Trommeln kennen lernen

Ein Schlagzeug, ein Modern-Drum-Set besteht oft aus fünf Trommeln. Die Wichtigste Trommel ist die Snare Drum, die eine besondere musikalische Funktion hat.

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Dann haben wir meist vier Trommeln die zusätzlich für die Schlagzeugmelodien genutzt werden können. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten die Trommeln um das Schlagzeug herum zu drapieren.

Ich beschreibe hier nochmal kurz wie sie bei einem Standardset angebracht sind. Auf der Bassdrum, die eine der Trommeln ist und unten am Boden steht und mit einem Fußpedal gespielt wird, ist eine Halterung für zwei Trommeln angebracht, die Hängetrommeln oder Tom-Toms genannte werden können. Links hängt die höher gestimmte, also die mit dem höheren Ton, und rechts die mittel gestimmte, also die mit dem mittleren Ton. Auf der rechten Seite des Schlagzeugs steht eine Standtrommel die auf drei Streben, drei Beinen, auf dem Boden steht. Sie ist hat einen größeren Kessel als die Hängetrommeln und ist entsprechend tiefer im Ton.

Die Basstrommel hat den tiefsten Ton und wird im Gegensatz zu den anderen Trommeln mit einem Fußpedal angespielt.

Die Töne der Trommeln zu stimmen ist für Anfänger schwierig und so ist auch das Hören der Töne der Trommeln nicht so einfach. Tiefe Töne sind im allgemeinen schwer zu hören und das Ohr braucht lange bis es sich mit den tiefen und vielen Frequenzen einer Trommel vertraut gemacht hat. Je mehr wir aber die Töne kennen und sie uns vertraut, also im Ohr sind, desto besser können wir sie musikalisch einsetzen.

Wie kann ich mich den Trommeln musikalisch nähern und die Klangqualität kennen lernen?

Am besten beginnen wir mit nur einer Trommel. Spielt z.B. eure Padübungen und Etüden oder auch Snaredrumstücke auf ihr. Dann nehmt ihr beim nächsten mal eine andere Trommel und macht dasselbe, und so weiter bis ihr schon mehr über die Klänge und das Anschlagsverhalten der Trommel wisst und fühlen könnt.

Nehmt Euch nun vor, ein Musikstück auf zwei Trommeln zu verteilen. Seit auch kreativ und bearbeitet z.B. Grooves so, dass ihr sie mit nur zwei Trommeln spielt. Dann macht ihr dasselbe mit drei Trommeln und dann mit allen Vieren.

Bedenkt auch die Anschlagsqualtität der Trommel. Also wie muss die Trommel angeschlagen werden um zu reagieren. Das sagt auch oft etwas über einen guten oder nicht so guten Ton aus. Wobei das natürlich Geschmacksache ist, aber letztendlich bedeutet ein „guter Ton“, dass er sich in der Musik durchsetzen kann und es Spaß macht ihn zu spielen und zu hören.

Fingertechnik für Drums

Die Kontrolle und die Nutzung von den Fingern für unsere Stocktechnik ist ein ganz tolles „Werkzeug“ und wichtig für unser gesamtes Spiel. Sie sind besonders dann einzusetzen, wenn es darum geht leise-mittellaute Wirbel zu spielen und helfen bei der Kontrolle der Artikulation (Akzentuierungen).

Um eine gute Fingertechnik zu entwickeln, ist es nötig einen festen und sicheren „Fulcrum“ zu haben. Der „Fulcrum“, auf Deutsch so viel wie Griffpunkt, ist die Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger. Dieser Griffpunkt ist für den Rebound eine Art zusätzlicher Federpunkt um den Stock nach dem Schlag wieder vom Fell wegzuspielen.

Eine Aufgabe der Finger ist es, dem Stock die Richtung zu weisen und dabei dem natürlichen Rebound so viel wie möglich zu erlauben, sich zu bewegen. Eine andere Aufgabe ist dem Stock mittels der Finger während des Schlags noch einen Schwung mitzugeben, ihn nochmals anzutreiben. So können wir die Vielzahl der Schläge in einer bestimmten Zeit noch erhöhen.

Es gibt verschiedene Übungen um die Finger als kontrollierte Bewegung zu integrieren. Eine davon ist, nur mit Hilfe der Finger den Stock zu spielen und nur mit dem öffnen der Finger den Rebound zuzulassen. Dabei geht der Stock nie weg von den Fingern, der Kontakt wird ständig gehalten. Es ergibt sich ein Öffnen und Schließen der Finger und der Stock hält die ganze Zeit den Kontakt, er liegt praktisch in einer halben Röhre und wird hoch und runter bewegt.

Zu beginn ist es am besten nur mit einer Hand zu üben und nur einen einzigen Stroke auszuführen. Ist das sicher, dann spielen wir so mehrere Schläge hintereinander bis wir den Stock ständig springen lassen und nur mit Hilfe der Finger den Rebound führen.

Diese Technik soll entspannt sein und sich einfach anfühlen. Übe hierbei nicht auf Lautstärke und Kraft. Das kommt später durch hinzunahme von Handgelenk und Unterarm.

Zuerst ist es am Besten, sich absolut nur auf die Finger zu konzentrieren und das Handgelenk und den Unterarm ruhig zu halten. Das lässt sich kontrollieren indem wir mit der freien Hand das Handgelenk festhalten. Es soll keinerlei Bewegung fühlbar sein. Das wäre das Ziel. Ist dies erreicht, integrieren wir das Handgelenk in die Bewegung und dann erst kommt zur Verstärkung der Unterarm dazu.

Übe dies auf unterschiedlichen Schlagflächen, wie z.B. die Cymbals oder die verschiedenen Trommeln, von Snare Drum bis zur Standtrommel. Jede Trommel reagiert anders, je nach Größe, Volumen oder Fellspannung. Abgesehen davon, empfehle ich allerdings mit dem Üben auf dem Pad zu beginnen. Dafür ist es u.a. da.

Kenako Festival 2019

In diesem Jahr war das Wetter leider nicht das Schönste für das jährliche afrikanische Kenako-Fest auf dem Alexanderplatz. Es hat zwar nicht geregnet, oder nur kaum, aber es war meist kalt und ungemütlich.

Darum habe ich das Fest nur an einem Tag besucht und hier sind meine Eindrücke die ich gesammelt habe.

Als erstes traf ich auf einen Geschichtenerzähler.

Patrick Addai B.A, M.A. stammt aus dem Volk der Ashanti in Ghana. In Linz begegnet ihm das Theater des Kindes und führte ihn geradewegs in die Performance des Erzählers. Auf dem Kenakofest stand er auf der Bühne um seine afrikanischen Märchen mit großer Ausdruckskraft und Dynamik den kleinen Menschen näher zu bringen.

Seine Bücher haben natürlich auch afrikanische Hauptdarsteller wie z.B. diese Buch. Die Kalebasse ist übrigens eine Baumfrucht, die als Behälter genutzt werden kann, oder sie wird zu einem Resonanzkörper für ein Instrument.

Oder dieses sehr lustige Buch.

Der Zeichner, hier rechts neben dem Autor, ist der spanische Kinderbuchzeichner Jokin Michelena.

Eigentlich ein toller Beitrag zum Fest, allerdings hätte ich ihn nicht auf der großen Bühne sprechen lassen, sondern dafür etwas ebenerdiges organisiert. Er war doch sehr weit entfernt um die Kinder wirklich erreichen zu können.

Viel weniger als die übrigen Jahre gab es Infostände zu afrikanischen Projekten. Aber hier und da konnte doch noch etwas politisch-informatives gefunden werden.

Ein paar Aktiv-Aktionen gab es auch noch zum Mitmachen.

Das bedarf natürlich einer regelmässigen Stärkung und wie so oft auf Berliner Festen, war dafür reichlich gesorgt. Ich habe mir dieses kleine Mahl gegönnt und habe es nicht bereut. Geschmacklich echt afrikanisch und lecker.

Die musikalische Untermalung zu meiner Mahlzeit war ruhig und schon wieder stand ein einzelner Künstler auf der großen Bühne.

Die Marktstände waren nicht sehr gut besucht obwohl es schon viel weniger waren als die Jahre zuvor. Diese netten und schönen Frauenfiguren haben mich zu einem Foto inspiriert.

Bevor ich nun zu meinem verrückten Lieblingsakt komme, der eigentlich gar nicht als Festperformance gebucht war, hatte ich auch einen Beitrag für diese „Suche Frieden“ Pinwand geschrieben.

Mitgebracht haben diese Leute dann auch noch gleich zwei starke Friedenssymbole.

So, jetzt kommen wir zu meinem Favorit. Ich liebe solche Absurditäten die sich einfach mal auf berliner Boden befinden und denen ich ganz nebenbei begegne.

Ich weiß nicht was soll es bedeuten, und was für einen Kosmos der Künstler besucht, aber er sucht auf jeden Fall noch Verstärkung.

Wer es dieses Jahr nicht zu diesem Festival Geschafft hat, schafft es vielleicht im nächsten Jahr.

Konzerte im Englischen Garten in Berlin 2019

Der Konzertsommer im Englischen Garten im Berliner Tiergarten findet dieses Jahr vom 30. Juni – 1. September statt. Der Eintritt ist wie immer frei und Berliner und Touristen können sich auf schöne Konzerte in schöner Umgebung freuen.

Diese Konzertreihe wird von der Vocio Teehaus Betriebs GmbH mit dem Geschäftsführer Christian Münster veranstaltet. Zur Unterstützung wird die Veranstaltung von einigen „flüssigen“ Betrieben wie Veltins und Maisel’s Weisse als Lieferant von alkoholischen Getränken, aber auch von Bauer Fruchtsäfte, S.Pellegrino und Getränke Preuss Münchhagen subventioniert. Auch der Hauptstadtweihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt ist beteiligt.

Trotz der Unterstützung durch Getränkehersteller und Lieferanten u.a., gibt es keinen Verzehrzwang. Natürlich freuen sich aber das Teehaus und sein Team wenn mit dem ein oder anderen Drink zum Fortbestand der Konzertreihe beigetragen wird.

In seinem Flyer wünscht das Teehausteam wieder viel Spaß, Love, Peace&endless Happiness!

Die genaue Adresse lautet Altonaerstrasse 2 in 10557 Berlin. Es muß dann von dort noch ein ganz kleines Stückchen durch den Tiergarten gegangen werden um zum Teehaus zu gelangen. Notfalls immer der Musik nach…

In diesem Jahr stehen folgende Künstler auf der Bühne:

Am 30. Juni DELLA MILES mit Ihrer rockigen Stimme und ihrer souligen Musik um 16.uhr, Will Jacobs mit seinem Blues aus Alabama & Detroit um 19 uhr.

Am 7.Juli spielt ROCKVILLE BLUES ROCK das Quintett mit handgemachter Bluesrock Musik um 16 uhr, Tankus The Henge mit seinem Wunderland Spektakel um 19 uhr.

Am 14.Juli Cafe DU SOUL mit stilvoller Musik alla Carlos Santana und Eric Burdon um 16 uhr , anschliessend SAMEDAY RECORDS mit ihrem Acoustic Sound um 19 uhr .

Am 21. Juli spielen die FUNKY SOUL KITCHEN auf ,um und mit dem international bekannten Guitaristen Mike Russell um16 uhr, und die LEHMANNS BROTHERS mit ihrer Mischung aus Jazz, Hip Hop, Neo Soul und House um 19 uhr

Am 28. Juli ertönen THE TOUGHEST TENORS, das Berliner Jazzquintett wird angeführt von den Tenorsaxophonisten Bernd Suchland und Patrick Braun um 16 uhr, ACCOUSTIC HIPPIES setzen sich aus stadtbekannten Größen der Berliner Clubszene zusammen und spielen um 19 uhr.

Am 4. August gibt es PAUL WEBER mit poetischem Pop um 16 uhr, FAKE JAM als coole Soul-Funk-Jazz-Band um 19 uhr.

Am 11. August spielt HANDMADE MOMENTS auf, ein Indie Folk Duo um 16 uhr , BUDZILLUS mit klassischer Rockmusik um 19 uhr.

Am 18. August sind die SWINGROWERS gebucht und sie spielen von Jazz über Hip-Hop bis hin zu Gypsy Swing um 16 uhr, MURPHY’S LAW eine bekannte Irish Folk Band spielt um 19 uhr.

Am 25. August erscheint SOPHIE’S WORLD auf der Bühne, es ist eine Indie Folk Band um die Sängerin Maya Lisa, 16 uhr, RUMBA DE BODAS zeigt sich mit einer hochtourigen Latin-Funk-Mischung um 19 uhr.

Am 1.September spielen MARLA & DAVID CELIA im Stil des Folk der 60er Jahre um 16 uhr, MARIE CHAIN gibt nicht nur die Sängerin, Songwriterin und Pianistin, sondern spielt mit ihrer Band auch das letzte Konzert der Reihe und um 19 uhr.

Eine schöne Location, auch unabhängig von der Konzertreihe, doch mit dem Musikprogramm besonders empfehlenswert. Natürlich am besten bei schönem Wetter, aber auch ohne Sonnenschein lässt es sich dort prima aushalten.

Technik des Schlagzeugroll

Der Roll ermöglicht dem Schlagzeuger Fläche zu erzeugen und damit die Time auszufüllen. Ähnlich wie ein Saxophon oder anderes Melodieinstrument, dass einen Ton halten kann.

Roll ist das englische Wort für Wirbel, Drumroll ist das englische Wort für Schlagzeugwirbel. Es gibt dazu auch schon einen anderen Beitrag auf meinem Blog. https://schlagzeug-berlin.de/der-schlagzeug-trommelwirbel/

Hier in diesem Beitrag möchte ich noch ein paar Besonderheiten der Roll-Technik aufführen.

Ein Roll wird durch das gleichmässige Spielen von sehr dichten und schnellen Schlägen der Stöcke auf beliebige Instrumente des Schlagzeugs, erzeugt. Ein Roll kann auf der Snaredrum, auf einer Tom oder auch auf einem Cymbal gespielt werde. Tony Williams z.B. konnte sogar ganz prima einen Roll zwischen Bassdrum und Standtrommel spielen.

Der Klang und somit auch die Technik der Rolls unterscheiden sich zwischen einem klassischen Roll oder einem Jazzroll. In der Klassik, z.B. auf den Pauken müssen die Schläge extrem gleichmässig gespielt werden, sonst wird der Roll zu unruhig. Im Jazz kann der Roll durchaus etwas offener, unruhiger, gespielt werden und somit eine leichte Auf- und Abbewegung haben.

Zu Grunde allen Rolls liegt der Single Stroke! Jeder Roll baut sich darauf auf. Der Single Stroke muß für einen kontrollierten Roll beherrscht werden. Die einzelnen Schläge des Single Strokes müssen sehr gleichmässig, gerade und ohne gefühlte Artikulation gespielt werden können. Nehmen wir dann den Single Stroke und spielen den Roll darauf aufbauend mit Doubles oder als Pressroll, kommt noch ausreichend Artikulation in den Roll.

Was für eine Technik, was für einen Anschlag ein Roll braucht, hängt auch von dem Instrument ab auf dem er gespielt wird, und, wenn er auf einer Trommel gespielt wird, von der Art des Fells und der Fellspannung. Dafür gibt es folgende Fausregel: Je höher der Ton der Trommel und je fester das Fell gespannt ist, umso schneller sollten die Schläge für den Roll gespielt werden.

Um einen guten Roll zu spielen, spielen auch die Stöcke eine Rolle. Die Köpfe müssen absolut in Ordnung sein und auch die Gewichtung innerhalb des Stocks spielen eine große Rolle.

Während des Spielens eines Rolls, neigen die Muskeln dazu sich zu verspannen. Dem muß entgegen gewirkt werden. Also lieber relaxed „nach hinten in einen schönen Sessel“ denken, als nach vorn in die Stockspitzen.

Einen guten und kontrollierten Roll zu spielen ist eine große Kunst und muß entsprechend lange geübt werden. Es dauert bis die Technik für einen gut gespielten Roll erarbeitet ist.

Eine gute Übung für den Single Stroke und späteren Roll, ist z.B. einen Singlestroke von langsam zu schnell und wieder zurück zum langsamen Tempo zu spielen. Dabei sollen die Schläge von der rechten und der linken Hand gleich klingen und die Stöcke relativ locker gehalten werden. Die Stockspitzen müssen dicht beieinander auf die Trommel schlagen, denn sonst kann kein gleichmässiger Sound erzeugt werden.

Je schneller die Stöcke werden, desto niedriger wird die Amplitude sein müssen, aber die Lautstärke muß erhalten bleiben. Das ist möglich weil mehr Energie von einer schnelleren Bewegung auf dei Stöcke übertragen werden kann.

Zu guter letzt braucht es Geduld und Muße.

Karneval der Kulturen in Berlin 2019

Es war wieder soweit, der Karneval der Kulturen in Berlin verlief auch in diesem Jahr ohne Zwischenfälle. Dieses mal bin ich am Pfingstsonntag über den Markt geschlendert und habe, nachdem ich alle Marktwege abgelaufen bin, auch noch das Ende der Karnevals-Umzugsschlange angetroffen. Der Karnevalsumzug führte in diesem Jahr von der Möckernbrücke zum Herrmannplatz, wo er endete. Die letzten Wagen sind erst um 16 Uhr losgekommen und mancher überbrückte die Zeit mit einem Nickerchen.

Andere wiederum liessen sich die Laune nicht verderben und waren auch nach stundenlangem Warten noch gut drauf.

Nicht nur diese junge Teilnehmerin vertrieb sich im laufe des wartens die Zeit mit dem Handy, sondern, ich bin sicher, sehr viele andere auch.

Was gefällt und was nicht liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters und beim Karneval ist so ziemlich alles erlaubt und nur Spaß machen sollte es.

Leider verkommt auch dieses Fest immer mehr zur Konsum- und Fressmeile. Die Informationsangebote zu internationalen Organisationen und was sonst alles Weltpolitisch wichtig ist und von interesse, sind auf ein minimum geschrumpft.

Dieser junge Mann engagiert sich für Ingenieure ohne Grenzen. Meiner Meinung nach inzwischen genauso wichtig wie die Organisiation Ärzte ohne Grenzen. Sie versuchen ökologische Konzepte für Wasser und Strom in „Dritte-Welt-Ländern“ zu verbreiten.

Eine zweite Organisation kümmert sich um den Austausch zwischen jungen Menschen. Die ijgd ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein der internationale Jugendarbeit vermittelt. Er ist einer der größten und ältesten Workcamp-Organisationen Deutschlands. Das Ziel ist hier nicht, günstige Arbeitskräfte zu generieren, sondern durch interkulturelles und soziales Lernen die Verständigung zwischen den Völkern zu fördern.

Ich glaube das wars dann auch schon gewesen mit den Informationsangeboten.

Dafür gab es unzählige kulinarische Angebote und die Verlierer dieser Veranstaltung waren wohl die Fische, die auf dem Grill gelandet sind.

Wie jedes Jahr rauchte es auch wieder in diesen jamaikanischen Kesseln. Allerdings mußten hier die Hühnchen dran glauben.

Enttäuschend war, dass dem Plastikkonsum gefrönt wurde als gäbe es kein Problem damit.

So weit zum Strohhalmverbot. Und auch mit diesen, auf dem Markt reichlich vorhandenen Artikeln, wird nicht gerade Umweltfreundlich gehandelt.

Aufgefallen ist mir, dass es zwar weniger Stände mit afrikanischen Artikeln gab, wie z.B. afrikanische Figuren und Instrumente, dafür aber eine Unmenge an Silberschmuckständen. Ohne Frage, das Fest hat sehr viele Besucher, trotzdem bleibt die Frage offen, wer hier wieviel Schmuck kaufen soll.

Süsses ist natürlich der Renner und kommt immer gut an bei Frau und Mann, und dem Geldbeutel.

Aber was ist ein Karnevalsfest ohne Musik und seine Künstler? Das wäre wohl etwas Merkwürdig. Und so gab es wieder viele Bühnen die den einzelnen Kontinenten zugeordnet waren. Meine Lieblingsbühne ist und bleibt dabei die Black Atlantica. Besonders in späteren Abendstunden habe ich schon tolle Konzerte miterlebt.

Auf der Blücherwiese trafen sich wieder die Kleinkünstler und Musiker die Lust haben nahe bei den Leuten zu sein.

Immer noch eines der schönsten Feste in Berlin.

Stickings für Schlaginstrumente

Wer beginnt ein Schlaginstrument zu spielen, wird sich unweigerlich mit Stickings beschäftigen und mindestens einige davon sollten so gut beherrscht werden, dass sie im Schlaf abgerufen werden können.

Am Anfang sollte jeder Lernende mit dem Single-Stroke, auf deutsch der Einfache-Schlag, beginnen. Es ist die wichtigste Schlagfolge die die Hände mit den Stöcken spielen. Stickings bedeutet immer Schlagfolgen mit den Händen zu spielen. Also. z.B. beim Single Stroke schlägt erst die eine Hand und danach die Andere und immer so weiter. Dabei ist es unerheblich mit welcher Hand begonnen wird. Meine Schüler z.B. sollen alle möglichen Übungen mal mit der rechten Hand und mal mit der linken Hand beginnen, zu spielen.

Es gibt viele weitere Variationen der Reihenfolge der Schläge mit den Stöcken. Als nächst Wichtigster würde ich den Double-Stroke, den Doppelten-Schlag, also 2 x Rechts, dann 2x Links, oder umgekehrt, üben. Und der Dritte im Bunde ist der Single-Paradiddle. Er wird im Wechsel von Single-Stroke und Double-Stroke gespielt, also RLRR,LRLL. Zu diesem Thema der grundlegenden Stickings habe ich auch schon so einiges hier im Blog geschrieben. https://schlagzeug-berlin.de/singles-doubles-paradiddles/

Es gibt viele Stickings, die tatsächlich gar nicht unbedingt zur Anwendung kommen. Es ist nämlich so, dass ein guter Schlagzeuger nur ein paar „Lieblingsstickings“ braucht um durch das Schlagzeugleben zu kommen. Allerdings werden mit dem Üben der vielen verschiedenen Stickings die Koordination und die Geschicklichkeit der Hände trainiert.

Von der musikalischen Seite aus gesehen, bzw. gehört, gibt es Stickings die für bestimmte Aufgaben mehr geeignet sind als andere. So ist es z.B. geschickt ein Right-Hand-Lead Sticking zu spielen, also mit der rechten Hand zu führen, wenn wir von links nach rechts über die Trommeln spielen, oder z.B. über die Pauken. Wenn wir von der tiefsten Trommel zurück zur Snare spielen, dann kann das ein Left-Hand Sticking übernehmen.

Die Technik der Stickings um mit ihnen über die Trommeln zu spielen sollte geschmeidig sein. Das erreichen wir indem wir die Hände, bzw. die Stickings wie in einem Staffellauf spielen. Wir übergeben die Schläge von einer Hand in die nächste und halten dabei die Bewegung nicht an, das ist das Wichtige dabei.

Im besten Fall sollte der Spieler eine Vorstellung davon welche Melodische Abfolge der ausgewählte Schlag dann haben soll. Das hilft um das gewünschte Klangergebnis zu spielen, sozusagen muß es einen „Befehl“ geben. Und für jeden Befehl gibt es sozusagen auch eine verantwortlich Truppe die den Job am besten macht. Also z.B. wenn wir auf einer Trommel mehrere Schläge mit gleichem Sound spielen wollen, ist es vielleicht sogar am besten, diese nur mit einer Hand zu spielen.

Experimentieren und Rumprobieren, Erfahrung sammeln und viel spielen, sind meist der Schlüssel zum Erfolg, auch was die Stickings anbelangt.

Als Lektüre für das Erlernen von Stickings und zur Erarbeitung einer guten Schlagtechnik empfehle ich das Buch STICK CONTROL by George Lawrence STONE. Es ist eines der wichtigen Bücher für den Schlagwerker.

Chirukure Chirikure -African-Book-Festival in Berlin 2019

Ein sehr interessantes Konzert gab es auf dem African-Book-Festival in Berlin 2019 zu sehen und zu hören. Der aus Simbabwe stammende Poet Chirikure Chirukure trat im grünen Salon der Volksbühne mit zwei Perkussionisten die ein mir bis dahin unbekanntes Instrument spielten, auf.

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Simbabwe, das Herkunftsland der Kuratorin des African Book Festivals 2019 Tsitsi Dangarembga, hat 2017 nach Ende der Herrschaft des ehemaligen Freiheitskämpfers und späteren Diktators Robert Mugabe den politischen Umbruch miterlebt. Jetzt 2019 ist das Land Simbabwe mehr denn je gebeutelt durch eine unfähige Regierung. Viele der Bewohner die es sich leisten können verlassen das Land, die anderen müssen zusehen wie sie über die Runden kommen. Chirikure aber lebt und arbeitet in Simbabwe und plant nicht sein Land zu verlassen, denn er liebt sein Land und möchte es wieder auferstehen sehen. So sind seine Texte auch politisch. mal anklagend, mal bewundernd, mal geht es auch über die Liebe. Liebe zu seinem Land, zu den Menschen, zum Leben.

Simbabwe ist für das Thema auch ein gut gewähltes Land denn es befindet sich wie kaum ein anderes afrikanisches Land derzeit „in transition“. Zahlreiche Fragen werden durch eine solch einschneidende Veränderung aufgeworfen, und sie spiegeln sich natürlich auch in der Literatur und Poesie des Landes wider.

Chirikure spricht und schreit und singt seine Verse und Reime mal in seiner Heimatsprache, mal in der Amtssprache Simbabwes,  in Englisch.

Seine Stimme und die Begleitinstrumente haben Ihre Grenzen und werden auf der Bühne leider nicht genügend verstärkt, so dass das überwiegend junge Publikum sich in Dialoge untereinander verstrickt und zu einem zeitpunkt die Künstler kaum noch zu verstehen sind. So muß zwischenzeitlich sogar per Mikrofon vom Veranstalter um Ruhe gebeten werden. Lange allerdings hält das leider nicht vor und so ist seine Performance leider allzusehr in den lauten Unterhaltungen der sogenannten Zuhörer, untergegangen. Nichts desto Trotz versprühte Chirikure einen ganz besonderen Charme und verdeutlichte die Dringlichkeit einer Unterstützung Simbabwes durch die westliche Welt.

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Im Anschluss an dieses schöne Konzert wurde von Dj Pam Bam mit Afropop und Soul zum Tanzen aufgefordert. Unterstützt wurde der Abend von InterKontinental, über die ich in einem vorigen Beitrag zum African-Book-Festival ausführlich berichtet habe.

Soy de Cuba in Berlin

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Ich habe mir das Tanzmusical Soy de Cuba am Samstagabend am 13. April 2019 im Admiralspalast angesehen und angehört. Die Tänzer und Tänzerinnen waren ganz hervorragend und natürlich war es für mich eine ganz besondere Freude, dass für das Musical Livemusik gespielt wurde.

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Der Komponist und Pianist Rembert Egues war nicht nur selbst anwesend und hat für seine Musik und die TänzerInnen in die Klaviertastatur gehauen, sondern war auch Autor, Musikalischer Leiter und Stolz Kubaner zu sein.

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Kubanische Tänze wie z.B. die Rumba, der Mambo, Cha-Cha-Cha, Merengue, Salsa und den Reggaeton, den die Kubaner einfach mal in Cubaton umbenannt haben, wurden zu der entsprechenden Musik, der entsprechenden Clave auf höchstem Niveau getanzt.

Um der bewegenden Liebesgeschichte, die dem Musical zugrunde liegt, noch mehr Ausdruck zu verleihen, wurde das Stück von einem Erzähler während und zwischen den Szenen auf Deutsch gesprochen. Und natürlich wurde die Geschichte auch durch Gesang untermalt, was auf Spanisch geschah.

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Als Bühnenbild  gab es eine Leinwand im Hintergrund die hier und da Bilder aus Kuba und Havanna zeigte und die auch als Übergang zwischen Szenen fungierte, indem gefilmte Szenen mit den entsprechenden Darstellern eingeblendet wurden.

Im Zentrum der Geschichte steht die junge Ayala, die ihr Dorf verlässt um in Havanna als Tänzerin zu arbeiten. Schnell lernt sie, dass dies nicht so einfach ist und es auch Schattenseiten in der Großen Stadt gibt, und dass die schillernde Welt auch aus Intrigen, Eifersucht und Rivalität besteht.

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Das Stück hatte mehrere Szenen mit einer Pause zwischendrin. Begonnen hat das Ganze auf der Tabakfarm. Die nächste Szene spielte Ayalas Schritt nach Havanna. Im Rhythmus der Großstadt nannte sich die darauf folgende Szene. Danach gab es die verdiente Pause. Sowohl für die MusikerInnen, Tänzer und Tänzerinnen, als auch für das Publikum. Nach der Pause kam die Szene In der Welt der Tänzer. Danach die Choreographie für Licht und Schattenseiten. Und zum Abschluss natürlich ein Happy End, wie sollte es anders sein, mit dem Namen Ein Traum wird wahr.

Die kubanische Musik der sechsköpfigen Liveband und das Ensemble mit herausragenden Tänzer und Tänzerinnen, sowie die Choreografien voller Temperament, machen Spaß und überzeugen als hochklassige Musical-Kunst.

„Rhythmus und Lebensfreude pur!“, schwärmte der Kölner Stadt-Anzeiger.Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestierte: „In Sachen Ensemble, Choreographie, Musikuntermalung und auch Präsentation fährt ‚Soy de Cuba‘ Erstklassiges auf.“

Für mich als Trommlerin ist es immer wieder schön Tanz und Rhythmus vereint zu sehen.

African Book Festival in Berlin 2019

Das „African Book Festival“ in Berlin wird organisiert von Karla Kutzner und ihrer Mitstreiterin Stefanie Hirsbrunner. Beide betreiben auch den Buchladen InterKontinental, der am Ostbahnhof in der Sonntagstrasse 26, 10245 zu finden ist.

Das Festival fand in diesem Jahr vom 4. bis zum 7. April 2019 in dem Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte, statt. Kuratiert wird dieses Festival von Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe. Sie hat 2017 nach Ende der Herrschaft des ehemaligen Freiheitskämpfers und späteren Diktators Robert Mugabe einen politischen Umbruch miterlebt. Das Land befindet sich nun wie kaum ein anderes afrikanisches Land „in transition“.Und dies spieget sich natürlich in der Literatur und Poesie wider. Frau Dangarembga war also bestens geeignet dieses Festival zu begleiten.

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Auch der in London lebende Schriftsteller Ben Okri aus Nigeria

nahm an dem Festival teil, indem er mit dem deutschen Literaturkritiker Denis Scheck das Festival eröffnete.

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An einem Abend hatte ich die Gelegenheit mit Karla Kutzner zu sprechen und von ihr die Hintergründe zur Enstehung des Festivals zu erfahren. Ein Ziel ist es die afrikanische Literatur, die unterbesetzt ist in den deutschen Literaturhäusern, bekannter zu machen, die literarischen Schätze zu verbreiten. Die afrikanische Literatur wird immer noch stiefmütterlich behandelt, indem sie z.B.unangemessen selten ins deutsche übersetzt wird.

Aus ihrer Agentur heraus, die versucht die afrikanische Literatur mehr in den deutschen Buchmarkt zu integrieren, ist die Idee des Festivals entstanden.

Das diesjährige Thema heißt: „Transitioning from Migration“. Laut Karla Kutzner unterscheidet sich die Migration vom schwarzen Kontinent z.B. von der jüdischen Migration, da die Gründe für die Migration der Afrikaner andere waren und sind, als die der jüdischen Menschen. Und natürlich ist die Zahl der auf anderen Kontinenten lebenden Afrikaner sehr viel größer als die der Juden.

Das Thema 2019 knüpft an das Thema des Vorjahres an, denn die Migration ist natürlich eines der wichtigen Themen unserer Zeit.

Das Festival möchte den Dialog über Migration befeuern. Während 2018 „Migration als Phänomen“ Thema war, soll es diesmal um Umbrüche, Veränderungen, Übergänge und Zukunftsvisionen gehen. Afrikanische AutorInnen interpretieren das Thema der Grenzüberschreitung. Wie findet sie statt, physisch und psychisch? Wie spiegelt sich die persönliche Erfahrung der Veränderung des Lebensmittelpunktes in der Poesie wieder? Welche politischen Umbrüche lassen sich in der Literatur wiederfinden? Welche Möglichkeiten der Einflussnahme auf die momentane Situation sehen afrikanische DenkerInnen? Wie können wir uns fortbewegen von einer Instrumentalisierung der Migration durch die Politik? Wie können bestimmte Themen neu besetzt werden?“

Das sind die Fragen, die gestellt werden und wurden.