nun schon wieder diese Art von Musik und es werden auch dann nicht die Originale, die Erfinder und Vorantreiber der jeweilen Richtung eingeladen, sondern „relativ“ unbekannte Interpreten . Auch sie liefern definitiv keine schlechte Musik ab, aber wer Interesse an so etwas hat, findet, bzw. fand, unzählige Musikfeste dieser Art hier in Berlin. Warum dürfen dann nicht wenigstens einmal im Jahr die Berliner einige der großen Jazzmusiker hören ? Wird hier wieder mal an der falschen Stelle Geld eingespart? Als Resultat blieben im letzten Jahr viele die Sitze leer.

Zu dem neuen Format gehört auch, dass unnötig viel Papier bedruckt wird um zu erklären und anzufügen und einen Sinn den es nicht braucht in die Musik zu bringen. Wer hat Lust das alles zu lesen und sich mit den Gedanken anderer zu bechäftigen, der eigentlich kam um zu hören. Unnötig kompliziert hat sich auch die Teilnahme derjenigen die noch Lust haben sich auf dieses Neue-Alte-Jazzfest zu begeben, damit meine ich das Publikum. Orte werden geändert, hin und herrennen forciert als wenn wir uns nicht schon genug durch die Gegend bewegen und es ist sicher nur einigen Wenigen vorbehalten liegend am Jazzfest teilzunehmen, wie das im letzten Jahr der Fall war.

Das sogenannte neue Format kommt mir vor wie die Konzepte der Autoindustrie: Viel aufgeplustertes Blech um wenig Innovation. Eine lustige bemalung, statt einem guten Motor.

Auch sehe ich seit drei Jahren ständig sich wiederholende Gesichter. Ist die Gage von diesen Künslern besonders günstig oder gehören sie zum persönlichen Freundeskreis der Verantwortlichen für das Programm?

Fazit, das alte Jazzfest gibt es nicht mehr und es lebe das Neue, aber bitte nicht zu lange. Sollte es irgendwann wieder ein Jazzfest geben, dass persönlich besucht werden kann, hoffe ich, dass sich das Jazz-Theater in ein Theater verzogen hat und „Deep in the Pocket Jazz“ mit genügend Tradition und Innovation wieder Einzug findet in unsere Stadt.

Tango auf Schloss Schwante

Der wunderschöne Ort Schloss-Schwante ist jetzt in neuer Besitzerhand und nennt sich nun Schlossgut-Schwante. Der wilde Obstgarten wurde in einen Natur und Kunstpark verwandelt. Es stehen jetzt zwischen Birne und Co, Objekte, Skulpturen diverser weltweit bekannter Künstler.

Die Ausstellung kann gegen ein Eintrittsgeld von Freitag- Sonntag besucht werden. Die genauen Öffnungszeiten bitte der Webseite vom Schlossgut entnehmen.

Die Nebengebäude des Schlossgut-Schwante wurden sehr schön restauriert und zu einer Restauration ausgebaut. Es gibt dort z.B. leckere Würste direkt von den Rindern nebenan. Einerseits natürlich schade für die Viecher die für die Wurst herhalten müssen, andererseits aber ausgesprochen gutes Fleisch für den Geniesser.

Der Platz vor dem Restaurant in dem es die Möglichkeit gibt Bücher zu Kunst oder Erzeugnisse aus der Umgebung zu erwerben, wird auch für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Z. B. gibt es dort Open-Air- Kinoabende.

An einem interessanten Datum für Tango, nämlich Samstag der 8.8. 2020 habe ich in Zusammenarbeit mit Thomas Rieser vom Nou-Tango einen schönen Sommernachmittag/abend organisiert. Mit 150 Tänzer und Tänzerinnen war die Veranstaltung ausgebucht und die Stimmung auf dem Fest ausgelassen. Alle, besonders und inklusive mir, haben sich über die Möglichkeit trotz unserer Coronazeit Tango zu tanzen, gefreut.

Unsere DJane war die bezaubernde Maria Mondino. Die auch bei unserem Tanzcafe am Sonntag den 30. August wieder mit vom Team ist und diesmal vom Mittag bis zum frühen Abend, 12 uhr bis 17.30 uhr, Musik auflegt.

Hausherr für beide Tangoveranstaltungen war und ist der in der Tangoszene wohl bekannte Thomas Rieser. Thomas ist Leiter der Nou Tangoschule und führt die Tänzer und Tänzerinnen gekonnt durch die Tanzveranstaltung.

Bedingt durch Corona ist ein Tauschen der Partner auf unseren Veranstaltungen nicht möglich. Zumindest so lange bis das Virus unter Kontrolle ist. Im Moment können die Tänzer und Tänzerinnen sich nur als Paar anmelden oder/ und wenn sie auch sonst miteinander Leben und/oder tanzen.

Ich freue mich aber sehr, dass wir einen so schönen Ort gefunden haben an denen wir regelmässig Tango tanzen können. Ein Ort umgeben von Natur und Kunst und mit Liebe für das Detail und die Gemeinsamkeit.

Schön war die Veranstaltung und wer es verpasst hat, sollte regelmässig auf den Nou-Newsletter, meiner Webseite Tango-Tanzen-In-Afrika.de, oder des Schlossgutes achten, um von zukünftigen Tangoabenden oder Nachmittagen auf dem Schlossgut Schwante zu erfahren.