Heute hauen wir auf die Pauke Nr. 2

Im 1. Teil zur Pauke habe ich etwas über die Geschichte, die Entwicklung und den Aufbau der Pauke, im amerikanischen heißt sie Timpani , geschrieben. Jetzt im 2. Teil möchte ich darüber schreiben warum es für uns Schlagzeuger gut ist ein wenig Paukentechnik zu letrnen und die Pauke zu spielen.

Je bewusster wir unsere Handgelenke einsetzen können, deste präziser und überzeugender können wir die Stöcke für unser Instrument einsetzen. Zu Beginn werden die einzelnen Hand, und Handgelenkshaltungen separat geübt. Da gibt es Matched Grip oder auch German Grip genannt, French Grip, Traditional Grip. Irgendwann darf dann jeder Schlagzeuger seinen eigenen modifizierten Grip spielen.

Ich beginne mit meinen Schülern mit Matched Grip oder German Grip, dabei wird der Handrücken waagerecht  nach oben und beide Hände gleich gehalten. Das finde ich deshalb gut weil wir von Natur aus zwei verschiedene Seiten haben und es gilt diese immer mehr anzugleichen. Mit Matched-Grip lässt sich das einfach kontrollieren und das Handgelenk am besten für den Anfang stabilisieren.

Die Pauke kann mit Matched-Frip, oder hier in Deutschland natürlich German Grip genannt, als auch mit French-Grip gespielt werden. Beim French-Grip zeigen die Daumen nach oben. Traditional Grip wird auf der Pauke nicht gspielt denn im Traditional-Grip halten die Hände den Stock unterschiedlich. Für das Paukenspiel müssen beide Hände sehr genau auf die gleiche Weise gehalten werden.

Die Paukenkessel sind extrem empfindlich was den Anschlag betrifft, logisch bei der Größe der Kessel, und das bedeutet, dass der Spieler sehr auf seine Spieltechnik achten muß und das wiederum schult auch die Technik für das Schlagzeug, für das Modern-Drum-Set.

Erst wenn die Handgelenke ihre Arbeit gut machen und der Bezug zu unserer Kraftzentrale, den Bauchringmuskeln hergestellt ist, kommen die Finger bei meinen Schülern dazu. Das ist dann sozusagen das Feintuning. Für das Erlernen der Paukentechnik gilt genau dasselbe.

Wie schon erwähnt ist die Pauke ein stimmbares Instrument und jeder Kessel wird im Abstand von Quarten gespielt. Der Spieler muß lernen das zu hören. Diese Arbeit bildet das musikalische Ohr aus und trainiert es schnell zu reagieren. Die Kessel werden oft auch während eines Stückes umgestimmt.

Da die Pauke, bedingt durch die Größe, wie oben schon erwähnt, extrem auf den Anschlag reagiert, sind auch die Schlegel entscheidend für den Sound der erklingt. Auch damit muß sich ein Paukist beschäftigen und dies fördert wiederum die Fähigkeit den Sound einer Trommel besser zu hören.

Der Roll, der Schlagzeugwirbel, ist dann die Kontrolle ob die Technik gut ist. Denn nur dann klingt der Roll auf einem Paukenkessel angenehm.

Letztendlich spielt auch die Dynamic eine große Rolle. Hier muß die Lautstärke kontinuierlich der Musik angepasst werden, denn sonst kann es schnell unangenehm werden mit der Pauke als Mitinstrument in der Musik.

Die Pauke ist ganz und gar ein hochmusikalisches Instrument und es gehört zur guten Ausbilung eines Schlagzeugers dazu , dieses Instrument ein Stück weit spielen zu können.

Ausruhen können wir uns dann hier 🙂

Musikerwitze

Heute hauen wir auf die Pauke

Die Pauke ist, im Gegensatz zum Schlagzeug, ein stimmbares Perkussioninstrument dass in der „Ernsten Musik“ nicht wegzudenken ist. Wer kennt nicht Beethovens Symphony No. 5 in C minor, Op. 67

Für uns Schlagzeuger bedeutet es, die Pauke zu erlernen, eine verbesserte Technik, unser musikalisches Ohr und einen guten Sinn für Dynamik zu entwickeln. In diesem Teil über die Pauke möchte ich allerdings erstmal über das Instrument an sich sprechen.

Die Pauke, früher Kesselpauke genannt, erscheint zuerst bei den Hebräern, aber eventuell ist sie auch schon früher vorhanden gewesen. Sie wurde eingesetzt für Feiern und Rituale. Die Kesselpauke war viel kleiner zu Beginn und hat sich zu den heutigen, wirklich großen Instrumenten, über hunderte von Jahren entwickelt. Die Pauke war eines der ersten Instrumente die in das Orchester integriert wurden und zwar während der Barockzeit. Dabei wird dies dem französische Komponist Lully, mit seiner Oper Thesee (1675), zugeschrieben. Allerdings gibt es Nachweise, dass die Pauke schon früher, am Anfang des 17. Jahrhunderts, in musikalischen Ensembles eingesetzt wurde. In der Hoch- Zeit des Barock haben dann Händel und Bach die Pauke regelmässig und mit sehr viel Raffinesse für Ihre Kompositionen eingebaut und für Ihren Klang gewinnbringend genutzt.

Die Pauke wird in Quarten gestimmt und muß auch während einer Komposition umstimmbar sein um immer mit den vorhandenen Harmonien zu passen. Natürlich hat sich die Technik dafür auch im lauf der Zeit geändert. Am Anfang gab es z.B. Zugseile am Fell, heute gibt es z.B. Pedale unter dem Kessel.

Jeder Kessel hat einen bestimmten Tonumfang. Den kompletten Tonumfang bestimmt  wie viele Pauken aufgestellt sind. Das kann von einer bis zu Fünf oder Sechs variieren. In den meisten Orchestern werden vier Pauken aufgestellt.

Die Felle für die Pauken, ursprünglich Kalbfelle, sind heutzutage meist aus Plastik. Evtl. nutzen manche Tierfelle um z.B. bei Mittelalterfesten oder ähnlichem, oder weil eben der bestimmte Klang mittels Tierfellen, gewollt ist.

Eine komplette zweite Paukenwelt bieten die „Timpani Sticks“, die Mallets, auf Deutsch  Schlegel, zum spielen der Pauke. Das ist hier so wichtig weil jeder Schlegel einen anderen Sound erzeugt. Natürlich muß jeder professionelle Paukenspieler jede Möglichkeit, jede Beziehung zwischen Mallett und der entsprechenden Pauke und dem entsprechenden Musikstück kennen. Das erfordert unglaublich viel Feingefühl und Know-How und natürlich die entsprechende ausgebildete Technik, um das Wissen in Musik umzusetzen.

Pauken werden in einem Halbkreis um den Spieler herum aufgestellt. Komischer Weise aber wird in den USA die tiefste Pauke links aufgestellt, während wir in Europa die Pauke mit den höchsten Tönen links aufstellen. Aber interessanter Weise und zum Glück für uns, haben es die Amerikaner mit dem Schlagzeug nicht so gemacht. Hier wird, wie die meisten hier wissen, die Hohe Trommel links positioniert und nach rechts fortlaufend die immer tiefer werdenden Trommeln.

Im nächsten Blogbeitrag zur Pauke schreibe ich über die Pauken-Technik und was für uns Schlagzeuger dabei so wichtig ist.

 

Nord und Westafrika

Auf einer meiner Facebook-Afrika-Reise-Portale gibt es den Spruch: „Wenn du in deinem Leben nur zweimal einen Kontinent bereisen kannst, bereise Afrika zweimal.“ Das trifft es für mich genau und inzwischen bin ich schob sehr viel öfter als zwei mal auf diesem tollen und sehr besonderen Kontinent gewesen. Z.B. wird Afrika von überwiegend Menschen mit schwarzer Haut bewohnt. Es gibt die Big Five, d.H es leben dort der Büffel, das Nashorn, Löwen, Leoparden und Elefanten. Der schönste Berg, der Kilimandjaro steht in Afrika. Eine der Wiegen der Menschheit liegt ganz sicher in Afrika. Rhythmus und unsere Sprache entwickelte sich in Afrika und verbreitete sich von dort in die ganze Welt.

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Afrika ist ein sehr großer Kontinent und darum ist es natürlich, dass in den verschiedenen Gegenden unterschiedliches zu finden ist. Das bezieht sich auf die Tierwelt, auf die Menschen und ihre Gebräuche, Handlungen und Kultur. Das bezieht sich auf die Landschaften, die Essgewohnheiten und wie sich die Dinge in Zukunft entwickeln werden.

Meine erste Reise auf diesen faszinierenden Kontinent führte mich zu einem kurzen Ausflug in die Stadt Tanger. Diese Stadt liegt in Marokko und ist die nördlichste Stadt Afrikas. Auch zu der Zeit war Tanger schon eine Stadt die sich „besonders um ihre Touristen bemüht.“  Das liegt sicher an der Nähe zu Spanien, dem heutigen Europa, denn von dort ist es fast ein Katzensprung nach Tanger. Ich habe mir damals eine Marokkanische Bongo gekauft. Eine Handtrommel die aus 2 Trommeln besteht, die miteinander verbunden sind. Obwohl es eine Trommel ist, die für Touristen hergestellt wurde, klingt sie gut und lässt sich auch noch nach 30 Jahren schön spielen.

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Die nächste afrikanische Reise führte mich in den Senegal. Senegal liegt im Westen Afrikas.

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Westafrika ist ein Hotspot für Spiritualität und Zauberei. Zudem ist die menschliche Sprache im Westen Afrikas entstanden. Zu dieser Zeit gab es natürlich noch keine Ländergrenzen, aber ungefähr in der Gegend um Guinea/ Mali hat unsere Sprache und die Hochkultur des Rhythmus ihren Lauf genommen. Umso merkwürdiger, dass aus diesem Gebiet, über die dem Senegal vorgelagerte Insel Goree, Menschen als Sklaven nach Amerika verschleppt wurden. Und daran beteiligt waren nicht nur weiße, sondern nachweisslich auch schwarze Menschen die in dieser Region geboren waren. Ein sehr trauriges und „unmenschliches“ Kapitel.

Nach meinem Studium in den USA wollte ich mich weiter Rhythmisch fortbilden, und entschied mich für einen besuch de Senegals. Dortir gelang es mir, mit einem Trommelmeister zu lernen. Das war nicht selbstverständlich, denn die echten Trommler, also Musiker aus Musikerdynastien, waren gar nicht so einfach zu finden. Mein Lehrer unterrichtete mich in der Trommelgruppe „Sabar“ und ich spielte aus diesem Trommelquartett die Kuteriding. Und natürlich habe ich mir ein Instrument mit nach Hause gebracht, welches auch immer noch spielbar ist.

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Aber schon vor ca. 20 Jahren bei meinem Besuch war das Ende der traditionellen Musik abzusehen. Viele der Einwohner hatten kein Interesse mehr an ihrer eigenen Musikkultur und stattdessen war schon der Fernseher in die Hütten eingezogen. Die Menschen wollten den westlichen Fortschritt und waren damit beschäftigt Wohlstand zu erreichen. Statt um Muscheln, Tanz und Trommeln geht es jetzt auch hier vorrangig um Geld.

 

 

Schlagzeug spielen

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Was braucht es um Schlagzeug spielen zu können? Wieso schafft es jemand mit dem Schlagzeug bis in eine Band und jemand anderer nicht? Wieso gibt es Rhythmusliebhaber die Schlagzeug spielen und dann auf der Bühne stehen und jemand anderer bleibt mit seiner Band im Hobbykeller?

Die Antworten darauf sind so viele wie es Menschen gibt die das Schlagzeug nicht nur lieben, sondern auch spielen. Hier möchte ich ein paar Punkte aufführen die damit in Zusammenhang stehen und, wie ich hoffe, einen tieferen Einblick in das schöne Instrument und die Welt des Rhythmus und der Musik, geben.

Wie das Hören mit dem Spielen zusammenhängt

Wir hören mit unseren Ohren und die spielen nicht die Schlagzeugstöcke. Das Heißt, dass das was wir hören können, können wir noch lange nicht auf einem Instrument spielen. Das leuchtet sicher jedem ein und doch gehen sehr viele Schlagzeuglehrer in ihrem Unterricht zu allererst davon aus wie etwas klingt bzw. was für ein Klang gewünscht ist. Es wird oft nur notdürftig die dazugehörige Koordination und Technik erklärt und wenn der Schüler oder die Schülerin es nicht gut hinbekommt, darauf hingewiesen, dass er oder sie nicht richtig hinhört. Dabei kann nur hingehört werden wenn das Gehirn nicht überfordert ist mit der entsprechenden Bewegung. Das heißr, diese muss ale allererstes erstmal ganz klar sein.

Hören lernen geht schneller als spielen können

Es gibt Menschen mit sehr schnellem Gehör die dann auch noch viel Lust auf Musikhören haben. Oft haben sie eine gute Musikanlage und können Meldodien mitsingen oder den Schlagzeuger mit Hilfe von Luftschlägen immitieren. Das ist keine schlechte Vorraussetzung um ein Instrument zu spielen aber es hilft dafür erstmal nicht viel. Wenn es nicht sogar erstmal stört.(Siehe den Abasatz vorher) Denn was letztendlich das Instrument erklingen lässt geschieht durch Muskelkraft und die wird nicht einfach aktiviert wenn wir es per gehörtem befehlen, sondern sie muß trainiert werden. Und das geht nur  langsam Schritt für Schritt.

Was du nicht zählen kannst, kannst du auch nicht spielen

Klingt wie ein Gegensatz zu dem vorherigen Absatz, ist es aber nicht. Natürlich muß die Muskulatur an unsere Vorstellung, an unseren Bewegungsbefehl, geknüpft sein. Dieses lässt sich durch das Mitzählen, oder es kann auch anders verbalisiert werden, am besten überprüfen. Wenn das gleichzeitige Zählen, oder anders verbalisieren, nicht möglich ist, wird der  Rhythmus nicht einwandfrei gespielt.

Wer langsam spielen kann, kann auch schnell spielen

Ist eine Bewegung im langsamen Tempo nicht klar, wird sie es erst recht nicht im schnellen Tempo. Der einzige Unterschied ist, dass wir es im schnellen Tempo nicht schnell genug merken, dass die Bewegung nicht stimmig ist. Anders herum gilt allerdings auch, dass das was wir im langsamen richtig spielen können, können wir auch schneller spielen.

Schnell spielen kommt von viel spielen

Wie im vorherigen Absatz geschrieben, behaupte ich, dass alles was im langsamen klappt auch im schnellen Tempo klappt, bzw. klappen kann. Klappen kann, weil hier natürlich die Muskulatur die große Rolle spielt. Sie muß auf die entsprechenden Tempi und auch auf die Ausdauer trainiert werden. Je mehr wir trainieren umso schneller werden wir spielen können, vorrausgesetzt Technik und Koordination stimmen. Schnell spielen kommt von richtigem viel spielen.

Trommeln spielen
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New Orleans-Chicago-New York

Musik lernen

Ohne Zweifel ist der Jazz in der amerikanischen Stadt New Orleans geboren worden. Die Strassenmusiker zogen musizierend durch die Strassen von New Orleans. Als dann der Tanz an einen festen Ort verlegt wurde, wurden die Strassenmusiker gebeten dort aufzuspielen und konnten nun dabei sitzen, weil sie ja an Ort und Stelle verblieben. So konnten die Füße in das Musik machen mit einbezogen werden und nach und nach entwickelte sich das Drum-Set, das aus vier Musiker einen machte. Cymbals, große Trommel, Kleine Trommel, die Snare -Drum, konnten nun von einem Musiker gespielt werden.

Es dauerte nicht lange bis sich Jazz in ganz Amerika breit machte.  In der damaligen Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts brachten die schwarzen Wanderarbeiter den Jazz von einem Ort zum andern. Und als aller erstes zog der Jazz von New Orleans nach Chicago.

In den 1920er Jahren sammelten sich dort Musiker die ihr Leben für die Musik gegeben haben und entscheidend an der Entwicklung des Jazz beigetragen haben. Das sind z.B. Louis Armstrong, King Oliver und Jelly Roll Morton. Aus dieser Entwicklung heraus und weil der innovative Jazz dann in Chicago zu Haus war, brachte Chicago eine große Anzahl von großartigen Musiker hervor. Der Sänger Nat „King“ Cole oder die Tenorsaxofonisten Gene Ammons und Johnny Griffin waren in Chicago zu Haus. Pianist und Bandleader Sun Ra kam 1945 nach Chicago und gründete in den 1950ern dort sein bahnbrechendes Arkestra.

Auf dieses stabile Fundament des traditionellen Swing konnte sich eine neue Bewegung entwickeln und es entstand 1965 das AACM, die „Association for the Advancement of Creative Musicians“. Gegründet von Anthony Braxton, Muhal Richard Abrams (beides Mitglieder des Art Ensemble of Chicago), Leroy Jenkins und Henry Threadgill. Sie begannen andere Musikstile in ihre Musik einzubinden und liessen eine ganz neuartige Sicht auf die Improvisation zu. Der Sound und die Improvisationsmöglichkeiten die sie dadurch schufen, sollten den globalen Jazz stark beeinflußen.

Zu Beginn der 1970er Jahren verlagerte sich allerdings die kreative Musikszene immer mehr nach New York. Heute, zur Zeit des schnellen Reisens und der digitalen Medien, verschwimmen die Schwerpunkte der Musikszenen und ganz besonders New York und Chicago stehen in einem regen Austausch.

Der Jazz wurde nun immer offener und liess auch den Experimental Rock, Noise und Elemente der Ernsten Musik, zu. Wenn auch leider recht verhalten, gab es einige Ansätze auch den europäischen Avantgarde-und Free-Jazz an den inzwischen an Umfang enorm gewachsenen amerikanischen Jazz, mit heranzuziehen.

So wurde auch der international bekannte Musiker, der Saxophonist Peter Brötzmann, bei der Gründung des „Chicago Tentet“ durch amerikanische Kollegen unterstützt.

Langsam konnten sich auch weibliche und in Chicago beheimatete Musikerinnen zu „Wort“ melden und mit ihrem Können und ihren Ideen überzeugen. Dazu gehörte Nicole Mitchell, die begann Konzept-Suiten zu komponieren und aufzuführen.

Das jüngste Beispiel für beispiellosen hochkarätigen Jazz aus Chicago brachte die Trompeterin Jamie Branch mit ihrem Debütalbum „Fly or Die“ in die Szene. Live zu hören war sie beim diesjährigen Jazzfest in Berlin.

Chicago steht für den geografischen Herkunftsort von Musiker/innen, und Chicago steht vor allem auch für ein offenes künstlerisches Gemeinschaftsklima. Das galt für den Anfang des Jazz und es gilt noch heute.

 

KIM

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KIM besteht aus zwölf Musiker/Innen und ist ein Kollektiv für komponierte und improvisierte Musik. Die Mitglieder sind allesamt Wahlberliner/Innen und kommen aus sieben verschiedenen Ländern. Sie organisieren und veranstalten eigene Konzertreihen und Festivals. Bei dem Berliner Jazzfest 2018 bespielten sie z.B. die Unterbühne im Haus der Berliner Festspiele, ein für Veranstaltungen selten genutzter Raum. Allerdings arbeiteten sie sich auch immer mal wieder mit Ihren visuellen Aktionen, z.B. mit tragen von Masken, bis in den zweiten Stock empor.

KIM wurde 2013 ins Leben gerufen und möchte miteinander verbinden und Grenzen überwinden. Simon Kanzler von KIM z.B. findet, dass Jazz und Neue Musik eigentlich schwer zusammen passen. Doch durch die vielen Nationen und unterschiedlichen Musiker und Künstler sieht er ganau eine Chance für so eine Verbindung neue Wege zu entdecken und die musikalischen sehr unterschiedlichen Genre miteinander zu verbinden.

Beim Berliner Jazzfest wurde eine ganz neue Dimension ausgelotet indem sich das Kollektiv im House of Jazz bewegte und mit dem Publikum und dem vorhandenen Ambiente interagierte.

Eine Zeitlang hatte KIM eine feste Spielstätte, den Salon Tippel, im Berliner Stadtteil Neu-Kölln. Dort formten sich die zwölf Musikermit zu einem Ensemble um sich dann mit der Zeit, als gemeinsamer Körper präsentieren zu können.

Ein interessantes Projekt beim Berliner Jazzfest war die Klanginstallation von Simon Kanzler zu dem das restliche Ensemble ineragierte. Die Klanginstallation nutzte Klangquellen und Geräusche von vor Ort und es sollte dadurch  im Zusammenspiel mit den anderen Musikern eine neue Realität entstehen. Sozusagen eine Parallelwelt zu der gerade stattfindenden Musik- und Festivalwelt im Haus der Berliner Festspiele. Eine spannenden Idee wie ich finde.

In Fall des Berliner Jazzfests war es ungewöhnlich, dass plötzlich mit Masken besetzte Gesichter durch die Menge streiften und dazu aufforderten zu folgen oder auf andere Weise zu reagieren. Ich fand diese Aktion sehr gelungen. Mischte es doch die Pausen auf und regte zum Nachdenken an.

Wie so oft kommen aber die interessanten künstlerischen Innovationen, Inspirationen und Improvisationen aus den USA. So entstand KIM nach dem Vorbild von dem in den USA gestarteten Association for the Advancement of Creative Musician, kurz AACM genannt.

Liz Kosack von KIM geht dabei so weit, dass sie in einem Interview sagte, „dass ich heute sagen kann, ich bin improvisierende Musikerin und darin ernst genommen werde kann, geht auf diese Bewegung zurück.“

Manchmal kommt eben auch das Gute aus den USA zu uns. Weiter so, wir freuen uns auf mehr Entwicklung auf diesem Gebiet.

 

Russisches Staatsballett-Dornröschen

Das Russische Staatsballett gab eine Vorstellung von Dornröschen im Berliner Admiralspalast. Gleich vorweg, die Tänzer und Tänzerinnen tanzten auf sehr hohem Niveau und es hat viel Spaß gemacht zuzuschauen wie sie sich von einer Ecke der Bühne in die Andere bewegten..

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Leider kam die Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski vom Band und dies machte sich in der ganzen Stimmung der Vorführung bemerkbar. Ein so großartiges Ballettensemble sollte nur zur akkustisch gespielter Musik aufführen. Ich habe mich gefragt wie das wohl für die Performer ist, ob es auch für sie einen so großen Unterschied macht wie für mich.

Die Inszenierung war eher Altbacken und es lässt sich wohl nicht darüber streiten ob das gut oder schlecht war, denn bekanntermaßen ist das eine Sache des Geschmacks.

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Natürlich sind der Primaballerin und die Primaballerina die Stars im Ensemble. Mit weiten Sprüngen begeisterte der Primaballerin das Publikum.

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Die Primaballerina steht in Eleganz dem Primaballerin nicht nach.

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Aber auch die Tänzer der Duette haben ihre Aufgabe hervorragend gemeistert. Am Besten hat mir die Katze und der Kater gefallen. Sie haben die Gestik der Tiere miteinander so genau nachempfunden, dass der Eindruck entstand es sind wirklich die Katzentiere die hier kommunizieren.

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Der Ballerin hatte natürlich viele anmutige Solotänze.

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Auch die Primaballerina hatte viele Bühnenmomente für sich allein.

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Auch zusammen hat das Tanzpaar harmoniert.

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Natürlich gab es einen Bösewicht, nämlich die eine die nicht zur Feier eingeladen wurde und sie wurde herrlich dargestellt und die Tänzerin hat auch ohne Worte ihre Rolle deutlich gespielt.

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Hier wurde sie von ihren beiden Helfern mit einem Schlitten vom geschehen weggezogen.

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Die Sitze im Admiralspalast waren vielleicht zu zweidrittel besetzt. Unter dem Publikum waren sehr viele Touristen und ihm die Vorführung gut gefallen, allerdings Standing Ovation gab es nicht.

Auch wurden die Tänzer nicht mehr als nötig hinter dem Vorhang hervorapplaudiert. Allerdings die Tänzer und Tänzerinnen haben eine großartige Leistung erbracht.

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In den Admiralspalast kommen in nächster Zeit noch viele andere und interessante Großvorführungen. Es lohnt sich mal auf die Webseit zu schauen. Der Zustand des Admiralspalast, der ganz in der Nähe des Friedrichstadtpalast befindet, ist zwar in einem renovierungsbedürftigem Zustand aber hat wohl gerade deshalb einen ganz besonderen Charme.

Berliner Jazzfest 2018-Sonntag Abend

Eröffnet wurde das Fest an diesem Abend von der norwegisch/australischen Band Kim Myhr, unter dem Motto You/Me, die damit ihre Deutschlandpremiere feierten. Leider habe ich dieses Konzert verpasst, was aber, wie ich hörte, gar nicht laut, sondern erfreulich sensibel von den vielen Instrumentenseiten gespielt wurde. Die Gitarrenlastige Band bestand aus den folgenden Musikern: Kim Myhr, elektrische und akkustische Gitarre,
David Stackenä, elektrische und akkustische Gitarre, Håvard Volden elektrische und akkustische Gitarre. Adrian Myhr, Gitarren und Bass, Ingar Zach, Perkussion, Hans Hulbækmo Schlagzeug und Perkussion und der u.a. auch in Berlin beheimatete
Tony Buck ebenfalls am Schlagzeug und Perkussion. Ich hoffe ich bekomme nochmal die Gelegenheit diese Besetzung live zu erleben.

Wie in den letzten Jahren schon, gab es bei dem diesjährigen Jazzfest in Berlin einen Artist in Residence. Das Heißt eine Musikerin die während der 4 Tage besonders „gefeatured“ wird. In diesem Jahr war es die in New York lebende hervorragende Guitaristin Mary Halvorson.

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Ihr Album Dragon`s Head von 2008 brachte ihr den Durchbruch zur international gefeierten Jazzguitarristin. Mit ihrem Mary Halvorson Octett spielte sie das letzte Bandkonzert auf der großen Bühne im Haus der Berliner Festspiele. Für Ihr Octett konnte sie den Bassisten John Herbert und den Drummer Ches Smith gewinnen.

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Ausserdem spielte neben Mary Halvorso an der halbakkustischen Gitarre, die Pedal-Steel-Guitarristin Susan Alcorn. In diesem Octett spielten dann auch noch der Trompeter Jonathan Finlayson, der Saxophonist Jon Irabagon und die Saxophonistin Ingrid Laubrock und der Posaunist Jacob Garchik, mit.Das Octett stellte sich in einem Halbkreis auf und die Musik wurde vom Blatt abgelesen. Die Improvisationen waren grandios und das Konzert ein voller Erfolg.

Zum Ausklang des Jazzfests spielte Bill Frisell ein unerwartet ruhiges Solokonzert.

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Er fing an mit Blues um dann über die Sandard-Ballade Lush Live und Themen von Burt Bacharach-bei Nou-Jazz zu landen.  Als Zugabe wurde noch einmal der Special Guest Mary Halvorson auf die Bühne geholt und das Publikum konnte sich zum Abschluss noch an einem Guitarrenduo erfreuen.

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Als die Lichter nach dem letzten musikalischen Ton angeknipst wurden, zeigte sich dann auch die neue Chefin Nadine Deventer in bester Feierlaune mit Ihrem Team.

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Alles in allem, zumindest für mich, immer wieder das schönste Musikfest des Jahres in Berlin. Und ich bin jetzt schon sehr gespannt was es im nächsten Jahr alles zu sehen und zu hören gibt. Die Vorbereitungen dafür laufen sicher schon inzwischen auf Hochtouren.

Jason Moran und das Jazzfest Berlin 2018

Am Samstagabend gab es mit der WDR-Bigband, geleitet von Bob Mintzer, dem Special Guest der Bigband Jazzmeia Horn und mit Jason Moran zwei weitere exclusive Jazzkonzerte auf dem diesjährigen Berliner Jazzfest zu sehen und zu hören.

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Den Abend auf der großen Bühne eröffnet hat die WDR-Bigband, die sich an dem Abend mit der wunderschönen Sängerin Jazzmeia Horn und ihrer glasklaren Stimme geschmückt hat.

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Die Bigband untzer der Leitung von dem bekannten Saxophonisten Bob Mintzer, der auch die Stücke arrangiert hat, spielte einige Jazzklassiker in schönem typischen Bigbandstil und brachte den Saal zum Swingen. Es hat sehr viel Spaß gemacht der Sängerin zuzusehen und ihr und der Band zuzuhören. Die Sängerin zeigte dann nochmal beim letzten Stück nachdrücklich, dass sie auch den Scatgesang in Perfektion beherrschte.

Bevor nun Jason Moran sein Konzert beginnen konnte, stimmten einige deutsche Jazzmusiker auf die Musik des Amerikansichen Jazz ein. Das bedeutete, dass das Bläserensemble alla New Orleans Strassenmusik spielte und der in Berlin bekannte Schlagzeuger Lillinger ordentliche Jazzrolls dabei spielen durfte. Was genau der Hintergrund war für diese kurze Einlage ist nicht genau erkennbar gewesen, aber es war dann doch deutlich, dass wir hier in Berlin nicht im New Orleans Jazz zu Hause sind. Es fehlte ein wenig der Spaß und die Lockerheit, die Lust macht auf Tanz und Bewegung, was diese Musik, und ja eigentlich Musik allgemein, bewirken soll. Es war aber natürlich proffessionell gespielt und es hat mir trotzdem Spaß gemacht diese Berliner Truppe New Orleans Jazz, spielen zu hören.

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Angeschlossen an dieses Konzert hat sich auf der großen Bühne im Haus der Berliner Festspiele dder großartige Jason Moran mit seiner Band.

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In diesem Jahr war er mit dem Projekt Jason Moran-The Harlem Hellfighters in Berlin. Das Audio-Visuelle Projekt ist entstanden, natürlich mit Jason Moran, und den Filmemachern John Akomfrah und Bradford Young. Das sah in der Umsetzung so aus, dass sich Jason Moran, gekleidet in einen grünen langen Mantel, mit dem Rücken zum Publikum, an dem in der Mitte stehenden Flügel gespielt hat. Dieser wurde im übrigen nochmal extra vorher gestimmt. Ob das A eine höhere oder tiefere Grundstimmung haben sollte oder ob es einfach „out of tune“ war, weiß ich nicht. Sicher war auf jeden Fall, dass neben E-Bass und Drums etliche Blasinstrumente das Konzert mitgestaltet haben. Musikalisch bezog er sich auf den New Orleans Stil und Blues, was ja Sinn machte da das Motto des diesjährigen Jazzfestes Chicago-Europa war und die Musik in Chicago nunmal vom New Orleans Jazz und Blues angefüttert wurde.

Im Hintergrund lief dazu ein Film in Schwarz-Weiß der sich mit den im Krieg gefallen Soldaten auseinandersetzte. Zur Choreographie gehörte dann auch, neben dem dunklen roten Licht, dass sich am Ende des Konzerts alle Musiker nach und nach um das Piano versammelten und es vom Balkon des Hauses der Berliner Festspiele so aussah als ständen sie um einen Sarg herum.

Die Musik war interessant, geschmackvoll, inhaltsvoll und mit einer wunderschönen Elleganz und Intensität gespielt. Auch er und seine Band spielten das Konzert in einem Stück ohne Pause durch. Inhaltlich gab es sehr unterschiedliche Musik-Stile. diese wurden aber gekonnt und ohne den Zuhörer nicht mitzunehmen, verbunden. Mein Lieblingsabend 2018.

 

Jaimie Branch+Das Art Ensemble of Chicago beim Berliner Jazzfest 2018

Art Ensemble,chicago,jazz,berlinFreitag Abend beim Jazzfest in Berlin 2018 gab es eines der Highlights mit dem Art Ensemble Of Chicago. Das wohl allen Jazzliebhabern bekannte Ensemble existiert seit den 1960er Jahren und eines seiner Gründungsmitglieder, der Saxophonist Roscoe Mitchell, ist immer noch dabei und spielte an dem Abend im Haus der Berliner Festspiele das Ensemble mit seinem Saxophon in eine Art Avantgarde- Rausch. Avantgarde,rausch,excess,jazzAuch sonst bot das Ensemble alles was Musik braucht um Geschichten zu erzählen. So war ein Mitglied des Ensembles auch die Lyrische Stimme zur Musik.

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Die instrumental gespielte Musik wechselte zwischen perkussiv, poetisch und sehr frei improvisiert und war dabei immer ausgewogen und intelligent unterwegs. Und auch das Auge durfte auch Mithören…effektvolle perkussion,2018,jazzfest,berliner

Im nächsten Jahr, also 2019, feiert das Art Ensemble of Chicago sein 50 jähriges bestehen und ECM-Records wird den Anlass dazu nutzen, eine special Edition CD herauszugeben. Dort werden auch einige Projekt von Lester Bowie’s Brass Fantasy, Mitchell’s Note Factory und das Transatlantic Art Ensemble, sowie Musik die von Jack DeJohnette und Wadada Leo Smith gelietet wurde, zu hören sein.

Die Jazzband der Trompeterin Jaimie Branch ist noch nicht ganz so lange unterwegs wie das Art Ensemble und blieb bis dahin wohl eher nur echten Berliner Jazzkennern vorbehalten. Diese Einladung war ein Volltreffer, denn das Quartett mit Schlagzeug, Bass und Cello brachte einen frischen innovativen Wind nach Berlin. In der Besetzung spielte z.B. statt einem Kontrabass das Celle die Basstöne und auch der Typ Jaimie Branch lies erahnen, dass es sich hier um eine aussergwöhnliche Trompeterin handelt.

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Und neben dem Schluck aus dem Flachmann brachte sie auch mit kurzen verbalen Einwürfen das Publikum zum lachen. Ihre Trompete allerdings lies sie mit einem wunderschönen Ton erklingen. An manchen Stellen war mir persönlich etwas zu viel Hall auf der Trompete, aber das mit dem Hall ist ja bekanntlich Geschmacksache. Der Cellist der Band Jaimie Branch warf seine Basstöne mit großer Ruhe in den „Ring“…

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Ein gelungener Abend auf der großen Bühne im Haus der Berliner Festspiele beim Jazzfest in Berlin 2018.