Berliner Staatsoper unter den Linden : Le nozze di Figaro

Le nozze di Figaro ist eine Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Ich habe eine Inszenierung von Vincent Huguet in der Staatsoper Berlin am Sonntag den 26. September 2021 besucht.

Der Franzose Vincent Huguet ist eigentlich Historiker und Kunsthistoriker und arbeitete als Geschichtslehrer. Eventuell durch seine Arbeit als Kunstkritiker und Autor oder vielleicht einfach durch einen Zufall ist es dazu gekommen, dass er, inzwischen mitte Vierzig, an der Staatsoper Inszenieren darf. Es ist mir ein Rätsel warum in Berlin immer mehr „Spartenfremde“ die Arbeit bekommen, die eigentlich jemand speziell dafür ausgebildet und prädestiniert dafür, machen sollte. Es machte sich besonders an den Details bemerkbar, dass hier kein großer Künstler, sondern ein Kunsthistoriker am Werk war. Z.B. lies der gute Herr Huguet zwei Darstellerinnen rauchen. Entweder weil er selber raucht und das einfliessen lassen mußte, oder weil er sich nicht anders zu helfen wußte. Ich fand es grauenvoll für mich und mochte mir gar nicht vorstellen was die Sängerinnen da komplett unnötig erleiden mußten. Es erschloss sich mir in keiner Weise warum und wozu. Vielleicht sollte es Nervosität darstellen ? Das geht auch anders. Am Anfang mußten die armen Künstler bei einem Workout auf einem Tisch in einer Küche ihre Texte singen. Sowohl die langweilige Küche als auch die unglaublich uninspirierten Kostüme machten es nicht leicht sich der tollen Arbeit Mozarts zu erfreuen.

Die Musik die von Mozart mit 30 Jahren geschrieben wurde und die Texte von seinem Librettisten Lorenzo Da Ponte ,setzten neue Maßstäbe in Dynamik, Humor und Esprit.

Als Dirigent war niemand geringerer am Werk als der mozarterfahrene Daniel Barenboim. Mit »Così fan tutte« und »Don Giovanni« kommen auch die beiden anderen Da-Ponte-Opern auf die Bühne, als Teil 1 und 3 dieser eigens für die Staatsoper konzipierten Trilogie.

Der Haupttenor war krank geworden und der Ersatzsänger bewerkstelligte eine unglaubliche Leistung. Trotz nur einer Probe war es ihm nicht anzumerken, dass er so kurzfristig eingesprungen ist. Und aus diesem Grund wurde dies auch nochmal anerkennend von Daniel Barenboim hervorgehoben.

Die Nacht des Figaro ist eine Opera Buffa in vier Akten. Die Verbindung dieser Abschnitte gelang gut und die 3,5 Stunden sind auch schnell vergangen dank der hervorragenden Leistung der Sänger und Sängerinnen.

Und ja, an manchen Stellen ist auch die Humorvolle Seite dieser Oper zum Vorschein gekommen.

Allerdings ganz so wie ich es auf der Webseite der Staatsoper gelesen habe: “ Temporeichtum und Situationskomik gelangen dabei ebenso zum Vorschein wie Nachdenklichkeit und Melancholie. Die immense Differenzierungskunst, wie sie sich in Mozarts Wunderwerk so eindringlich zeigt, wird sich auch in der musikalischen und szenischen Darstellung widerspiegeln. “ habe ich es nicht empfunden.

Staatsoper unter den Linden 7, 10117 Berlin

Berliner Staatsoper unter den Linden : Le nozze di Figaro
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