Kenako Festival Berlin 2018

info, schlagzeug, schlagzeuglehrerinnenDas diesjährige Afrikafestival Kenako begann am Donnerstag den 7.Juni und geht bis Sonntag den 17. Juni. Das Kenako Afrikafest findet traditionell auf dem Alexanderplatz statt. Zwischen Reisenden und kauflustigen Berlinern und Touristen gibt es eine Bühne mehrere Infozelte, etliche Marktbuden und natürlich wird auch mit afrikanischen Essenständen für das leibliche Wohl gesorgt.

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Der Aufbau des Festes wurde in diesem Jahr etwas anders gestaltet als die Jahre davor. Es gab mehr Tische zum essen und sitzen und in der Mitte einen Platz der mit seinen Liegestühlen zum verschnaufen vom Tanzen und der Hitze, die zumindest am Samstag den 9. Juni herrschte, einluden. An diesem Tag begann die junge und aus dem Kongo stammende talentierte Sängerin Carmel Zoum mit ihrer Musik.

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Sie möchte sich mit ihrem Gesang und Ihren Texten politisch ausdrücken und positiv einwirken. Dazu singt sie in mehreren Sprachen und hatte dafür einen Mitmusiker an der Elektronik dabei. Ich persönlich fand es schade, dass ihr nicht eine akkustische Band zur Verfügung stand. Ihre leichte Stimme kam meiner Meinung nach zwischen den harten Bässen nicht ausreichend zur Geltung und ich bin sowiso kein Freund von lauten Elektrobeats.

Nach einer kurzen Tanzvorführung von einer Schülergruppe und Danksagungen zu dem Festival begann um 16.30 uhr eine wirklich schöne Musik mit Tanz- und Showperformance von der Gruppe „Afrika Odjafrika/Kultur“ die z. T. auch aus dem Kongo stammte. Hier habe ich für meine Leser neben den Fotos auch ein Video aufgenommen, so dass ihr Euch das einmalige Erlebnis auch anhören könnt. Oft, und gerade bei diesem Festival, kommen ungewöhnliche Kombinationen von Künstlern und Musikern zusammen und gerade deshalb lohnt sich ein Besuch.

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Nach einer weiteren Umbaupause spielte mit etwas Verspätung die Band Ange da Costa & The DreamBus. Ange da Costa ist ein in Deutschland aufgewachsener Angolaner der mit seinem Afro-Soul Menschen berühren möchte und in Englisch und Lingala singt. Er feuerte mit seiner positiven Energie das Publikum an. Neben afroamerikanischem Soul und R&B vermischt er seinen Stil mit kongolesischen Musikelementen. Toll zum tanzen und sich wohl fühlen.

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Wer dieses Wochenende verpasst hat, hat noch ein weiteres zur Verfügung und ich empfehle sehr dies zu nutzen. Der Eintritt ist frei, das Essen lecker und auf den Marktständen findet sich immer wieder das ein oder andere nette Mitbringsel oder aussergewöhnlich Geschenk.

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Teambuilding

Als „Teambuilding“ wird die Arbeit in einer Gruppe genannt, die in gleichgestellter Verantwortung ein gemeinsames Ziel erreichen wollen. Dabei sollen die Teilnehmer in unmittelbaren Kontakt treten und das Ziel mit Spaß und Freude erreichen. Der Erfolg soll immer gegeben sein, denn Teambuilding möchte ein positives Zeichen für Menschen setzen, die miteinander arbeiten. So ist es nicht verwunderlich, dass Teambuilding oft von Firmen und Organisiationen gebucht wird, aber auch eine Lehrergemeinschaft oder Teilnehmer von Fortbildungsmaßnahmen profitieren davon. Auch das Ende einer Tagung oder eines Meetings kann mit Teambuildingsmaßnahmen gestaltet werden und den Mitarbeitern oder Teilnehmern dadurch ein positives Erlebnis, nach vielleicht anstrengenden Sitzungen, geben. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt und es gibt entsprechend viele Angebote im Internet von Firmen die sich darauf spezialisiert haben.

zusammen spaß haben

Zufriedene und dadurch leistungsfähigere Teams können durch die speziellen Trainings entstehen und zusätzlich motiviert es Mitarbeiter sich der eigenen Firma zugehörig zu fühlen.

Es gibt viele originelle „Teambuilding-Ideen“, von der Hüttengaudi über die Schnitzeljagd durch die Stadt, bis hin zum gemeinsamen Gärtnern, lässt sich wohl mit vielem der Teamgeist stärken.

Meiner Meinung nach erfüllen solche Events zwar ihren Zweck, aber sorgen doch eher für einen kurzfristigen Erfolg. Rhythmus hingegen kann nachhaltig Menschen regelrecht miteinander verknüpfen. Wer schon einmal mit anderen Menschen Musik gemacht hat, wird dieses Erlebnis nicht so schnell wieder vergessen.

Wir von d-drums versuchen immer das Beste aus jeder Gruppe herauszuholen. Dazu gehört auch, dass wir spontan arbeiten und auf die Reaktionen der Teilnehmer reagieren. Das geht zum Teil und je nach Gruppe und Gruppengröße ohne zusätzliche Hilfe, also ohne Instrumente oder visuelle Anreize. Oder es werden ganz einfache Helfer wie die Boomwhackers oder Kleinperkussion eingesetzt. Vordergründig aber sollen sich die Menschen mit ihren Möglichkeiten und ihrer Persönlichkeit zeigen und dabei positive Erfahrungen machen. Es geht darum eine gemeinsame Energie zwischen den Teilnehmern zu erzeugen.

Für einige Gruppen, wie z. B. bei sehr großen Gruppen oder bei Jugendlichen-Gruppen in der Ausbildung, ist es aber eher sinnvoll Hilfsmittel wie Schaumpipes, Perkussioninstrumente oder andere Klangerzeuger einzusetzen.

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Große Gruppe

Auch wenn sich die teilnehmenden Menschen gar nicht oder kaum kennen oder aus verschiedenen Kulturkreisen kommen, können Musik-und Rhythmusinstrumente förderlich sein. Die Vorgehensweise mit einem rhythmischen/ musikalischem Teambuilding sollte darum immer individuell abgestimmt werden.

Berliner Karneval 2018-Impressionen

feiern
Vor der Heilig-Kreuz-Kirche

Der Berliner Karneval wurde wie jedes Jahr im Kreuzberger 61er Kiez gefeiert. Zwischen der Heilig-Kreuzkirche und dem Mehringdamm und entlang der Gitschiner Strasse gab es genügend Buden um das Portemonai leichter zu bekommen. Für Unterhaltung sorgten Musik und Kleinkunstdarsteller. Für die Kinder wurde auf dem Blücherplatz ein Program veranstaltet, dass nahtlos ineinander über ging.

Allerdings war die Blücherwiese zum bersten voll. Sambatänzer standen Seite an Seite zu Musikern mit den harten Beats.

samba und rumba tanzen
Sambamusik und Sambatänzerinnen
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Dieses Duo ist jedes Jahr auf der Blücherwiese vertreten.

Und wie auch jedes Jahr gab es einen Strassenzug der für alternative, ökologische und ähnliche Projekte reserviert war. Hier fand ich auch diese beiden Frauen aus Nicaragua die sich für Ihre Sache mit einem Banner stark machten und dazu Zettel mit Informationen zur Situation in dem Land vereteilten.

politische texte und musik

Aber auch der Alkohol war letztendlich überall zu Gast.

die flasche bier

bier trinken und musizieren

Das ging soweit, dass sogar eine Bierbrauerei auf dem Karneval installiert wurde. Sah schick aus und wurde gut besucht.

Neben den großen Bühnen auf denen natürlich Weltmusik gespielt wurde, gab es noch mehrere kleine Bühnen, die sogenannten „Music Corners“. Von Afrobeats über Chanson, von Hip-Hop bis Psychedelik-Rock und alles was noch dazwischen liegt, gab es über insgesamt 4 Tage und Abende dort zu hören.

geige, bass und cello

Meine Favoriten sind und bleiben aber die Guineaner rund um den Meistertrommler Siaka Kouyate.

meistertrommler aus Guinea
Siaka Kouyate mit Freunden.

Ein echteres Karneval-feeling findet sich nicht, finde ich. Auch wenn es der kleinen Guinea-Gemeinschaft schwer gemacht wurde als das Rasenstück auf dem sie viele Jahre den Karneval bespielt hatten, und sie sich nun mit einer einzigen Bank direkt am Weg begnügen müssen, ist dies für mich der wahre Karneval.

Trommeln und Tanzen aus Guinea
Trommler und Tänzer der Guinea-Gemeinschaft.

Für die Sicherheit gabs auch genügend Personal….es muß etwas sehr wichtiges in den Containern gewesen sein….

hören und sehen

Alles in allem wieder ein gelungenes Fest mit viel Essen und Trinken unterschiedlicher Kulturen.

exotisch grillen auf dem kdk
Exotisch essen und trinken

Gerne nächstes Jahr wieder, sagen sich bestimmt auch diese Beiden, die ich auch letztes Jahr auf der gleichen Bank gesehen und gehört habe….und wer glaubt, dass die Instrumente Fake sind, der irrt sich….

auf der spielwiese

Milonga, Candombe, Habanera, Tango Andaluz

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Tangotrainings-Schuhe

Milonga

Die afrikanische Tanzkultur entstand aus der natürlichen Beweglichkeit der Menschen. Dazu gehört, dass unsere Symetrie, also die rechte und die linke Körperseite, nicht von Haus aus gleichmässig ist. Es wurde also mit einem Bein mehr aufgestampft als mit dem anderen und das wird auch als Hinketanz beschrieben. Dieser sogenannte Hinketanz fand sich in der Milonga wieder, was ein Tanzstil des Tango ist. Auch hier wird ein Bein mehr betont als das andere. Diese Art des Tanzes kam mit den schwarzen Sklaven aus dem Kongo an den Rio de la Plata.

Die heutige Milonga hat sich über verschiedene andere Stile, z.B. der Candombe weiter entwickelt und es entstand die Milonga Campera, die ab 1933 in das Repertoire der Tangoorchester aufgenommen wurde. Die Milonga ist mit den Jahren immer komplexer, beschwingter, fröhlicher und kreativer geworden.

Musikalisch lässt sie sich leicht durch den fröhlichen Charakter vom eher melancholischen Tango unterscheiden.

Candombe

Milonga-Candombe ist eine Unterart der Milonga. Ein Stil der vorwiegend in den 50ern in Montevideo gespielt wurde. Die Grundlage dieser Milonga-Art bildet die Clave, wie sie auch im Son in Cuba zu finden ist. Mit den Akzenten der Clave ist Candombe eine lebendige, rhythmische und quirlige Musik im 4/4tel-Takt. Aufgenommen wurde Candombe z.B. von R. Gavioli, A. Cerviño, D. Racciati und F. Canaro.

Habanera

Dieser langsame, mit dem Tango verwandte Tanz stammt, wie der Name schon erraten lässt, aus Kubas Hauptstadt Havanna. Eine Habanera ist ein Konglomerat aus der afrikanischen und europäischen Kultur. Er wird im 2/4-Takt gespielt und typisch ist, dass der erste Achtelschlag punktiert ist und sich dadurch eine Synkopation ergibt. Er ist bekannt seit dem frühen 19. Jahrhundert.

Thema der im langsamen Zweivierteltakt gesungenen sehnsuchtsvollen Lieder ist, wie sollte es anders sein, meist Kuba, Salz und die Liebe. Als Altmeister der Habanera gilt Ricardo Lafuente der im Laufe seines Lebens über 130 Habaneras komponierte. Jedes Jahr findet das Habanera-Festival statt, an dem Chöre aus der ganzen Welt, vornehmlich aus Europa, teilnehmen. 2016 stellte Kuba mit dem Chor „Entrovoces“ den Sieger des 1955 ins Leben gerufenen Festivals. Das siebentägige Festival wird von rund 10.000 Besuchern jährlich besucht.

Tango Andaluz

Tango Andaluz ist, wie auch hier der Name verrät, ein andalusischer Gesang und Tanz. In jener Zeit als die Habanera aus Lateinamerika nach Spanien gelangte, entstand dort der Tango Andaluz. das war 1850 in der andalusischen Hafenstadt Cádiz. Dieser Gesang und Tanz wurde erst von einer Frau alleine ausgeführt und von einer Gitarrenbegleitung unterstützt. Später wurde er auch als Paar getanzt und gehört inzwischen zu der Vielfalt des Tango.

 

Tango und Schlagzeug

carlos gardel

Das moderne Schlagzeug spielt im Tango eigentlich keine Rolle. Zumindest wurde es nicht in den Standard-Kompositionen des traditionellen Tango eingesetzt und wer traditionellen Tango hören möchte, wird garantiert keine Schlagzeugsounds hören. Ein typisches Tangoinstrument ist das Bandoneon das neben Gesang, Piano, Kontrabass und die Violine nicht in einer Tangomusik fehlen darf. Wie fast immer in traditioneller Musik, ist der Gesang, bzw. die gesungenen Texte, Dreh- und Angelpunkt. Natürlich geht es im Tango um die Liebe und um Herz und Schmerz.

Das Wort Tango wurde zum ersten mal 1836 im Zusammenhang mit Festivitäten der zu den Sklavenumschlagsplätzen wie Buenos Aires und Montevideo entführten Menschen, erwähnt. Es könnte sich vom lateinischen Wort tangere abgeleitet haben, bzw. dem portugiesischen Pendant tanger (berühren, interessanter Weise auch: ein Instrument spielen).

Der Tango ist ein Zusammenspiel aus einheimischer, europäischer, vor allem iberischer und italienischer, und kubanischen Kultur, die wiederum vom schwarzen Kontinent Afrika dorthin importiert wurde. Letztendlich aber finden wir mal wieder die Wurzeln von Musik und Rhythmus durch die aus Afrika verschleppten Sklaven. Der afrikanische Einfluss ist über den gesamten lateinamerikanischen Kontinent zu finden.

Tango ist eine Improvisationsmusik und Tanz und dementsprechend entwickelt er sich immer weiter. In den 40 Jahren kam zunnächst der Tango-Nuevo hinzu, ein Stil an dem maßgeblich Astor Piazolla beteiligt war. Seit den 00 Jahren machen sich stärkere Einflüsse von Popmusik bemerkbar was auch Electrotango oder Tangopop genannt wird und es gibt sogar den Nontango der nur noch an den Tango angelehnt ist und wo getanzt werden darf was gefällt.

Hier tritt nun auch das Schlagzeug wieder aufs Spielfeld. Im Tangopop und Nontango darf das Schlagzeug, das Modern-Drum-Set den Rhythmus wieder strukturieren und die „Time verbalisieren“. Im Electrotango kommt sogar der technoähnliche Bassbeat zum tragen und  das kommt vor allem Tänzern entgegen die sich nicht zu sehr mit dem Rhythmus auseinandersetzen wollen, sondern sogleich mit ein paar Schritten das Tanzbein schwingen wollen. Wenn der Tanzbeat gleichmäßig und vor allem deutlich durchgespielt wird, tragen sozusagen die Trommeln die Tänzer über die Tanzfläche. Ohne das Schlagzeug, bzw. den deutlichen Bassbeats müssen die Tänzer sich ihren „Hufschlag“ durch Bandoneon und Bassgitarre erarbeiten.

Da der Tango Argentino ein Gesellschaftstanz ist, bleibt für den Schlagzeuger, wenn denn überhaupt einer spielen darf, kein allzu großer Spielraum für musikalische Experimente denn die Tänzer wollen ja von dem Schlagzeuger einen klaren Beat. Nur dafür ist das Schlagzeug natürlich auch etwas zu schade, denn es ist ja selbst ein Improvisationsinstrument. So denke ich wird auch weiterhin das Schlagzeug nur eine sehr kleine und begrenzte Rolle in dieser Musik spielen.

Halbmarathon in Berlin 2018

Berliner Musikszene
Berliner Halbmarathon 2018

Wie jedes Jahr gab es auch wieder genug Leute die sich dem Halbmarathon in Berlin gestellt haben, bzw. ihn laufend bewältigt haben. Erst durften die Fahrradfahrer auf die Strecke, dann die Skater los und dann in angemessenem und von den Organisatoren festgelegten Abständen, die Läufer….Es ging einmal um die Berliner Mitte und der Autoverkehr hatte das Nachsehen. Überhaupt legt so ein Event den ganzen Innenstadtbereich lahm, denn selbst als Fahrradfahrer oder Fußgänger ist in der Zeit kein Überqueren der Route möglich.

 

 

Der Halbmarathon erregt nicht so viel aufsehen wie der „Volle, der Ganze oder der Eigentliche oder einfach der längere…?“, und es gibt weniger Rahmenprogramm.

Musikprogramm

Am interessantesten aber finde ich immer wieder die Übergänge des eigentlichen Events zu Normalität.

musikalischer Übergang
Einlass für die Läufer

schlagzeugschule beim marathon  bewusst spielen und singen

 

 

Das musikalische Schlagzeug

Schlagzeug Basics Wenn es um das Schlagzeug geht, denken viele sofort und richtiger Weise an Rhythmus, Rhythmusbegleitung, Takt und Takt geben. Aber das Schlagzeug bietet noch viel mehr und wir können mit ihm sowohl melodisch als auch harmonisch spielen. Wie geht das?

Offensichtlich haben die Trommeln unterschiedliche Tonhöhen und wie übrigens auch bei den deutschen Pauken, sind diese von links nach rechts in der Tonfolge von Hoch zu Tief geordnet. Das Heißt, links beginnen die hohen Töne und werden nach rechts immer tiefer. Zwar ist das Schlagzeug, das Moderne Drumset ein nicht gestimmtes Perkussionsinstrument, aber auch nicht nach unserem Tonsystem gestimmte verschiedene Tonhöhen nacheinander gespielt, ergeben eine Melodie.

Ähnlich verhält es sich mit den Cymbals. Zwar haben diese unterschiedliche Funktionen, die HiHat begleitet leise und eher Stakkato, das Ride Cymbal laut und eher legato und das Crash Cymbal akzentuiert, aber auch sie haben unterschiedliche Tonspektren und wer das Schlagzeuhg gern melodisch spielt, kann sich weitere Becken/Cymbals, an das Schlagzeug stellen.

Mit den vielen verschiedenen Tonhöhen können sowohl Grooves wie auch Fill Ins gestaltet werden. Und es ist sehr muskalisch wenn sich bei einem Solo die Melodie des Songs in der Improvisation wieder findet.

Harmonien bestehen aus mindesten drei Tonhöhen. Der Grundton, der mittlere und ein hoher Ton. Im Schlagzeug spielen wir diese Tonverteilung z.B. mit dem Bass als tiefsten Ton, der Snare als mittleren Ton und ein Cymbal als hohen Ton. Lassen wir dabei noch das Crash oder ein ähnliches Cymbal gleichzeitig erklingen, können wir abstrakt sogar einen Vierklang spielen. Je nach Kombination der gespielten Instrumente, haben wir sogar noch die Möglichkeit die Harmonien klanglich zu variieren. Natürlich sind diese Harmonien nicht vergleichbar mit denen unseres gestimmten Tonsystems, aber es lohnt sich trotzdem auch mal in Harmoniestrukturen am Schlagzeug zu denken. Denn je nach musikalishcem Kontext, kann dann der Schlagzeuger, die Schlagzeugerin sich viel intensiver am musikalischen geschehen der anderen Instrumente beteiligen.

Eine gute Methode um sich mit den Tonstrukturen am Schlagzeug zu beschäftigen, ist das Reduzieren dieser! Also z.B. ein Solo nur mit dem Ride Cymbal zu spielen, dann dazu den Klang des Ride Cymbals mit dem Bass akzentuieren um dann noch die Snare dazu zu nehmen und dabei wie ein Klavier zu agieren. Also der Rhythmus des Cymbals ist unsere Melodie die der Klavierspieler mit der rechten Hand und den Höheren Tönen spielt, die Akzente mit Bass und Snare ergeben dann zusammen mit dem Cymbal die Harmoniebegleitungen der Melodie, die ein Pianist normalerweise mit der linken Hand und den tieferen Tönen spielt.

Schlagzeug-Feel

Jazzfest berlin 2017

Wann und warum sprechen wir von „Feel“ im Zusammenhang mit dem Schlagzeugspiel?

Wenn ich in meinem Unterricht nebenbei erwähne, dass der spielende Schüler ein schönes Feel gespielt hat, bin ich erstaunt, dass dieser Ausdruck meinen Schüler nicht nur auch erstaunt, sondern er auch genau wissen möchte, was ich denn damit meine. Feel heißt im deutschen Gefühl. Eventuell denkt ein Schlagzeugschüler noch nicht daran, dass Musik bei uns Menschen Gefühle weckt, erreicht bzw. hervorruft. Aber ich denke wir alle kennen dies und haben es erlebt wenn wir Musik hören.

Und so kann auch Rhythmus und insbesondere das Schlagzeug, dass sowohl Melodie, Harmonie und Rhythmus enthält, Gefühle erzeugen.

Wir Europäer verknüpfen besonders die Melodie mit der Erzeugung einer Stimmung, eines Feels durch Musik. Das liegt sicher daran, dass unsere europäische Musikkultur mit der Melodie begann. Aber z.B. bei Völkern aus dem westlichen Afrika, deren musikalische Hochkultur die Trommeln sind, sind Feels durch Rhythmus unweigerlich mit dem Spielen der Trommeln verbunden.

Das Moderne-Schlagzeug spielt auch ständig Melodien, z.B. durch Fill In’s und Harmonien durch Grooves, nur sind diese abstrakter als mit unserem Tonsystem zu erkennen und subtiler zu verstehen. Aber letztendlich macht die Fähigkeit feels zu spielen den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Schlagzeuger, Schlagzeugerin, aus.

Was genau produziert ein Schlagzeug-Feel? Was braucht der Rhythmus um Gefühl auszudrücken, Gefühle zu erzeugen?

Feels sind zwar einerseits eine sehr persönliche Angelegenheit, aber auch abhängig von den vorhandenen technischen Fähigkeiten des Schlagzeugers, der Schlagzeugerin.

„Verantwortlich“ für Feels ist auf jeden Fall der Anschlag auf die Cymbals und Trommeln. Da bringt schon jeder Schlageuger jede Schlagzeugerin ihr persönliches Möglichkeiten mit ins Spiel…Wie weit wird, kann der Rebound beim Anschlag mit einbezogen werden? Wie ist die Verteilung der einzelnen Muskelgruppen auf den Schlag? Welche Instrumente haben die Spieler zur Verfügung, oder welche wurden ausgewählt…

Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Phrasierung. Wiederum braucht es eine technische Voraussetzung um eine Phrasierung überhaupt bewußt spielen zu können. Die Muskulatur dafür muß geschult sein und das musikalische Gehör. Kann der Spieler die Subdivisons spielen ohne dabei den Focus auf den Beat, meist die Viertel oder Achtel, zu verlieren, spielen?

Feels zu spielen bedeutet aber auch, ein Verständnis und Gefühl für die zu spielende Musik zu haben. Wer bei einer Ballade drauf haut wie beim Heavy-Metal, spielt evtl. das falsche Feel…. Fakt ist aber auch, dass das Spielen von Feels eine gewissen „Künstlerische Freiheit“ beinhaltet. Und Messwert dafür ist ganz einfach, ob sich deine Mitspieler und/oder das Publikum wohl fühlen. Denn das hängt entscheidend vom Drummer ab.

Tommy Johnson-Big Road Blues

Durch die Wanderbewegung bestimmter Schichten der afro-amerikanischen Bevölkerung ist ein eigenes Blues-Thema entstanden. Schwarze Männer waren zur Zeit der Entwicklung des Blues oft auf der Suche nach Brot und Lohn und einem besseren Leben. Musiker die wie die sogenannten „Hoboes“ für ihre Suche auf Güterwagen sprangen um mitzufahren, haben eine ganz eigene Folklore entwickelt. Nicht selten war nicht nur die Suche nach einem besseren Leben der Grund für die Weiterreise, sondern auch persönliche Miseren verantwortlich. Auch einer der Musiker die ihre Heimat verließen war Tommy Johnson.

Streetblues Der Big Road Blues geschrieben von Tommy Johnson gehört zum Blues der Wanderbewegung. Der Text der ersten Strophe ist folgender:

Cryin‘ ain’t goin down this big road by myself,
now don’t you hear me talkin pretty Mama?
Lord ain’t goin down this big road by myself.
If i don’t carr‘ you gon‘ carr‘ somebody else.

Musikalisch ist dieser Blues ein klassischer 12-Takter. Textlich besteht die Besonderheit in der Vergrößerung der zweiten Zeile durch die rückversichernde Frage: „Kannst du mich hören-hörst du nicht?“ Dadurch erhält das Lied den Charakter großer Eindringlichkeit, es ist dem Sänger sehr ernst mit seinem Problem. Das Lied ist am Übergang zwischen nicht-thematischen und thematischen Blues angesiedelt. Das Straßenthema und das böse Mädchenthema vereinen sich im Text, dahinter wird der gemeinsame Topos sichtbar, der dem Stück Zusammenhang verleiht. Anstelle einer konsequenten Argumentation arbeitet der Sänger mit sporadischen Strophen sprichwörtlicher oder redensartiger Bedeutung.

Tommy Johnson wurde 1896 geboren und entstammte einer kinderreichen Familie von Farmern. Er begann um ca. 1910/1911 Gitarre zu spielen. Er wurde ein einflussreicher US-amerikanischer Blues-Gitarrist und Sänger. Zusammen mit Son House und Charley Patton war er auch einer der führenden Musiker des Delta Blues. Zurück in Terry, was sein Geburtsort in Mississippi war, starb er 1956.

Zum Mythos Tommy Johnson gehört nicht nur seine Musik, sondern auch seine akrobatischen Auftritte, seine unzähligen Affären, sein schwerer Alkoholkonsum und nicht zuletzt durch die von ihm selbst in die Welt gesetzte Legende, dass er dem Teufel seine Seele verkauft habe, um den Blues richtig spielen zu können.

Johnson hatte nicht einmal halt vor geliertem Brennspiritus gemacht, der unter dem Markennamen „Sterno Canned Heat“ in Blechdosen ausgeliefert wurde und den er – mit Wasser verdünnt – als billigen Schnapsersatz trank. Diesem „Getränk“ setzte Johnson in seinem Canned Heat Blues ein „Denkmal“.

1986 wurde Tommy Johnson in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

 

Bossanova

Bossanova ist ein Musikstil, der in Brasilien entwickelt wurde. Antonio Carlos Jobim (1927-1994), ein Gitarrist, Pianist, Komponist und Sänger der Brasilianischen Musikszene in Rio De Janeiro ist ein Musiker der maßgeblich an der Entwicklung und der Verbreitung des Bossanova beteiligt war.

Samba, Bossanova

Vor dem Bossanova war Samba ein weit verbreiteter Musikstil in Lateinamerika. Samba ist ein sehr alter traditioneller Groove und wurde und wird immer weiter entwickelt. Samba ist grundsätzlich ein sehr schneller Beat, der darum in halben Noten gefühlt und gespielt wird. Samba wurde und wird über eine flexible Clave gespielt, das ist besonders in modernen Kompositionen nicht immer eindeutig zu hören, da die Samba-Clave sehr große Spielräume zulässt.

In den späten 1950er Jahren änderte sich die Stimmung in der gebildeten Mittelschicht rund um die Copacabana in Rio de Janeiro. Es wurde nach einem neuen, ruhigeren Musikstil zwischen Jazz und Samba gesucht. Der Bossanova entstand und als erstes Bossa-Nova Lied gilt Chega de Saudade, geschrieben von A.C. Jobim und Vinicius de Moraes (1913-1980) , ein Dichter und Sänger der auch der Musikszene Rio de Janeiros angehörte .

Was genau defeniert nun den Bossanova?

Im Gegensatz zur Samba wird der Bossanova nicht mit Clave, das ist ein weitestgehend feststehender Rhythmus über die die Musik gespielt wird, gespielt. Auch wenn das in manchen Schlagzeugbüchern anders dargestellt wird, Bossanova ist wie der Jazz eine Improvisationsmusik und hat keine Clave an die sich die Improvisation halten muß. Und der Bossanova ist langsamer als Samba. Während Samba oft bei Halben von 210 Beats per Minute gespielt wird, gilt ein Bossanova schon als schnellerer Rhythmus wenn die Viertel 180 bpm betragen, also die Halben sind dann im 90 bpm Tempo.

Bossanova wird meist in Achteln gespielt, im 4/4tel-Takt und als zweitaktige Phrase. Von der Samba hat der Bossa die Schwerpunkte der halben Note übernommen, die sich in der Fußbegleitung wieder spiegelt, und den binären Rhythmus. Der Jazz hat seine Harmonik beigetragen.

Wie schon erwähnt ist auch der Bossanova eine Improvisationsmusik und hat somit kaum Grenzen in der Gestaltung. Natürlich sollte immer noch der Stil zu erkennen sein, denn sonst haben wir freie Improvisation.

Es gibt aber einen Beginner-Bossa-Nova, bzw. einen Bossa-Nova-Rhythmus, der immer wieder in Schulbüchern auftaucht und den auch ich mit meinen Schülern als erstes erlerne. Er ist definitiv ein Groove für Fortgeschrittene denn die Koordination ist schon recht anspruchsvoll.

Das ist der Schul-Bossa-Nova

Der Fuß spielt den Bass auf 1 und 3 und dazu die + davor, als 1, 2+, 3, 4+, usw…

Die Hi-Hat spielt mit der Wipp-Technik auf 2 und 4, dass sind die Jazz-Off-Beats.

Das Ride-Cymbal, bzw. der Schlagzeuger, spielt alle Achtel auf dem Ride Cymbal und auf dem Rim der Snare wird die sogenannte „Bossanova-Clave“ dazu geschlagen. Die Schläge sind im ersten Takt auf 1, 2+, 4 und im zweiten Takt auf 2, 3+. Die Takte können auch vertauscht werden wenn die zu begleitende Melodie er verlangt.