David Bowie und Berlin

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Am 10. Januar ist David Bowie in New York gestorben.

Gerade, als sein neues – und wie wir nun wissen – letztes Album “Blackstar” heraus gekommen ist und die Werbung dafür überall in der Stadt zu sehen war, kam die Meldung über seinen Tod. Damit hatte wohl niemand gerechnet, auch wenn die ersten Stücke des Albums, die im Radio gespielt wurden, und auch der Titel ganz offensichtlich mit Vergänglichkeit und Tod zu tun hatten.

Spontan wurde das Haus in der Hauptstrasse in Berlin-Schöneberg, wo Bowie zusammen mit Iggy Pop in den 70er Jahren wohnte, zu einem Ort der Trauer, an den Hunderte Fans pilgerten.

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Bowie hatte in der Mauerstadt Zuflucht vor einem selbstzerstörerischen Lebensstil und auch einer Schaffenskrise gesucht, in dessen Endphase er sich nach eigener Auskunft ausschliesslich von Milch, roten Paprikafrüchten und Kokain ernährt hatte. Das war nicht gesund und hätte wohl kein gutes Ende gefunden.

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In Berlin gelang es ihm, seinem Leben eine Wendung zu geben, die dazu führte, dass sein dreijähriger Aufenthalt hier in jeder Hinsicht legendär wurde. So gibt es seit Jahrzehnten geführte “Bowie-Touren” zu den Orten, an denen er sich damals gerne aufhielt, und 2014 gab es eine große Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, in der diese Zeit ebenfalls im Mittelpunkt stand. Seine Zeit hier ist Sagen umwoben und hat später viele andere (Rock-)Musiker nach Westberlin gezogen.

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Installation des Videokünstlers Tony Oursler – Ausstellung “David Bowie”, Martin Gropius-Bau, 19. Mai 2014, Berlin-Tiergarten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und, um nun auch mal auf Musik zu sprechen zu kommen: Hier entstanden mit “Low”, “Heroes” und “Lodger” die sogenannte Berlin-Trilogie, produziert von Brian Eno, stark beeinflusst vom deutschen Krautrock dieser Zeit und zentrale Meilensteine in Bowies Schaffen. “Heroes” wurde zum Soundtrack einer ganzen Generation und mir fällt nichts Vergleichbares ein, was den Widerstreit zwischen Lebenwollen und dem morbide Charme des geteilten Berlins und der Mauer dazwischen besser ausgedrückt hätte.

David Bowie hat sich mit einem düsteren und rätselhaften  Meisterwerk von uns verabschiedet, einem Album, für das er keine Rockmusiker mehr wollte, sondern sich komplett mit Jazzmusikern umgeben hat.

Der ehemals so hell strahlende Stern ist verglüht. Ein “Blackstar” eben.

 

 

 
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