Sonntags beim Berliner Jazzfest 2016

Danijazzfstsez27-300x195 in Sonntags beim Berliner Jazzfest 2016Am letzten Tag vom Berliner Jazzfest 2016 gab es um 18.00 Uhr einen “Artist Talk”. Teilgenommen haben der aus Brooklyn/ New York stammenden Steve Lehmann, die aus Frankreich stammenden Pianistin Eve Risser und der in Mississippi geborenen Trompeter Wadada Leo Smith. Smith hatte dafür eins seiner “Leadsheets” an die Wand projektieren lassen und erklärte damit die Vorgehensweise seiner Improvisationsmusik. Smith spielte im Rahmen des Berliner Jazzfests mit Alexander Hawkins an der Orgel in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Die beiden Musiker kennen sich und haben schon einige Konzerte gemeinsam gespielt, allerdings hatten sie dabei noch nie die Gelegenheit, in einer Kirche zu spielen und schon gar nicht mit einer Pfeifenorgel.

Nach einigen Sätzen darüber, wann und wie Improvisation zur Kunst wird und zwei Fragen aus dem Publikum, war die Zeit für den “Talk” vorbei und die letzte Konzertreihe des Festivals begann.

Den letzten Abend eröffnete die Band Julia Holter & Strings.Danijazzfstsez28-300x205 in Sonntags beim Berliner Jazzfest 2016Der Gesang und  die Kompositionen hatten einen “folkigen” Gesamtcharakter und erinnerten ein wenig an die Musik von Björk. Das allerdings fügte dieser schönen Musik keinerlei Schaden zu.

Als zweite Band spielte das Steve Lehman Octet. Der 1978 in New York City geborene Altsaxophonist Steve Lehman schrieb die Kompositionen für seine Band und liess dabei die von ihm ausführlich studierte Musik von Olivier Messiaen mit einfliessen. Danijazzfstsez32-300x198 in Sonntags beim Berliner Jazzfest 2016Danijazzfstsez29-200x300 in Sonntags beim Berliner Jazzfest 2016Danijazzfstsez30-300x200 in Sonntags beim Berliner Jazzfest 2016Die Musik des Octets war definitiv ein Ohrenschmaus. Die “neue Intonation”, auch genannt “Spektralmusik”, war so selbstverständlich und ohne jeden Zweifel vorgetragen, dass sie beeindruckend und überzeugend war. Nicht umsonst gilt Lehman manchen Musikmedien als “eine der richtungsweisenden Kräfte des frühen 21. Jahrhunderts” und wurde von “Down Beat” zum besten Jazzkünstler und Altsaxophonisten gewählt.

Das Abschlusskonzert spielte das Eve Risser’s White Desert Orchestra. Eve Risser ist eine französische Musikerin, die sich nach ihrem Musikstudium für klassische Flöte mit Improvisation beschäftigte und dann das elfköpfige White Desert Orchestra gründete. Mit diesem Orchester spielte sie ihre Kompositionen und es gelang ihr, eine wunderbare Balance zwischen Komposition und Improvisation zu schaffen. Ihr Ensemble begleitete sie am Piano.

Bilder: 360-berlin

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