David Bowie und Berlin

Kerzen, Blumen, Bilder: Trauer um den verstorbenen Rockstar David Bowie vor dem Haus in der Hauptstrasse in Berlin Schoeneberg, wo er waehrend der 70er Jahre mit Iggy Pop waehrend seiner kreativen Hochzeit wohnte, 12. Januar 2016, Berlin-Schoeneberg.

Am 10. Januar ist David Bowie in New York gestorben.

Gerade, als sein neues – und wie wir nun wissen – letztes Album „Blackstar“ heraus gekommen ist und die Werbung dafür überall in der Stadt zu sehen war, kam die Meldung über seinen Tod. Damit hatte wohl niemand gerechnet, auch wenn die ersten Stücke des Albums, die im Radio gespielt wurden, und auch der Titel ganz offensichtlich mit Vergänglichkeit und Tod zu tun hatten.

Spontan wurde das Haus in der Hauptstrasse in Berlin-Schöneberg, wo Bowie zusammen mit Iggy Pop in den 70er Jahren wohnte, zu einem Ort der Trauer, an den Hunderte Fans pilgerten.

Kerzen, Blumen, Bilder: Trauer um den verstorbenen Rockstar David Bowie vor dem Haus in der Hauptstrasse in Berlin Schoeneberg, wo er waehrend der 70er Jahre mit Iggy Pop waehrend seiner kreativen Hochzeit wohnte, 12. Januar 2016, Berlin-Schoeneberg.

Bowie hatte in der Mauerstadt Zuflucht vor einem selbstzerstörerischen Lebensstil und auch einer Schaffenskrise gesucht, in dessen Endphase er sich nach eigener Auskunft ausschliesslich von Milch, roten Paprikafrüchten und Kokain ernährt hatte. Das war nicht gesund und hätte wohl kein gutes Ende gefunden.

David Bowie, Berlin

In Berlin gelang es ihm, seinem Leben eine Wendung zu geben, die dazu führte, dass sein dreijähriger Aufenthalt hier in jeder Hinsicht legendär wurde. So gibt es seit Jahrzehnten geführte „Bowie-Touren“ zu den Orten, an denen er sich damals gerne aufhielt, und 2014 gab es eine große Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, in der diese Zeit ebenfalls im Mittelpunkt stand. Seine Zeit hier ist Sagen umwoben und hat später viele andere (Rock-)Musiker nach Westberlin gezogen.

Impressionen - Ausstellung "David Bowie", Martin Gropius-Bau, 19. Mai 2014, Berlin-Tiergarten

Installation des Videokuenstlers Tony Oursler - Ausstellung "David Bowie", Martin Gropius-Bau, 19. Mai 2014, Berlin-Tiergarten.
Installation des Videokünstlers Tony Oursler – Ausstellung „David Bowie“, Martin Gropius-Bau, 19. Mai 2014, Berlin-Tiergarten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und, um nun auch mal auf Musik zu sprechen zu kommen: Hier entstanden mit „Low“, „Heroes“ und „Lodger“ die sogenannte Berlin-Trilogie, produziert von Brian Eno, stark beeinflusst vom deutschen Krautrock dieser Zeit und zentrale Meilensteine in Bowies Schaffen. „Heroes“ wurde zum Soundtrack einer ganzen Generation und mir fällt nichts Vergleichbares ein, was den Widerstreit zwischen Lebenwollen und dem morbide Charme des geteilten Berlins und der Mauer dazwischen besser ausgedrückt hätte.

David Bowie hat sich mit einem düsteren und rätselhaften  Meisterwerk von uns verabschiedet, einem Album, für das er keine Rockmusiker mehr wollte, sondern sich komplett mit Jazzmusikern umgeben hat.

Der ehemals so hell strahlende Stern ist verglüht. Ein „Blackstar“ eben.

 

 

 

Ornette Coleman


Ornette Coleman war einer der wichtigsten Altsaxophonisten seiner Zeit. Randolph Denard Ornette Coleman wurde 1930 im texanischen Fort Worth geboren und starb im alter von 85 Jahren am 11.Juni 2015 in New York. In einem Zeitungsinterview sagte er folgendes: „Ich habe lange genug gelebt, um zu sagen, dass Liebe, Intelligenz und Würde nicht die Dinge sind, die mich geprägt haben.“ Ornette wurde arm geboren und litt unter dem Rassismus, der zu seiner Zeit in den Südstaaten stark ausgeprägt war. Als seine Mutter ihm ein Altsaxophon schenkte, konnte niemand ahnen, dass aus Ornette Coleman ein Innovator des Jazz werden wird.

Er erlebte in seiner Jugend Unterdrückung und Verletzung. Und nach seinen Worten fand er als Antwort darauf zur Musik. Ornette hatte sich sein musikalisches Können selbst beigebracht und auf die Frage, wie er das denn geschafft hat, gab er an: Durch Tränen. Zeit seines Lebens hat er unter Rassismus gelitten und es war ihm nichts wichtiger als „bedingungslose Freiheit im Ausdruck“ zu suchen und seine Musik frei von Aggression zu spielen.

Klar ist, dass Ornette Coleman einen neuen und phantastischen Sound erschuf, wie er vorher nicht dagewesen ist. Seit dem 11. Juni 2015 müssen nun andere Saxophonisten weiter suchen nach der bedingungslosen Freiheit im Ausdruck, nach dem Frieden für Menschen im Sound.

 

T-Rex Berlin

berliner schlagzeuglehrer Im Berliner Naturkundemuseum ist jetzt Tristan Otto ausgestellt. Tristan Otto ist eines der am besten erhaltenen Skelette eines Tyrannosaurus Rex. Den Namen Tristan Otto bekam er von seinem Besitzer. Dieser stellte das fast vollständige Skelett kostenlos dem Naturkundemuseum zur Verfügung. Dort hat es jetzt einen eigenen Raum und ist mit Informationstafeln umgeben. Der Kopf wurde so präpariert, dass Wissenschaftler jeden einzelnen Knochen für ihre Untersuchungen entnehmen können. Am Skelett selbst hängt eine Replik des Kopfes.

Schlagzeugunterricht berlin
Der echte Kopf des Tyrannosaurus Tristan Otto.
urzeitrhythmus
Tristan Otto wurde in Montana/ USA gefunden.

Wer das Berliner Naturkundemuseum betritt, wird schon mal mit einem Vorgeschmack auf den T-Rex empfangen.

Ich will schlagzeug lernen in berlin
Die Eingangshalle des Berliner Naturkundemuseums.

Auch neben den Saurierskeletten gibt es noch viel im Museum zu entdecken. Z.B. ein Präparat des Urpferdes.

Anfängerunterricht für Schlagzeug

Der T-Rex bleibt übrigens bis mindestens 2018. Genügend Zeit für einen Besuch.

Antonio Sanchez

Der Drummer Antonio Sanchez (hier links im Bild) komponierte die Musik zu Birdman. Und er spielt regelmäßig mit niemand geringerem als Pat Metheny (hier rechts im Bild), manchmal dann sogar mit dem fantastischen Christian McBride am Bass. Auch Chick Corea, Danilo Perez u.v.a. konnten sich an seiner kreativen und unkonventionellen Begleitung erfreuen. Der aus Mexiko stammende Antonio Sanchez ist unbestritten ein hervorragender Drummer, der mit seiner sehr guten Technik wunderschön musikalisch spielt und dabei noch vor unbändiger Energie schäumt. Hier eines seiner Powerdrum-Soli…

Aber Antonio Sanchez gibt sich nicht nur mit dem Schlagzeug ab, sondern, wie oben schon kurz erwähnt, komponiert er auch Musik für sich und andere. Dabei zuletzt erschienen ist das Opus Meridian Suite. Seine Idee für diese neue CD war, nicht mehrere kurze Songs, oder Stories, wie er es ausdrückt, zu schreiben, sondern einen ganzen Roman. Mit dabei ist auch seine Frau, die Sängerin Thana Alexa. Am besten hört ihr selbst.

Lisa Bassenge

Rhythmus und Gesang Lisa Bassenge ist eine Sängerin, die in Berlin an der Musikschule Kreuzberg ihre erfolgreiche Karriere begann. Sie ist gebürtige Berlinerin mit iranischen Wurzeln. Mit den Bands Micatone und Nylon wurde sie bekannt und ist mit ihnen auf fast allen kleinen und großen Bühnen aufgetreten. Ihr letztes Projekt aber ist eine CD mit dem Namen Canyon Songs, die sie in Los Angeles mit amerikanischen Musikern aufgenommen hat. Zu diesem Anlass gab sie ein Interview in Jazzthing& blue Rhythm.

In dem Artikel erzählt sie darüber, dass sie sich selbst nicht richtig einzuordnen weiß und überlegt, ob sie nun eine Jazzsängerin ist oder nicht. Dabei versucht sie den Vergleich mit Ella Fitzgerald und Carmen Mc Rae! Das kann natürlich nicht gut gehen. Aber zumindest kamen diese großen Namen dann in einem Artikel mit ihr auch vor…. Besser passt da schon die Einschätzung, sie sei eine deutsche Chanson- und Loungesängerin und das macht sie auch ganz Klasse. In Los Angeles für MPS und ihre neue CD sang sie u.a. Songs von The Doors, Joni Mitchell und Tom Waits und hatte als Schlagzeuger niemand geringeren als Vinnie Collaiuta zur Seite.

Damals beim Studium waren wir alle völlig aus dem Häuschen, weil Vinnie total verrückte Sachen gespielt hatte und dabei fast kein einziger Takt dem anderen glich. Das ist hier natürlich anders, als bezahlter Studiomusiker begleitet er ganz brav aber mit Bravour Klassiker wie Riders On The Storm mit Lisa am Mikrophon, als hätte er nie etwas anderes gespielt.

Schön und nur zu wahr für Musiker ist ihr Abschlusssatz für den Artikel im Jazzthing& blue Rhythm: Manchmal ist man mit sich im Reinen, dann entfernt man sich wieder, und so geht es hin und her….In dem Fall ihrer neuen CD betont Lisa, ist sie allerdings ganz mit sich auf der „reinen Seite“. Da muß ich doch sagen: Bei den tollen Musikern die sie begleiten, kann sie sich auch wirklich nicht beschweren. Das war sicherlich ein tolles Projekt für sie und ist tolle Musik für ihre Fans.

Schlagzeugstudium

Schlagzeugunterricht Berlin Wedding

Bei einem Schlagzeugstudium befassen sich die Studenten intensiv mit Schlagzeugtechnik und Inhalten der Musik. Die Ausbildung zum Schlagzeuger wird aber sehr unterschiedlich an den verschiednen Universitäten angeboten. Je nach finanziellen Möglichkeiten und auch je nach Leitung und Lehrern kann die Ausbildung mehr oder weniger gut ausfallen.

Eine sehr zu empfehlende Schlagzeugausbildung findet an der University of North Texas in dem kleinen Städtchen Denton statt. Die University of North Texas, kurz UNT genannt,  ist die älteste Universität der Südstaaten und war die erste Weltweit, die eine staatlich anerkannte Ausbildung in der Popular-Musik angeboten hat. Dementsprechend konnte die Ausbildung dort reifen und bietet immer noch die beste und ausführlichste Ausbildung, besonders für Schlagzeug und Perkussion an. Mit neun Schul Big-Bands, die den namen One O’clock, Two O’clock usw. durch die Zeit Ihrer Probestunde erhielten, einer extrem großen Musikbibliothek und einer strengen akademischen Ausbildung gilt das Jazz-Studies Programm als das Beste zur Zeit. Freitags gibt es für alle klassischen- und Jazzperkussions-studenten ein „Departmental “ für das öfter große Stars der Musikszene eingeladen werden. Diese dozieren über Ihr spezielles musikalisches Gebiet. Das bereichert den ohnehin schon sehr guten Unterricht zusätzlich.

Durch den guten Aufbau des Musikstudiums können die Schüler einen weitreichenden Einblick bekommen. Theoretisch wie auch praktisch bleibt eigentlich kein Bereich der Musik unberührt.

Durch mein eigenes 5 jähriges Studium am Percussion Department der Uni konnte ich die Inhalte, die zu einer Schlagzeugausbildung gehören, auf 4 elementare Punkte eingrenzen.

  1. Rudiments sind Singles und Doubles
  2. Jazz ist 2 über 3
  3. Groove ist Downbeat und Upbeat
  4. Improvisation ist Melodie

Hier ein gutes Beispiel für super Technik und tollen Hörgenuss aus Texas:  Drummer Steve McCraven.

Helge Schneider

Musiker Helge Schneider ist ein musikalisches Multitalent und ein Entertainer der ganz besonderen Art. Er singt, spielt Klavier, spielt richtig gut Schlagzeug und so weiter … Aber er betätigt sich auch außerhalb der Musik. Z. B. als Autor von Büchern wie „Kontaktlinse vom Wal“,  „Schweden-Urlaub“ oder – sein  neuestes Werk – „Orang Utan Klaus“. Zu diesem Buch gab es am Donnerstag den 19.11.2015 eine Signierstunde bei Dussmann in Berlin. Der Autor, Musiker und „Comedian“ lässt in seinem neuen Buch die (absurde)Geschichtenmaschine laufen.

Und weil Helge so einen originellen Beitrag zur deutschen Kulturlandschafft leistet, verzeihen wir ihm mal, dass er Berlin als großen Misthaufen bezeichnet hat…..

 

Berliner Jazzfest 2015 am letzten Tag.

Am letzten Tag gab es als erstes den Diwan der Kontinente. Dieses große und mit vielen für Jazz außergewöhnlichen Instrumenten bestückte Ensemble wurde von der in Deutschland geborenen Sängerin Cymin Samawatie und dem indischen Schlagzeuger Ketan Bhatti gegründet.

Cymin Samawatie

Diwan der Kontinente bringt, wie der Name ja schon vermuten lässt, Musiker und Musikerinnen aus den verschiedensten Ländern und Traditionen, zusammen. Aus Japan kommt die Koto, aus China die Sheng und Hulusi. Es wurde auch die Ney gespielt, eine Längsflöte von der schon der persische Dichter Rumi schwärmte. Mit dabei waren auch die türkische Kastenzither Kanun und die türkische Oud.

Gesungen wurde auf Arabisch, Farsi, Hebräisch und Türkisch. Neben Cymin Samawatie, die auch dirigierte, waren  noch die Sängerinnen Sveta Kundish und Defne Sahin mit ihren Stimmen zu hören.

Als letzten musikalischen Akt auf der Hauptbühne, war dann das Louis Moholo-Moholo Quartett zu hören.

Drummer Lous Moholo Moholo

Der Schlagzeuger Louis Moholo-Moholo floh mit den Musikern der Gruppe Chris McGregors Blue Notes, vor dem afrikanischen Apartheidsregime nach Europa. Sie beeinflußten mit ihrer emotionalen Direktheit die jüngere europäische Musikszene, was noch bis heute spürbar ist. Louis und seine Mitmusiker arbeiten und leben in London. Am Kontrabass spielte John Edwars, am Piano Alexander Hawkins und am Saxophon Jason Yarde.

Jaon Yarde

In diesem Jahr wurde mit vielen außergewöhnlichen Instrumenten ziemlich außergewöhnlich improvisiert. Dieses einmalige Ereignis ließ sich ausser im Hauptsaal, auch gemütlich in Wohnzimmer-Atmosphäre im 1. Stock des Hauses hören und zu sehen.

Haus der Berliner Festspiele

Haus der Berliner Festspiele – Jazzfest 2015 am Samstag

Klavierunterricht Das Tigran Hamasyan Trio eröffnete den Samstag Abend des Berliner Jazzfestes 2015. Der armenische Pianist Tigran Hamasyan ist Jazz-Musiker mit Leib und Seele und begann seine Karriere am Klavier im zarten Alter von 3 Jahren. Einige seiner stark von heimatlichen Gefühlen beeinflußten Kompositionen,  begleitete er mit seinem Gesang. Inspiration bezog er zum Teil direkt aus den Werken des armenischen Dichters Petros Duryan.

Dann spielte die Saxophonlegende Charles Lloyd mit seinem Wild Man Dance Project.Saxophonunterricht

Charles Lloyd begann seine Karriere in den Bluesbands von Memphis, wo er auch geboren wurde. Die neueste Komposition des Saxophonisten ist ein einstündiges Musikstück in sechs Sätzen und er hat hierfür dem Quartett noch zwei weitere Musiker hinzugefügt: Einen griechischen Lyraspieler (eine kleine gebogene Fiedel)

Fiedel

und einen ungarischen Vertreter des Cimbalon, eine Art Hackbrett.

cimbalom

Begleitet wurden die für ein Jazzsextett ungewöhnlichen Instrumente von Gerald Clayton am Piano, Pianist gerald clayton

Joe Sanders am Bass

Bassunterricht

und Eric Harland am Schlagzeug.

Schlagzeuger Eric Harland

Jazzfest Berlin 2015 – Freitag

Am Freitag, den 6.11.2015 begann das Berliner Jazzfest mit dem Keith Tippett Octet.

4

Keith Tippett ist Pianist, Komponist, Bandleader und Brite. Sein Ensemble spielte seine Komposition The Nine Dances Of Patrick O’Gonogon. Die Musik war ziemlich out of Tune. Es gab selten vertraute Akkorde und auch während der einzelnen Improvisationen befand ich mich als Zuhörer eher auf einem schwankenden Boot als auf festem Boden.

komponieren lernen
Das Keith Tippett Octet

Julie Tippett, die Ehefrau des Komponisten, sprach und sang in einem Teil der Musik, was diese ungemein bereicherte, da es dann auch etwas ruhiger zuging und sich der Zuhörer von den vielen schrägen Tönen, die vorher gefallen sind, erholen konnte.

Lyrische Musik

Im Anschluss an das Octet wurde halbiert, es folgte ein Quartet. Nämlich das des Saxophonisten Miguel Zenon.

saxophonunterricht Wie auch schon in den meisten Bands vorher, improvisierte das Miguel Zenon Quartet auf hohem Niveau.