Möller Technik für Semi- und Profi-Schlagzeuger

Spass am Schlagzeugspiel

Ein Möllerstroke kann in drei Stroke-Techniken eingeteilt werden: Der Tap, der Upstroke und der Downstroke. Diese Schlagfolgen werden gebraucht um in Time und mit gutem Klang akzentuierte Schläge zu spielen. In einem früheren Blogbeitrag bin ich darauf schon eingegangen. Um diesen Beitrag aufzurufen, bitte einfach diesen Link „Möllerstroke-Akzentetechnik“ anklicken.

In diesem Beitrag möchte ich noch näher auf den Möllerstroke eingehen, denn er hat noch viel mehr zu bieten. Im Prinzip ist er der effektivste Schlag um aus der Schulter heraus Kraft zu generieren. So ist es auch die Technik die gebraucht wird um einen Ball oder einen Speer zu werfen. Auch beim Schwimmen oder in fast jeder Sportart kommt die Koordination des Möller-Strokes zum zuge.

In der Möllerstroke-Akzentetechnik wird der Rebound sehr wenig genutzt. Der Tap wird aus dem Handgelenk geschlagen, der Uptroke aus dem Ellenbogen nach oben gezogen und der Downstroke kommt von oben durch Masse und Erdanziehungskraft zustande.

Allerdings kann der Möllerstroke auch mit Rbeound gespielt werden, was den entstehenden Schlag dann doppelt stark macht.

Unsere Arme funktionieren nicht sehr viel anders als unsere Beine. Und allen ist klar, dass wir, wenn wir laufen, nicht nur den Fuß bewegen oder nur das Knie, sondern dass es immer ein zusammenhängender Bewegungsablauf ist. Und genau zu diesem Bewegungsablauf ist auch der Arm fähig. Wir bewegen niemals nur das Handgelenk oder den Unterarm, sondern es ist immer ein Zusammenspiel von der Schulter über den Oberarm, zum Ellenbogen, zum Unterarm, vom Handgelenk zur Hand und schlussendlich zu den Fingern. Der Möllerstroke koordiniert den ganzen Arm! Mit dem Möller-Stroke nutzen wir den Arm aus unserer Schulter heraus mit einer entspannten aber Kraftvollen Art.

Stellen wir uns die Schulter als Kugelgelenk vor und nicht so sehr als ein Scharnier. Das kann sehr gut an den verschiedenen Hardwareaufhängungen für die Tom Tom’s an einem Drum Set nachvollzogen werden. Zu Beginn und auch heute noch bei günstigen Schlagzeugen, wird die Scharniertechnik eingesetzt. Inzwischen ist die bessere Variante das Kugelgelenk weil es sich viel optimaler auf den Spieler einstellen lässt. Mit einem Kugelgelenk kann die Tom millimetergenau in alle Richtungen justiert werden.

Der Möller-Stroke wird von der Schulter initiiert und die Hand folgt. Vorraussetzung dafür, dass die Schulter den Stock kontrollieren kann, ist, dass unsere Kraftzentrale, der Solar Plexus mit den Ringmuskeln stabil ist und uns ausbalanciert sitzen lässt! Ist das der Fall, soll und kann der Stock in der Hand mit dem Neutral Fulcrum kontrolliert gespielt werden.

Als Übung empfehle ich ohne den Stock in der Hand und ohne auf etwas zu zielen, sozusagen als Trockenübung, Schwungvolle Schläge aus der Schulter heraus zu initiieren. Einfach mal herum probieren und experimentieren. Dazu empfehle ich die Bewegungen zu übertreiben und gern auch mal im Spiegel anzuschauen.

Schöne Bewegungen ergeben auch fast immer einen schönen Klang !

Stocktechnik für Fortgeschrittene 3.

Kinder lernen online Schlagzeug spielen für Kinder
Full Stroke, Full Fun…

In diesem Blog-Beitrag möchte ich Drum-Strokes besprechen. Das Heisst welche Art von Schlägen mit den Schlagzeugstöcken für das Schlagzeug spielen relevant sind. Bei einem Schlag mit dem Schlögzeugstock müssen wir immer mit dem Rebound arbeiten, denn der Rebound ist bei allen Schlägen mit dabei. Egal ob wir den Stock von sehr weit oben auf eine Schlagfläche spielen oder nur von wenigen Zentimetern entfernt, ohne Rebound keine Musik. Ähnlich vielleicht wie bei den Tönen: Ohne Resonanz kein Ton, keine Musik. Kann der Stock nicht „Rebounden“ also zurückfedern, zurückspringen, bleibt er unten liegen und das war’s dann mit der Rhythmik… Ich denke, da sind sich jetzt alle einig, dass der Rebound zu jedem Schlag dazu gehört.

Theoretisch teilen wir die Strokes, also wie weit ich den Rebound zulasse, wie ich ihn nutze, wie ich mit ihm spiele, in den Full Stroke, Half Stroke und den small Stroke ein. Natürlich können wir den Rebound auch abstoppen und nicht nutzen, aber das ist heute nicht das Thema.

Full Stroke  bei dem Full Stroke nutzt die Stockspitze den optimalsten und größtmöglichen Rebound. Kommt der Stock z.B. mit einem Möller Stroke, also einem aus dem Ellenbogen nach oben gedrehten Schlag, nach unten, lassen wir Ihn wieder genau in diese Höhe zurück springen. Kommt der Schlag aus der Höhe der Nasenspitze, lassen wir ihn wieder genau zur Nasenspitze zurück springen.

Der Full Stroke ist ein kräftiger Schlag und wird für Akzente und laute Schläge genutzt.

Half Stroke Wie der Name schon sagt, nutzen wir eine, von dem uns erwünschten Ergebnis, angepasste Amplitude. Hier bleibt der Stock wie bei einer Feder immer leicht in einer von uns kontrollierten Spannung. Ich würde behaupten, dass dies der meistgenutzte Stroke ist.

Small Stroke einen small Stroke brauchen wir dringend für leise Schläge. Es ist unsinnig, ja eigentlich unmöglich, in mittleren bis schnelleren Tempi große Bewegungen zu spielen um dann leise Schläge zu bekommen.

Alle Schläge machen nur Sinn, wenn sie kontrolliert gespielt werden.

Alle Strokes können mit verschiedener Technik, wie in dem vorherigen Beitrag Technik für Fortgeschrittene 2.  schon beschrieben, gespielt werden. Unterschiedlich gespielte Technik ergibt ein unterschiedliches musikalisches Ergebnis! Spiele ich den Stock z.B. mit dem „Neutral Fulcrum“ nutze ich den Rebound anders als mit dem „Closed Fulcrum“ und es entsteht ein legato-Sound. Mit dem „Closed Fulcrum“ entsteht eher ein stakkato- Sound.

Eine gute Übung, die ich während meines Studiums von Ed Soph bekommen habe, ist, von einem Full Stroke (Arm und Handgelenk) in Sechzehntel über den Half Stroke zu den small Strokes zu spielen (Handgelenk und Finger) , dann in Sextolen zu wechseln und dabei von den small Strokes zum Full Stroke zurück zu spielen und das ganze Wiederholen…..

Stocktechnik für Fortgeschrittene 2.

berlin blog schlagzeug  Es gibt nicht nur einen Weg, Schlagzeugstöcke zu spielen. Im Gegenteil, um das gewünschte musikalische Ergebnis zu erreichen ist jedes Mittel recht. Allerdings bevor eine individuelle Stocktechnik gespielt werden kann, ist es wichtig die Stöcke Bewusst und mit Kontrolle spielen zu können. Und eine bewusste Kontrolle von Schlagzeugstöcken basiert auf der normalen Funktion unserer Muskulatur, also von Anspannung und Entspannung.

Hilfreich sind Kenntnisse zu den verschiedene Stockhaltungen wie French, und German- Grip. Innerhalb dieser Techniken gibt es geschlossen, offen und orchestral gehaltene Stöcke.

Im French-Grip werden die Stöcke mit nach oben gezeigten Daumen gehalten. Im German-Grip zeigt der Knöchel des Zeigefingers nach oben. Eine Besonderheit unter den Stockhaltungen ist der Traditional-Grip, der aus der Zeit der Marschtrommel stammt. Hierbei wird der Stock mit einer Hand im German-Grip gehalten und mit der anderen Hand, bei Rechtshändern die Linke, mit einer umgedrehten Hand. Die nachfolgenden Erklärungen beziehen sich immer auf die Haltung mit Matched-Grip, mit der beide Hände die Stöcke gleich halten.

Closed Fulcrum (Fulcrum bedeutet Dreh und Angelpunkt !)

Hierbei wird der Stock zwischen dem Daumen und den ersten 2 Fingern fest umschlossen. Der Stock ragt leicht seitlich aus der Hand. Der Vorteil ist die gute Kontrolle des Stocks und ist für Anfänger unbedingt zu empfehlen. Der Unterarm muß hier den größte Teil der Arbeit übernehmen, um mit dem Rebound spielen zu können. Auch das ist gut für Anfänger. Der Nachteil ist, dass die Flexibilität  des Stocks stark eingeschränkt und z.B. in schnelleren Tempi, viel zu langsam ist. Hierbei kommt die Kontrolle des Stocks mehr von dem Zusammenziehen der entsprechenden Muskulatur als von dem loslassen der Muskulatur.

Open/ neutral Fulcrum Fulcrum bedeutet Dreh und Angelpunkt !

Hier wird der Stock locker in der Hand gehalten wie diese ist, wenn sie ganz natürlich gehalten wird. Dadurch entsteht eine Lücke zwischen Daumen und erstem Finger und das Stockende erscheint auch hier seitlich aus der Hand.

Hier wird der Schlag je nach Bedarf gespielt. Er kann mit dieser Technik aus dem Finger, aus dem Handgelenk oder aus dem ganzen Arm kommen und kann somit einen ganz feinen wie auch einen sehr kräftigen Schlag erwirken. Der Schlag wird mit dieser Technik aus dem Rebound gespielt und folgt eher aus dem nachlassen der angespannten Muskulatur als aus der angespannten.

Orchestral-Fulcrum (Fulcrum bedeutet Dreh und Angelpunkt !)

Diese Technik ist eine Variation des neutralen Fulcrums und wird oft für Pressrolls oder andere multiple bounce rolls benutzt. Der Stock liegt in einer normal gehaltenen Hand in einer Art Dreipunkt doch die Stockenden schauen, im Gegensatz zum Open Fulcrum eher Richtung Unterarm als nach aussen.

 

d-drums Osterfeier 2017

Schlagzeugschule
Unser Osterbüffet

Am Sonntag den 2. April 2017 feierte die Schlagzeugschule D-Drums ein frühzeitiges Osterfest bei dem einige Schüler ihr Können präsentieren konnten. Es gab wieder ein sehr leckeres, von allen Teilnehmenden zusammen getragenes Büffet, dass in diesem Jahr recht international aufgestellt war. Z.B. gab es einen salzigen Kuchen, der von meiner französischen Schülerin mitgebracht wurde. Es gab zwei Schokokuchen, einen von den Kindern genannten Papageienkuchen, polnischen Kuchen, türkisches Gebäck,

Schlagzeug performance
Schön bunt

 

 

 

 

 

 

 

Dips und Flips und andere Köstlichkeiten. Nachdem sich alle den Bauch vollgeschlagen haben, pressten wir uns in mein Schlagzeugstudio, und ich begann mit meinem Schlagzeug-Quiz bei dem ich immer wieder überrascht werde, wer denn welche Antwort weiß oder nicht weiß…nachdem alle Gewinne verteilt waren, konnten wir mit den Performances beginnen.

Eröffnet wurde die Vorspielserie vom D-Drums Perkussion Ensemble mit dem Stück „In Friedrichshain“ von Daniela Wittenberg.

Als erste Schülerin spielte Elif

Wer Lust hat und nicht dabei sein konnte, kann sich unseren Einstieg in die Performances anschauen…

Schlagzeugtechnik für Fortgeschrittene 1.

open hi-hat
Schlagzeug spielen macht Spaß

Das Schlagzeug ist ein Musikinstrument, mit dem wir Musik spielen und möchten uns natürlich in erster Linie musikalisch ausdrücken und nur als zweites an unsere Schlagzeugtechnik denken. Die Schlagzeugtechnik ist allerdings das Mittel zum Zweck und je besser und ausgefeilter sie ist, desto mehr Möglichkeiten können wir spielen. Dazu möchte ich ein paar Gedanken von meinem Schlagzeuglehrer Ed Soph weiter geben

  • Wir müssen ein gutes Verständnis für die Hand-Fußkoordination entwickeln, auf der Grundlage von Anspannung und Entspannung!
  • Es gibt genau so viele Variationen der Schlagzeugtechnik wie es musikalische und rhythmische Interpretationen von Musik gibt. Genauso wie wir alle lernen zu schreiben um dann verschiedene Handschriften auszubilden, verändert sich die Spieltechnik nach Erlernen der Basis-Technik.
  • Die „musikalischste“ Technik ist meist die, die am wenigsten wahrgenommen wird, denn dies ist die Technik, die die Musik vorgibt.
  • Es gibt kein gut oder falsch, wenn es um Improvisation in der Musik geht. Solange das gewünschte Ergebnis gehört wird, ist es richtig.
  • Die Improvisation braucht allerdings eine offene, der Musik gerecht werdende Technik, die es ermöglicht, vertrauensvoll Musik zu interpretieren und sich den Änderungen innerhalb von Musik entsprechend, bewegen zu können.
  • Um musikalisch zu spielen, müssen wir auch musikalisch üben. Das heisst genauer, wir üben Dynamik, Tempo, Form, Stil und Akzente. Genau so wie alle anderen Instrumente dies auch lernen müssen.
  • Bewusstes Üben führt zu bewusstem Spielen.
  • Höre dir gut zu beim Üben. Höre und lese nicht nur das was du in Form von Noten vor dir siehst, sondern höre auch die restliche Musik, die dazu gehört. Bedenke, dass die Instrumentierung, also wie du das Cymbal oder den Backbeat einsetzt, genauso wichtig ist, wie die Figuren, die du spielst.
  • Deine Übezeit sollte technische/ mechanische, stilistische und improvisatorische Themen umfassen.
  • Übe, bzw. überprüfe Dich mit dem Metronom. Die wichtigste Funktion des Schlagzeugers ist immer noch, die Zeit zu interpretieren.
  • Gefestigt wird das Spielen am Schlagzeug durch Wiederholung. Erst wenn wir etwas immer und immer wieder gespielt haben, wird es zu unserem Spiel werden und wir müssen nicht mehr darüber nachdenken. Dabei müssen wir die Aufgaben langsam und bewusst spielen können. Mit jeder Wiederholung werden wir eventuell die Technik und die Koordination in dem Gespielten verbessern können.
  • Wenn etwas schwierig erscheint, bedenke, dass es neu für dich ist. Je vertrauter, desto weniger schwierig.
  • Je bewusster du übst und spielst, desto deutlicher wirst Du Deine Schwächen und Stärken erkennen.
  • Sich darüber zu ärgern, wie lange etwas schon dauert oder dauern wird, ist komplette Zeitverschwendung. Mach es einfach und arbeite, bis Du Dein Ziel erreicht hast.
  • Fehler sind nicht immer ein Schritt rückwärts. Beobachte Deine Fehler und lerne daraus.

 

Stocktraining für Kinder und Jugendliche an Schulen

schlagzeugunterricht berlin
Kinder lernen Schlagzeug gern

Stocktraining für Kinder und Jugendliche ist leider an den meisten Schulen in Deutschland unbekannt. Es wird deren unschätzbarer „Ausbildungwert“ einfach ignoriert. In den USA hingegen wird die Rhythmus Erziehung mit Schlagzeugstöcken schon sehr früh angeboten und es gibt die Weltweit bekannten „Marching-Bands“, die fast überall in den USA zu finden und zu hören sind. Sie spielen z.B. zu schulischen Sportevents, bei Paraden und ähnlichen Veranstaltungen. Das bildet den jungen Menschen nicht nur körperlich, seelisch und geistig aus, sondern fördert auch den sozialen Zusammenhalt, die soziale Kompetenz.

Stocktraining ist es eine wirklich gut, in den schulischen Ablauf zu integrierende Ausbildung und kostet im Verhältnis zum Bildungswert fast nichts. Benötigt werden nur ein paar Schlagzeugstöcke und ein Pad aus speziellem Gummi. Auf einem Schlagzeugpad zu üben ist leise und kann darum auch in der Nähe von anderem Unterricht gegeben werden. Natürlich braucht es qualifiziertes Personal, also eine geeignete Lehrerin oder geeigneten Lehrer mit den entsprechenden Kenntnissen. Das ist wohl auch das größte Hindernis, da diese Art der Ausbildung bisher ja sowieso nicht gefördert wurde und wird, gibt es natürlich auch keine Idee über eine Qualifikation für diesen Unterricht.

Dabei ergeben sich mit wenig Aufwand folgende Vorteile für die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen:

-Das Stocktraining ist neben dem Erlernen von Rhythmus ein Training, dass Körpergefühl und Koordination schult und stärkt

-Die Schüler können einen Rhythmus erlernen, ohne dabei vom Klang und von der Instrumentaltechnik eines Musikinstrumentes abgelenkt zu werden.

-Viele Schüler können gleichzeitig lernen und spielen.

-Das gemeinsame Schlagen von Rhythmen schafft Zusammengehörigkeit.

-Für die zu erlernende Stocktechnik braucht es keine Vorkenntnisse.

-Das Erlernen der Stocktechnik (also wie die Stöcke mit links und rechts gehalten und geschlagen werden können) bereitet das Erlernen auf jedes andere Instrument vor.

-Das Lernen mit dem Pad schult neben dem Rhythmus auch das Körpergefühl und die Koordination. Die rechte wie die linke Körperseite werden gleichermaßen beansprucht und beugen so einseitigen Belastungsmustern vor.

-Interesse und musikalisches Talent können erkannt werden und der entsprechende Schüler oder Schülerin, frühzeitig mit einem Musikinstrument vertraut gemacht und gefördert werden.

Ich empfehle alle Eltern ihrem Kind eine Rhythmische Ausbildung zu ermöglichen. Diese kann in einer Gruppe stattfinden, oder als Einzelunterricht bei einem privaten Lehrer. Einige Tips wie ein guter Lehrer erkannt wird, gibt es hier. Die Tips beziehen sich zwar auf Schlagzeugunterricht, aber können sehr gut auf andere Lehrer übertragen werden.

Das Ride-Cymbal und seine Pattern

Das Ride Cymbal anschlagen
Das Ride Cymbal anschlagen

Was ist ein Ride-Cymbal-Pattern? Wie wird ein Ride-Cymbal musikalisch gespielt und welche Funktion hat es in den unterschiedlichen Musikstilen? Darauf eine einfache und eindeutige Antwort zu geben ist schwierig, wenn nicht unmöglich. Einiges dazu, möchte ich aber hier versuchen zu erklären und zu erwähnen.

Nicht nur die Musik-Stile, sondern auch die Spieler selbst definieren durch ihre Phrasierung das Ride-Cymbal-Pattern. Wir brauchen nur einigen der großartigen Schlagzeugern wie Jo Jones, Art Blakey, Max Roach, Philly Joe Jones, Jimmy Cob, Elvin Jones, Mel Lewis, Tony Williams, Roy Haynes oder Jack DeJohnette, zuhören, um zu wissen, dass bei jedem Schlagzeuger das Ride Cymbal Pattern anders klingt.

Vielleicht könnte das Ride-Cymbal mehr als eine Art künstlerischer Sound, der legato erklingt, interpretiert werden. Und weniger als ein Rhythmisches Instrument das den Rhythmus einer Band zusammen hält. Selbstverständlich muß sich auch ein Sound in den Rhythmus einer Musik einfügen und wird nicht nur einfach irgendwie hineingespielt.

Um ein Ride-Cymbal musikalisch zu spielen, reicht es also nicht aus, es technisch korrekt und in einem strengen Rhythmus zu spielen. Das würde dem Ride-Cymbal als musikalischstes Instrument am Schlagzeug nicht gerecht werden.

Wie also schafft es der Musiker sich mit dem Ride-Cymbal auszudrücken und es musikalisch erklingen zu lassen? Als erstes sollte sich der Spieler von der Vorstellung befreien, dass das Ride-Cymbal so oder so gespielt werden muß! Vielmehr geht es darum über unsere Ohren ein Gefühl zu entwickeln, was die Musik braucht und wie ich, also der Spieler, diese Musik interpretieren möchte. Um dann das Gehörte umsetzen zu können, ist es eventuell notwendig von der gewohnten Technik Abschied zu nehmen und neue Techniken auszuprobieren. Vielleicht muß der Grip fester sein oder eben mehr offen. Elvin Jones z.B. hat den Schwerpunkt des Grips sehr nach hinten zum kleinen Finger hin verlagert, um seinen einmaligen Sound auf dem Ride-Cymbal zu kreieren.

Die Phrasierungen (rhythmische Interpretation) des Ride Cymbals haben aber eines gemeinsam: Die Viertel müssen Rhythmisch mit den anderen Mitspielern übereinstimmen. Das Heißt, auch die Time der Musik wird von dem Ride Cymbal nicht nur unterstützt, sondern geformt. Allerdings können auch die Viertel, bzw. der Puls der Musik, unterschiedlich betont werden. Z.B. ein Spieler betont alle Downbeats (die Viertel im Takt) , ein anderer nur das 2. und 4. Viertel davon.

Neben der Betonung der Downbeats möchte ich dann auch noch die rhythmische Interpretation erwähnen. Also wie die die Unterteilungen, die Off-Beats des Pattern gespielt werden können. Gerade diese tragen zum Klangbild bei und können je nach Spieler genau, breit oder ganz eng gespielt werden. Wird z.B. ein Jazz-Standard in einem mittleren Tempo gespielt, können die Off-Beats als genaue Triole interpretiert werden, oder können etwas breiter, hin zu den geraden Achteln, oder enger, hin zu den Sechzehntel erklingen.

Eine sehr gute Methode um sich für das Spiel des Ride-Cymbals fortzubilden, ist das Transkribieren und Nachspielen der Ride-Cymbal-Pattern von z.B. oben erwähnten Schlagzeugern.

Das musikalische Schlagzeug

Das Schlagzeug trommelnDas Schlagzeug, also das Modern-Drum-Set, ist ein relativ junges Instrument und „spielt“ eine besondere Rolle innerhalb einer Band. Die meisten Musiker müssen sich mit ihren Instrumenten um korrekte Töne bemühen und gleichzeitig den richtigen Rhythmus spielen. Drummer müssen scheinbar „nur“ den Rhythmus schlagen. Das stimmt eigentlich nicht. Richtig ist, dass das Schlagzeug keine Töne erzeugt, die innerhalb der tonalen Musik eine Rolle spielen, also die in die Melodien und Harmonien der anderen Musikinstrumente integriert werden müssen. Möchte der Drummer, der Schlagzeuger, allerdings  das Schlagzeug musikalisch spielen, dann wird er auch auf seine „abstrakten“ Melodien und Harmonien achten. Abstrakte Töne in dem Sinn, dass es zwar hohe und tiefe Töne gibt, diese aber nicht nach den Tönen des Klaviers gestimmt sind.

Melodien am Schlagzeug werden durch das Anschlagen der einzelnen Schlagzeuginstrumente nacheinander, die Toms und die Becken, erzeugt. Harmonien durch das gleichzeitige Anschlagen der Schlagzeuginstrumente. So kann das gleichzeitige Anschlagen von Bass, Snare und Hi-Hat als Dreiklang interpretiert werden.

Ein guter professioneller Schlagzeuger achtet darauf, wie und wann er welche Melodien und Harmonien spielt.

Allerdings erfordert es, ein Schlagzeug melodisch zu spielen, ein erhebliches Maß an Koordinationsfähigkeit und Technik. Wenn jemand das Instrument beginnt zu erlernen, wird er meist mit rudimentärem „Drumming“ beginnen. Das heißt, dass er genau aufeinander abgestimmte und eingeübte Pattern spielt, wie das z.B. bei Rock-Grooves der Fall ist.

Das Fill In ist in der Regel der erste Kontakt, melodisch am Schlagzueg zu spielen. Hier werden die Trommeln nacheinander angeschlagen und dadurch entsteht in jedem Fall eine Melodie.

Auch bei den „einfachen“ Grooves entstehen immer wieder kleine Melodien, je nachdem wie wir die Bassdrum im Zusammenspiel mit den anderen Instrumenten des Schlagzeugs spielen.

Üblich sind Schnittmengen der beiden Elemente, Pattern und Melodie. So spielt ein Schlagzeuger  sein Instrument zu 70% mit Hilfe von Pattern und 30% melodisch, ein anderer spielt 30% Pattern und 70% melodisch.

Natürlich ist die Rolle des Schlagzeugs in der Musik, sie zu unterstützen und das Beste aus ihr zu machen. Was zwar bis zu einem gewissen Grad Geschmacksache ist, aber zum großen Teil durch den zu spielenden Stil, vorgegeben ist.

In einer Deutsch-Rock-Band würde ein eigenständiges Melodiekonzept des Schlagzeugers sehr wahrscheinlich stören, während in einer freien Improvisation ein strenges Spiel nach Pattern nicht passt.

 

Chick Corea’s Tips zum gemeinsamen musizieren!

Klavierunterricht, schlagzeugschule,Chick Corea ist einer der genialsten und innovativsten Pianisten und Keyboarder unserer modernen Musikkultur. Geboren 1941 in den USA spielte er sich mit seinen legendären Keyboardsounds an die Spitze der internationalen Musiker. Er spielte mit Musikgrößen wie Cab Calloway, Miroslav Vitous, Roy Haynes, Miles Davis, Herbie Hancock, Dave Holland, Tony Williams u.v.m.

1971 gelang Corea zusammen mit Bassist Stanley Clark, Saxophonist Joe Farrel, Schlagzeuger Airto Moreire und der Sängerin Flora Purim mit der Gruppe Return to Forever, ein weiteres Highlight seiner Karriere.

Tolle Fusion Band

Als seine größten Einflüsse nennt er neben den Jazz-Musikern Horace Silver und Bud Powel auch klassische Komponisten wie Mozart und Beethoven.

Hier möchte ich mit Euch 16 hilfreiche Tips von Chick Corea zum gemeinsamen Musizieren teilen.

  1. Spiele nur, dass, was Du hörst.
  2. Wenn Du nichts hörst, dann spiele auch nichts.
  3. Lass Deine Finger und Arme und, oder Beine nicht einfach so über das Instrument wandern, sondern nutze sie nur bewusst ein.
  4. Improvisieren nicht unendlich lange, spiele nur mit Intension, entwickle es oder auch nicht, aber dann hör auf und mach eine Pause.
  5. Lass Platz in der Musik wenn Du improvisierst. Kreiere diesen Platz an dem Du nicht spielst. Anders ausgedrückt: erarbeite Dir eine Pause in der Musik.
  6. Spiele Deinen Sound so, dass er in die Musik der Band und auch in den Raum passt.
  7. Wenn Du mehr als ein Instrument spielst, also z.B. als Schlagzeuger oder mit mehreren Keyboards, dann spiele die Instrumente ausgewogen zueinander.
  8. Spiele nicht mechanisch oder nur mit Hilfe von Pattern. Kreiere jeden Sound und spiele ihn überlegt und mit Leidenschaft.
  9. Suche aus und spiele dann das, was Du hören möchtest, das was Du magst und nicht was andere mögen oder von Dir hören wollen.
  10. Benutze beim spielen Kontraste und Balance von hoch/ tief, schnell/ langsam, laut/ leise, angespannte/ entspannt, dicht/ dünn.
  11. Spiele so, dass die anderen Musiker gut klingen. Spiel etwas, dass die gesamte Musik schöner wird.
  12. Spiele mit einer entspannten Attitüde, mit einem entspannten Körper. Entspanne Dich wieder nach jeder Anspannung.
  13. Kreiere Platz, fange an, entwickle, und ende Dein Spiel, Deine Improvisation, bewußt.
  14. Spiele, bzw.schlage niemals Dein Instrument mit Aggression oder Gewalt an.
  15. Kreiere Platz um dann darin etwas zu Platzieren, zu spielen.
  16. Wiederhole Phrasen von anderen Spielern nur bedingt. Besser ist es die Phrasen von anderen zu entwickeln oder Phrasen als Kontrast dazu, zu spielen.

Rhythmus Zählen

Das Zählen oder Sprechen von Rhythmus ist eine hervorragende Methode, um den Rhythmus zu verinnerlichen und sich darüber hinaus beim Spielen selbst kontrollieren zu können. Was ein Musiker nicht zählen oder auf eine andere Art verbal ausdrücken kann, kann er auch nicht richtig spielen. In der traditionellen Musik, wie z.B. in der indischen oder afrikanischen Musik kommt das Verbalisieren von Rhythmus, bevor er gespielt wird. Bei der indischen Musik bleibt die Zählweise sogar Teil der Musik. Als Intro oder Interlude werden fleißig Silben wie „Ta Din Gi Na Tom“ oder „Ta Ki Ta“ u.v.m. in kunstvoller rhythmischer Form und manchmal in atemberaubendem Tempo gesprochen.

Rhythmusn zählen

Die neuere Form des Verbalisierens von Musik sind Rap und Scat-Gesang.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Rhythmus verbal auszudrücken. Drei davon möchte ich hier vorstellen.

Zählen des Rhythmus mit folgender Formel:

Es werden immer alle Viertel im Takt gezählt, auch wenn sich dort kein Schlag befindet, sondern eine Pause. Und dazu werden noch alle zusätzlichen Schläge, die in dem jeweiligen Takt gespielt werden sollen, gezählt.

Also haben wir auf 1, 2, 3, einen Viertelschlag und auf 4 eine Pause und auf der 1+ einen weiteren Schlag, zählen wir gesamt so: 1+ 2  3  4.

Es wird nur das Metrum gezählt

Hier wird immer gleichbleibend ein durchgehender Puls gezählt, also z.B. immer die 1,2,3,4 in einem 4/4tel-takt Vierteltakt, oder z.B. 1,2,3,4,5,6 in einem 6/8tel-Takt. Haben wir dann noch zusätzliche Schläge, werden diese natürlich gespielt, aber nicht gezählt. Diese Zählweise trainiert das Rhythmusgefühl und die Fähigkeit, ein Metrum unter dem Rhythmus zu fühlen und spielen zu können.

Verbalisieren mit Hilfe von Silben

Es ist eigentlich egal, wie wir den Rhythmus benennen. Mit „Kä Se Ku Chen“ z.B liessen sich auch wunderbar Sechzehntel aufsagen. In der Praxis haben sich aber Zahlen oder die Silben der indischen Musik bewährt. So hat sich schon früh Reinhard Flatischler diese Zählweise zunutze gemacht und als „europäisches Konzept“ verpackt, hier nach Europa gebracht. Inzwischen lernen und lehren viele Europäer Rhythmus nach der von Reinhard Flatischler angepassten Methode, mit Hilfe von Silben.

„Ta Ke Ti Na“ sind 4 Silben und beinhalten somit das binäre System im Rhythmus. „Ta Ki Ta“ sind 3 Silben und drücken so das ternäre System aus.

Diese Zählweisen helfen eine Struktur in die Zählweise zu bekommen und somit sicher zu sein, dass auch das ausgedrückt wird, was gespielt werden soll. Allerdings kann der Musiker jede Art von Silben, Wörtern oder auch nur Laute benutzen, um einen Rhythmus mit der Stimme auszudrücken.